In Glarus brodelte es in den letzten Monaten gewaltig. Ein Streit zwischen Behörden und der Likörproduzentin Christine Trittenbass-Ramhapp hat für ordentlich Wirbel gesorgt. Die Wurzel des Problems? Der Name ihres beliebten Likörs, der ursprünglich als „Berggeist-Likör“ bekannt war. Die Behörden forderten monatelang die Streichung des Begriffs „Berg“ aus dem Namen, da der Likör nachweislich aus einem Berggebiet stammen müsse. Ein ziemlicher Aufstand für ein Getränk, das seit 1976 in Glarus hergestellt wird!

Die Geschichte des Likörs ist tief verwurzelt in der Region. Trittenbass-Ramhapp erklärte, dass der Name sich auf den Berggeistbrunnen in Glarus und eine alte Glarner Sage beziehe. Es geht also nicht nur um ein Getränk, sondern um Tradition und Kultur. Nach einem langen Verfahren kam das Amt für Lebensmittelsicherheit Graubünden schließlich zu dem Schluss, dass der Name in diesem Zusammenhang keine Zertifizierung nötig machte. Künftig wird der Likör als „Glarner Berggeist-Likör“ verkauft, der Bindestrich ist nun Geschichte.

Ein langwieriger Prozess

Was wie ein einfacher Name klingt, entpuppte sich als ein monatelanges Behördengeplänkel. Der Streit begann mit einer Beanstandung des Lebensmittelinspektorats Zürich im vergangenen Winter. Die Inspektoren hatten bemängelt, dass der Begriff „Berg“ irreführend sei, da der Likör nicht aus einem Berggebiet stamme. Trittenbass-Ramhapp war darüber alles andere als erfreut. Sie verteidigte den Namen und betonte, dass es bisher keine Beschwerden über den Produktnamen gab! In ihren Augen war der Name nicht irreführend, sondern ein Teil ihres Erbes.

Ein bisschen wie David gegen Goliath, oder? Die Behörden bestanden darauf, dass entweder der Begriff „Berg“ aus dem Namen gestrichen werden müsse oder eine Zertifizierung für die Bergherkunft des Produkts her muss. Ein Dilemma! Schließlich ist der Glarner Aprikosenbrand das Herzstück des Likörs und Grundlage für die berühmte „Berg-Geist-Torte“ und die „Berg-Geist-Truffes“. Ein Rezept, das 1976 von Trittenbass‘ Vater, Leopold Franz Ramhapp, erfunden wurde. Er war bis 2000 Inhaber der ehemaligen Conditorei Freuler, die gegenüber des Berggeistbrunnens lag. Eine Verbindung, die sich nicht einfach ignorieren lässt!

Ein Symbol für Tradition

Der „Berg-Geist“ ist nicht nur ein Getränk, sondern auch ein Stück Glarner Geschichte. Trittenbass führt ihren Ein-Frau-Betrieb mit viel Leidenschaft und nutzt ein altes Familienrezept, das die Tradition lebendig hält. Doch die bürokratischen Hürden waren frustrierend. Eine Rüge des Amts für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit in Chur sorgte für Probleme, da die Zutaten nicht nachweislich aus einem Berggebiet stammten. Der Kanton Zürich, wo Trittenbass in Hinwil wohnt, war federführend in dieser Causa. Und so zog sich der Streit über Monate hinweg.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Am Ende setzte sich jedoch die Tradition durch. Das Amt für Lebensmittelsicherheit Graubünden gab Trittenbass-Ramhapp recht. Die Entscheidung, den Namen des Likörs beizubehalten, ist nicht nur eine Erleichterung für die Produzentin, sondern auch ein Sieg für die regionalen Traditionen. Ein kleiner, aber feiner Sieg für die Glarner Kultur, die sich gegen bürokratische Auflagen behaupten konnte.

So bleibt der „Glarner Berggeist-Likör“ ein fester Bestandteil der Glarner Tradition und eine Geschmacksexplosion, die die Herzen vieler Menschen erobert hat. Ein Hoch auf die Tradition – und auf die Geschichten, die in jedem Schluck schlummern!