Das Geheimnis der Berner Mundartmusik
Wenn man durch die Straßen von Bern schlendert, wird schnell klar: Die Berner Mundart ist nicht nur Teil des Alltags, sie prägt auch erheblich die Musikszene der Deutschschweiz. Regisseur Stascha Bader hat sich in seinem Dokumentarfilm «Das Geheimnis von Bern» diesem Phänomen gewidmet und fragt sich: Was macht Bern zur musikalischen Hochburg? Woher kommt der Erfolg der Mundartmusik, die mit Größen wie Mani Matter, Polo Hofer, Züri West und Steff la Cheffe verbunden ist? Der Film, der am Freitag, den 17. Juli 2026, um 22.25 Uhr auf SRF 1 ausgestrahlt wird, verspricht, die Wurzeln und Hintergründe dieser Entwicklung auf spannende Weise zu beleuchten.
Die Bernerinnen und Berner haben die Mundart-Musikszene fest im Griff. Bader wagt den Vergleich mit legendären Musikstädten wie Motown, Detroit und Nashville. Anhand von humorvollen und selbstironischen Bildführungen stellt er Klischees auf den Kopf und beleuchtet tiefere Ursachen, die hinter dem Erfolg stecken. Ein musikalischer Flashmob im Berner Hauptbahnhof bringt ihn auf eine neue Spur: das Volkslied. Hier zeigt sich, wie sehr die Musik mit der Schweizer Identität verwoben ist. Interviews mit lokalen Künstlern in verschiedenen Locations in Bern und St. Gallen fügen dem Ganzen eine persönliche Note hinzu – emotional wird es besonders in einer der Szenen mit Steff la Cheffe und Christine Lauterburg.
Die Wurzeln der Mundartmusik
Die Geschichte der berndeutschen Musik reicht weit zurück. Um die Jahrhundertwende gab es eine erste Welle der Mundartbewegung, angeführt von Persönlichkeiten wie Otto von Greyerz und Simon Gfeller. In den 1960er-Jahren kam dann die zweite Welle mit Größen wie Walter Vogt und Kurt Marti, die das Genre entscheidend prägten. Diese Zeit war auch das Sprungbrett für Künstler wie Mani Matter, dessen berndeutsche Chansons Kultstatus erlangten. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Rolle der Frauen in dieser Bewegung entwickelte – während sie anfangs kaum sichtbar waren, taten sich mit Ruth Bietenhard und Maria Lauber doch einige bemerkenswerte Ausnahmen auf.
Im neuen Jahrtausend bleibt die Mundartmusik in Bern dominant und findet ihren Platz in verschiedenen Genres, von Rap über Rock bis hin zu Crossover. Die Popularität dieser Musik spiegelt sich auch in der Literatur wider. Seit den 2000er-Jahren erlebt die dialektale Buchliteratur eine Renaissance, angestoßen durch die Spoken-Word-Bewegung und das Autorenkollektiv „Bern ist überall“. So bleibt die Berner Mundart nicht nur ein Teil der Musikszene, sondern auch der regionalen Identität.
Kulturelle Einflüsse und Klischees
Im Rahmen seiner Untersuchung widerlegt Bader zudem die weit verbreitete Annahme, der Berner Dialekt sei klangvoller als andere. Aber hey, das ist natürlich auch Geschmackssache! Die musikalische Untermalung des Films wird als grandios beschrieben und trägt dazu bei, die emotionale Tiefe der Geschichten zu vermitteln. Dieser Film ist mehr als nur eine Dokumentation; er ist ein Spiegel der berndeutschen Seele, die in der Musik und Literatur lebendig wird.
Wenn der Film am 8. Mai 2025 in den Deutschschweizer Kinos anläuft, wird er sicherlich viele Menschen erreichen, die sich für die kulturellen Wurzeln und die Entwicklung der Mundartmusik interessieren. Die Berner Musikszene hat so viel zu bieten – und wer hätte gedacht, dass ein Flashmob im Bahnhof als Ausgangspunkt für solche tiefgründigen Erkundungen dienen kann? Man kann nur gespannt sein, welche neuen Perspektiven und Erkenntnisse «Das Geheimnis von Bern» enthüllt.
