Quereinsteiger im Klassenzimmer: Hoffnung oder Risiko für die Zukunft der Bildung in Bern?
Heute ist der 18.07.2026, und während sich die Sonne über Bern erhebt, gibt es Neuigkeiten aus dem Bildungsbereich, die uns zum Nachdenken anregen. Im Kanton Bern bereiten sich derzeit 72 Personen ohne Lehrdiplom auf ihren ersten Einsatz in Schulen vor. Das Ganze geschieht in einem einwöchigen Sommercamp, organisiert von der Pädagogischen Hochschule (PH) Bern. Eine spannende Angelegenheit, denn diese Teilnehmenden sind im Schnitt rund 40 Jahre alt und kommen aus den unterschiedlichsten Berufen. Man fragt sich: Was treibt sie dazu, ins Klassenzimmer zu wechseln?
Nach den Sommerferien werden diese Quereinsteiger tatsächlich an Schulen im Kanton Bern unterrichten. Das Camp vermittelt ihnen die Grundlagen des Unterrichts und führt sie in den Lehrplan 21 ein. Doch hier gibt es auch kritische Stimmen. Berner Bildungsdirektor Reto Müller weist darauf hin, dass rund zehn Prozent der Lehrpersonen in Bern kein Lehrdiplom besitzen. Eine beunruhigende Zahl, die Fragen aufwirft: Wie viele dieser Personen werden sich nachqualifizieren? Die Tendenz, dass die Zahl der Lehrpersonen ohne Diplom steigt, ist unübersehbar.
Ein umstrittenes Modell
Dagmar Rösler, die Präsidentin des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH), ist alles andere als begeistert von diesem Sommercamp-Modell. Sie kritisiert es als unzureichend im Vergleich zu einer regulären Lehrerausbildung. Ihre Bedenken sind nicht unbegründet; schließlich sollen unsere Kinder bestmöglich betreut und unterrichtet werden. In Zürich ist die Lage noch etwas strenger: Ab dem kommenden Schuljahr dürfen dort grundsätzlich keine Lehrpersonen ohne Diplom mehr unterrichten. Ausnahmen gelten nur für stark betroffene Bereiche. Ein klarer Schritt, der zeigt, wie ernst die Situation genommen wird.
In Luzern hingegen hat sich die Lage etwas entspannt, aber es gibt auch hier Anzeichen dafür, dass die Neuanstellungen von Quereinsteigenden möglicherweise zurückgegangen sind. Die Prognosen des Bundes sind ernüchternd – ab 2027 wird ein Rückgang der Schülerzahlen aufgrund sinkender Geburtenraten erwartet. Doch für die Primarstufe in nahezu allen Regionen der Schweiz wird bis 2032 eine ausreichende Anzahl qualifizierter Lehrpersonen prognostiziert. Ein Lichtblick in einem ansonsten herausfordernden Umfeld.
Die Zukunft der Bildung
Der Kanton Bern plant weiterhin Quereinsteigerprogramme und hofft auf Nachqualifikationen der neuen Lehrkräfte. Es bleibt abzuwarten, ob diese Bemühungen fruchten. Die Frage ist: Wie wird sich die Bildungsszene entwickeln? Die Idee, Menschen aus anderen Berufen ins Klassenzimmer zu holen, birgt Chancen, aber auch Risiken. Die Vielfalt an Erfahrungen könnte frischen Wind in den Unterricht bringen, doch sollte man auch nicht die Bedeutung einer fundierten Ausbildung aus den Augen verlieren. Das Gleichgewicht zu finden, wird entscheidend sein.
Insgesamt bleibt die Situation spannend. Die Herausforderungen im Bildungsbereich sind komplex und erfordern kreative Lösungen. Die Zukunft wird zeigen, wie sich die verschiedenen Programme und Initiativen entwickeln und ob sie den Bedürfnissen von Schulen und Schülern gerecht werden können. Eines ist sicher: Die Diskussion über den Lehrkräftemangel ist noch lange nicht zu Ende. Und während sich die Sonne über Bern neigt, bleibt die Hoffnung, dass die Bildungsgemeinschaft die richtigen Schritte unternimmt.
