Die Welt des Handels und der Ursprungsregeln ist ein spannendes, wenn auch oft verworrenes Labyrinth. Gerade erst hat Frau Trinh Thi Thu Hien, die stellvertretende Direktorin der Import-Export-Abteilung des Ministeriums für Industrie und Handel Vietnams, in einer virtuellen Sitzung des WTO-Ausschusses für Ursprungsregeln über die neuesten Entwicklungen gesprochen. Es klingt fast wie ein Krimi, aber in Wirklichkeit geht es um die Zukunft des vietnamesischen Handels.

In ihrer Rede stellte Frau Hien den Entwurf eines neuen Dekrets vor, das das bestehende Dekret Nr. 31/2018/ND-CP ersetzen soll. Ein wichtiger Punkt? Der Selbstzertifizierungsmechanismus für den Warenursprung, der den Exporteuren helfen soll, die Anforderungen in Freihandelsabkommen zu erfüllen. Das klingt nach einer Erleichterung, nicht wahr? Und der digitale Fortschritt zeigt sich auch im neuen eCoSys-System, das die Ausstellung elektronischer Ursprungszeugnisse mit QR-Codes, digitalen Signaturen und elektronischen Siegeln ermöglicht. So wird die Überprüfung durch die Zollbehörden nicht nur einfacher, sondern auch schneller. Über 90% der Provinzen in Vietnam haben die Dezentralisierung in diesem Bereich bereits umgesetzt!

Internationale Anerkennung für Vietnams Fortschritte

Es ist bemerkenswert, wie positiv die Informationen der vietnamesischen Delegation von anderen WTO-Mitgliedern aufgenommen wurden. Vertreter aus den USA, Singapur und Kolumbien lobten Vietnams digitalen Transformationsprozess und das Engagement, das Land in multilateralen Organisationen zu stärken. Dabei geht es nicht nur um den nationalen Stolz, sondern auch um die wirtschaftliche Zukunft des Landes. Die Reformen im Ursprungsbereich unterstützen auch die digitale Transformation im Außenhandelsmanagement und verbessern den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen.

Aber was heißt das konkret für die Waren, die Vietnam exportiert? Ursprungserzeugnisse, die aus Vormaterialien anderer ASEAN-Staaten hergestellt werden, können als vietnamesische Produkte gelten, solange die Verarbeitung über die in den Ursprungsregeln genannten Behandlungen hinausgeht. Das bedeutet, dass ein Produkt, das in Vietnam hergestellt wird, aber Materialien aus einem anderen ASEAN-Land verwendet, die Vorteile der Freihandelsabkommen genießen kann – ganz nach dem Motto: „Was zusammen gehört, gehört zusammen“.

Freihandelsabkommen und die Rolle Vietnams

Vietnam ist seit dem 11. Januar 2007 Mitglied der WTO und hat sich in den letzten Jahren stark für die Integration in die Weltwirtschaft eingesetzt. Mit Freihandelsabkommen, die bis nach Europa und darüber hinaus reichen, kann das Land von einem schrittweisen Zollabbau profitieren. Die ASEAN-Wirtschaftsgemeinschaft, die seit Ende 2015 besteht, zielt darauf ab, einen gemeinsamen Binnenmarkt zu schaffen, und Vietnam spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Abkommen mit Ländern wie China, Südkorea und der EU bieten nicht nur Vorteile beim Zoll, sondern auch einen tiefen Zugang zu internationalen Märkten.

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Das umfassende Freihandelsabkommen zwischen der EU und Vietnam, das am 1. August 2020 in Kraft trat, hat enorme Bedeutung. Hierbei profitieren viele Ursprungswaren von sofortiger Zollfreiheit. Und das ist nicht alles! Wenn man bedenkt, dass über 70% der chemischen Erzeugnisse zollfrei nach Vietnam exportiert werden, dann wird deutlich, wie entscheidend diese Regelungen für die vietnamesische Wirtschaft sind.

Ein weiterer Aspekt, der nicht unerwähnt bleiben sollte: Der Ursprung von Produkten kann sich auch durch die Verwendung von Materialien aus anderen Ländern ändern. So gelten beispielsweise Spinnstoffe mit Ursprung in der Republik Korea als vietnamesische Ursprungserzeugnisse, wenn sie dort weiterverarbeitet werden. Das ist ein cleverer Schachzug, der die Handelsströme in der Region dynamisch hält.

In einer Welt, die sich ständig verändert und in der digitale Transformation immer wichtiger wird, zeigt sich, dass Vietnam bereit ist, aktiv an der Gestaltung der globalen Handelslandschaft teilzunehmen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Ursprungsregeln weiterentwickeln und welchen Einfluss sie auf die vietnamesische Wirtschaft haben werden. Ein Blick in die Zukunft zeigt: Da kommt noch einiges auf uns zu!