In der malerischen Umgebung zwischen Thun und Spiez, wo die A6 die Landschaft durchzieht, steht ein bedeutendes Projekt bevor: Der Autobahnwerkhof Gesigen soll durch einen Neubau ersetzt werden. Die bestehende Anlage, die größtenteils aus den 1960er- und 1970er-Jahren stammt, hat mittlerweile ihr Lebensende erreicht oder steht kurz davor. Daher hat das Bundesamt für Strassen (Astra) die Entscheidung getroffen, die Infrastruktur zu erneuern, um den hohen architektonischen und landschaftlichen Ansprüchen sowie den betrieblichen Anforderungen gerecht zu werden.

Der Werkhof spielt eine zentrale Rolle, da er den Stützpunkt für den Betrieb und Unterhalt der Nationalstrassen in diesem Abschnitt beheimatet. Zudem sind die Kantonspolizei Bern und der Rettungsdienst der Spital STS AG in den Räumlichkeiten untergebracht. Der Neubau wird nicht nur funktionale Aspekte berücksichtigen, sondern auch architektonische Qualität aufweisen und sich harmonisch in das Landschaftsbild einfügen.

Innovatives Planungskonzept

Um die besten Ideen für das Projekt zu sammeln, wurde ein Studienauftrag vergeben, aus dem vier Planungsteams für die Projektstudien ausgewählt wurden. Diese Teams haben in der zweiten Hälfte 2025 ihre Konzepte erarbeitet, die dann von einem Beurteilungsgremium nach festgelegten Kriterien bewertet wurden. Zu diesen Kriterien zählen das architektonische Gesamtkonzept, die Organisation des Areals, die betrieblichen Abläufe sowie die Erfüllbarkeit des Minergie-P-Eco-Standards. Auch die Umweltauswirkungen, die Biodiversität, das Mikroklima und das Kosten-Nutzen-Verhältnis spielten eine entscheidende Rolle.

Das Siegerprojekt stammt von der Büro B Architekten AG in Bern. Es überzeugt durch ein innovatives Erschließungs- und Nutzungskonzept, das auch ökologische Vielfalt fördert. So sind Bäume, Hecken und Wiesen geplant, um das Projekt in Einklang mit der Natur zu bringen. Eine große PV-Anlage, ein durchdachtes Lüftungs- und Gebäudetechnikkonzept sowie eine nachhaltige Holzbauweise sind ebenfalls Teil des Plans. Die Detailplanung wird in enger Zusammenarbeit mit dem siegreichen Planungsteam erfolgen.

Nachhaltigkeit im Fokus

Die Arbeiten zum Neubau des Werkhofs Gesigen sollen frühestens 2030 beginnen. In diesem Zusammenhang wird auch das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger. Im Bereich des nachhaltigen Infrastrukturbaues bieten Institutionen wie die Berner Fachhochschule ein CAS (Certificate of Advanced Studies) an, das sich mit der ökologischen und ökonomischen Lebenszyklusanalyse befasst. Susanne Kytzia, die den Fachkurs zur Nachhaltigkeit im Tiefbau unterstützt, arbeitet an der Entwicklung von Planungsinstrumenten zur Nachhaltigkeitsbewertung von Infrastrukturbauwerken. Dabei wird besonders auf die Integration von Konzepten des nachhaltigen Infrastrukturbaus in die Organisationsentwicklung geachtet.

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Die Entwicklung des Werkhofs Gesigen ist somit nicht nur ein Schritt in die Zukunft der Verkehrsinfrastruktur, sondern auch ein bedeutender Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit. Die Bürgerinnen und Bürger dürfen gespannt sein, welche innovativen Lösungen die kommenden Jahre bringen werden.