Von der Tradition zur Transformation: Die Zukunft der Kirche im Wandel
Heute ist der 23.06.2026, und während die Sonne in Bern strahlt, gibt es auch Schattenseiten, über die es nachzudenken gilt. In der Kirche, einem Raum, der traditionell von festen Strukturen geprägt war, tut sich einiges. Edith Rey Kühntopf, die Regionalverantwortliche im Kanton Bern, hat in ihrer Laufbahn viele Veränderungen miterlebt und wird bald in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Am 19. August findet ihr Abschiedsgottesdienst in Biel statt, wo sie eine Nachfolgerin hat, die das Erbe antreten wird: Brigitte Glur-Schüpfer. Auf die Veränderungen in der Kirche blickt Rey Kühntopf mit einer Mischung aus Sorge und Hoffnung.
Besonders überrascht zeigt sich Rey Kühntopf über die Vielzahl an Menschen, sowohl mit als auch ohne Migrationshintergrund, die sich aktiv im kirchlichen Leben engagieren. Das ist ein Zeichen der Offenheit und des Wandels! Sie hebt die diakonischen Unterstützungsangebote hervor, die gerade für benachteiligte Menschen von enorme Bedeutung sind. Bischof Felix Gmür, der sie in ihrer Arbeit unterstützt, erwartet von den Kirchengemeinden neue Ideen und Taten, vor allem in der Asylseelsorge. Hier zeigt sich das Potenzial für eine ökumenische und interreligiöse Seelsorge, die in Bundesasyl- und Rückkehrzentren bereits positive Beispiele gesetzt hat.
Der Weg des Dialogs
Wegbereitende Veränderungen sind nur durch aktives Zuhören und respektvollen Dialog möglich. Das hat Rey Kühntopf in ihren vielen Jahren in der Kirche gelernt. Sie warnt davor, dass Reformen schnell ins Stocken geraten, wenn der Dialog verweigert wird oder Druck und Macht ins Spiel kommen. Es ist ein schmaler Grat zwischen den Erwartungen der Basis und der kirchlichen Hierarchie. Frauen spielen dabei eine entscheidende Rolle: Ein Drittel des Bischofsrats besteht aus Frauen, und in Solothurn haben von 2021 bis 2023 nahezu die Hälfte der Pastoralräume Frauen geleitet. Das ist ein Fortschritt, den man nicht unterschätzen sollte.
Doch trotz aller positiven Entwicklungen gibt es Herausforderungen. Die eskalierenden Teamkonflikte und vakanten Pastoralraumleitungen stellen die Gemeinden vor große Aufgaben. Bischof Gmür sucht nach menschlich gereiften, integre Persönlichkeiten für die Seelsorge – was angesichts des Fachkräftemangels nicht einfach ist. Rey Kühntopf ermutigt ihre Nachfolgerin, sich für das Evangelium einzusetzen und den synodalen Weg weiterzuführen. Es bleibt zu hoffen, dass das Vertrauen auf die heilige Geistkraft die Kirche in eine positive Zukunft führt.
Frauen in der Diakonie
Ein weiterer Aspekt, der in diesem Kontext nicht fehlen darf, ist die Rolle der Frauen in der Diakonie. Der Gleichstellungsatlas von 2019 liefert hierzu interessante Einblicke. Frauen stellen 77 Prozent der Belegschaft in der Diakonie, sind jedoch in Führungspositionen stark unterrepräsentiert. Im Vorstand liegt der Frauenanteil bei nur 31 Prozent, und bei den Vorsitzenden sind es sogar bloß 25 Prozent. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß!
Der Atlas zur Gleichstellung hat das Ziel, Gendergerechtigkeit und Diversität voranzubringen. Er unterstützt den Diakonischen Corporate Governance Kodex, der eine geschlechtergerechte Zusammensetzung von Gremien und Leitungsstellen anstrebt. Wenn man bedenkt, dass 55 Prozent der Diakonie-Beschäftigten Frauen sind, die oft in Teilzeit arbeiten, wird deutlich, dass hier noch viel Arbeit vor uns liegt. Der Atlas bietet eine solide Grundlage, um Repräsentationsdefizite zu verbessern und dem Fach- und Führungskräftemangel entgegenzuwirken – ein wichtiges Anliegen, das auch in der Kirche nicht ignoriert werden kann.
In einer Zeit, in der die Rolle der Kirche in der Gesellschaft immer wieder hinterfragt wird, ist es umso wichtiger, dass Veränderungen nicht nur angestoßen, sondern auch nachhaltig umgesetzt werden. Die Herausforderungen sind vielfältig, doch die Chancen, die sich aus einem respektvollen Dialog und einer offenen Haltung ergeben, könnten der Schlüssel zu einer zukunftsfähigen Kirche sein. Rey Kühntopf hat ihren Teil dazu beigetragen, und es bleibt spannend zu sehen, wie der synodale Weg weitergeht.
