Ein Billettautomat und die Geheimnisse der Aare: Was die Taucher ans Licht bringen
Heute, am 16. Juli 2026, hat die Aare in Bern wieder einmal für Aufsehen gesorgt. Zwei Hobbytaucher haben bei ihren Tauchgängen im Flussbett einen Billettautomaten geborgen, und die Frage, wie dieses ungewöhnliche Fundstück überhaupt ins Wasser gelangte, bleibt bis auf weiteres ein Rätsel. Die Taucher, die regelmäßig nach verlorenen Gegenständen suchen, stießen unabhängig voneinander auf den Automaten. Nach einer halben Stunde war das leicht verbeulte, aber optisch saubere Gerät ans Tageslicht gebracht. Vermutlich lag es erst seit wenigen Tagen im Wasser.
Der Automat ist ein mobiles Modell, das einst in einem Bus verbaut war. Rolf Meyer, ein Sprecher von Bernmobil, stellte klar, dass solche Modelle korrekt entsorgt werden und dass keine weiteren Nachforschungen von Seiten des Unternehmens geplant sind. Das bringt uns zum spannenden Teil der Geschichte: Die Taucher haben nicht nur diesen Automaten gefunden! Sie sind leidenschaftliche Sammler und haben bereits viele interessante Dinge aus der Aare geborgen, darunter Velos, Mofas, Sonnenbrillen, Uhren und Mobiltelefone.
Ein Blick in die Unterwasserwelt der Aare
Einer der Taucher, David Godio, hat sich in der Aare regelrecht einen Namen gemacht. Seit etwa sieben Jahren fischt er verlorene Gegenstände aus dem Fluss und im Alpinen Museum in Bern sind seine Funde in der Ausstellung „Blubbb“ zu bestaunen. Diese Ausstellung befindet sich im Raum Biwak und erzählt die Geschichten hinter den gefundenen Objekten. Hier wird die Aare lebendig – mit Filmaufnahmen und originalen Fundstücken wird die Unterwasserwelt erlebbar gemacht. Zwischen Juli und September 2025 war die Ausstellung sogar entlang der Aare sichtbar, mit Uferinstallationen und einer digitalen Erweiterung, die einen virtuellen Tauchgang ermöglichte.
Godio, der mit Neoprenanzug, Luftmatratze und Wassertasche ausgestattet ist, erhält über sein Fluss-Fundbüro gezielte Suchanfragen – manchmal geht es um Eheringe oder Portemonnaies. Die Geschichten dieser Funde sind oft tief verwurzelt in der Alltagskultur der Menschen. Man fragt sich, was für Geschichten wohl hinter dem Billettautomaten stecken, der nun aus der Aare geborgen wurde.
Der verantwortungsvolle Umgang mit Funden
Die Leidenschaft für das Tauchen und die Erkundung der Unterwasserwelt bringt auch Verantwortung mit sich. Ein Einführungskurs, der 2003 ins Leben gerufen wurde, lehrt Taucher, wie sie denkmalschonend verhalten und mit Funden respektvoll umgehen können. Die Teilnahme ist für Taucher ab 14 Jahren möglich, doch es sind einige Voraussetzungen zu erfüllen: mindestens 50 Tauchgänge, ein CMAS*- oder gleichwertiges Brevet und der sichere Umgang mit der Ausrüstung sind nötig. Es ist wichtig, die Empfindlichkeit der Fundstellen zu erkennen und im Falle eines Fundes eine Meldung zu erstellen, damit die zuständigen Denkmalämter die weitere Bearbeitung übernehmen können.
So zeigt die Geschichte des Billettautomaten nicht nur die spannende Welt der Aaretaucher, sondern auch die Verantwortung, die mit dem Entdecken von verlorenen Schätzen einhergeht. Man fragt sich, was als nächstes aus den Tiefen der Aare ans Tageslicht kommen wird. Vielleicht ein weiteres Stück Alltagsgeschichte oder ein Erinnerungsstück, das jemandem viel bedeutet?
