Heute ist der 22.06.2026 und während die Sonne über Genf aufgeht, brodelt es in der Diskussion um die Fuchsjagd in der Schweiz. Der Kanton Zug hat sich als Vorreiter gezeigt, indem er auf die Fuchsjagd-Petition von Pascal Wolf reagierte – und das nicht nur mit einem Schulterzucken. Stattdessen beauftragte man eine wissenschaftliche Studie bei SWILD, deren Ergebnisse einiges an Staub aufwirbelten. Die erste Version des Fachberichts wurde im Herbst 2025 in Auftrag gegeben und die zweite Version erblickte im Mai 2026 das Licht der Welt. Am 16. Juni 2026 schließlich präsentierte die Jagdkommission die Ergebnisse, die für viele Jäger und Naturschützer ein echter Augenöffner sind.

Die zentrale Erkenntnis? Die Fuchsjagd reguliert die Bestände nicht nachhaltig. Und das ist noch nicht alles: Die Jagd trägt nicht zur Seuchenbekämpfung bei und ist auch weniger effektiv als nicht-letale Methoden zum Schutz von Nutztieren. Eine erfrischend klare Ansage, die in Jagdkreisen nicht immer auf Begeisterung stößt. Man könnte fast meinen, die Jagd sei ein Relikt aus vergangenen Zeiten, das nicht mehr in die heutige, wissenschaftlich fundierte Welt passt.

Ein Blick über die Grenzen

Die Erfahrungen aus Genf und Luxemburg unterstützen diese Thesen. Während in Genf seit 1974 nur problematische Tiere durch Wildhüter erlegt werden – und das seit zwei Jahren ohne Regulierungsabschüsse – hat sich die Prävalenz des Kleinen Fuchsbandwurms in Luxemburg seit dem Fuchsjagdverbot 2015 stark verringert. Das Fazit der SWILD-Studie zeigt, dass intensive Jagd nicht die Lösung ist, um Krankheiten wie die Tollwut zu bekämpfen. Die Tollwut konnte erst durch eine breitflächige Impfkampagne ab 1978 erfolgreich eingedämmt werden. Davor waren es die intensiven Jagdmethoden, die nicht nur die Füchse mobilisierten, sondern auch mehr Ansteckungen zur Folge hatten. Wie paradox!

In der Schweiz werden jährlich rund 19.000 Rotfüchse erschossen. Eine Zahl, die für manchen Jäger den Puls höher schlagen lässt. Doch der Nutzen für Gesundheit oder Landwirtschaft lässt sich nicht nachweisen. Stattdessen wird immer mehr deutlich, dass ein modernes Fuchsmanagement auch nicht-letale Methoden, wie die Begrenzung des Zugangs zur Nahrung, berücksichtigen sollte. Das klingt fast nach einer kleinen Revolution in der Jagdpraxis!

Tradition oder Notwendigkeit?

Die Argumente der Jagdkreise, die Tradition, Seuchenprävention und Fuchsfellverwertung ins Feld führen, werden von Wissenschaftler:innen und sogar von Jäger:innen in Zürich zunehmend hinterfragt. Eine Publikation fordert, dass das Management des Fuchses auf wissenschaftlichen Grundlagen basieren sollte. Ein Wunsch, der in Anbetracht der Faktenlage nur allzu verständlich ist.

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Füchse spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, als Aasfresser und Prädatoren von parasitenbefallenen Nagern sowie alten und geschwächten Tieren. Sie helfen dabei, die Natur in Balance zu halten und tragen zur Verbreitung von Pflanzensamen bei – sogar von bedrohten Arten! Wer möchte da nicht einen kleinen Teil zur Erhaltung dieser wichtigen Funktionen beitragen? Es ist an der Zeit, die Jagd auf Füchse neu zu überdenken. Vielleicht nicht nur mit dem Gewehr, sondern auch mit einem Blick in die Zukunft.

Die vollständige SWILD-Studie ist übrigens über das Amt für Wald und Wild des Kantons Zug öffentlich zugänglich. Ein kleiner Lichtblick in der oft schillernden Welt der Jagd, die, wie vieles im Leben, nicht immer so einfach ist, wie es scheint.