Heute ist der 29.04.2026, und während sich die Welt um uns herum rasant verändert, bleibt eines im Tourismus unverändert: der Wert der menschlichen Begegnung. In der dynamischen Stadt Bern, wo über 91.000 Gäste im Jahr 2025 die Tourist-Information besuchten, ist diese Erkenntnis von zentraler Bedeutung. Manuela Angst, die CEO von Bern Welcome, hebt hervor, dass trotz der beeindruckenden Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz (KI), die zunehmend für Self Check-ins, Reiseprogrammzusammenstellungen und Datenanalysen eingesetzt wird, der persönliche Kontakt mit Stadtführern und Mitarbeitenden in Tourist-Informationen entscheidend bleibt.
Eine Umfrage zeigt, dass mehr als 10.700 Personen an öffentlichen Stadtführungen in Bern teilnahmen – und das aus gutem Grund. Gäste vertrauen in fremden Städten weiterhin auf Informationen und Empfehlungen von echten Menschen. Die Nutzung von KI soll daher nicht die menschliche Komponente ersetzen, sondern vielmehr das Erlebnis verbessern und die Mitarbeitenden sinnvoll entlasten. Denn ohne echte Begegnung bleibt auch das beste Angebot austauschbar.
Die Herausforderungen der KI im Tourismus
Doch die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz bringt nicht nur Vorteile mit sich. Laut einer Studie zur Bekanntheit und Nutzung KI-basierter Anwendungen für die Urlaubsrecherche gibt es auch Herausforderungen, die nicht ignoriert werden können. Der Fachkräftemangel in der Branche ist ein weiteres Thema, das die Tourismuswirtschaft beschäftigt. Hier bietet die KI Chancen zur Effizienzsteigerung in Bereichen wie Service und Marketing, jedoch sind ungeklärte Fragen zur Akzeptanz und Nutzung von KI-Technologien wie Chatbots oder maschinell erstellten Reiseempfehlungen nach wie vor präsent.
Die Online-Befragung, die im September 2024 durchgeführt wurde, um die Einstellung zur KI sowie deren Akzeptanz und Nutzung vor der Reise zu messen, zeigt, dass das Vertrauen in technologische Lösungen noch ausbaufähig ist. Die Stichprobe von 1.004 Personen, repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung im Alter von 16 bis 74 Jahren, legt den Finger auf einen wunden Punkt: Die menschliche Note bleibt unerlässlich.
Ein Blick in die Zukunft
Die Einsicht, dass KI im Tourismus nicht zum Selbstzweck, sondern zur Verbesserung des Erlebnisses eingesetzt werden sollte, könnte der Schlüssel zu einer harmonischen Koexistenz zwischen Mensch und Maschine sein. Die Branche steht vor der Herausforderung, die Vorteile der Technologie zu nutzen, ohne die menschliche Verbindung zu verlieren, die für viele Reisende von großer Bedeutung ist. In Bern und darüber hinaus wird die Balance zwischen Fortschritt und Menschlichkeit weiterhin eine zentrale Rolle spielen.
In einer Zeit, in der der Tourismus sich an die Anforderungen der Zukunft anpassen muss, bleibt die Frage: Wie können wir die Vorteile der KI nutzen, ohne die Seele des Reisens zu gefährden? Diese Überlegungen werden uns in der dynamischen Welt des Tourismus auch in den kommenden Jahren begleiten.