Am 1. Mai blieb die Müllabfuhr in Bern aus – ein regelrechter Schock für viele Anwohner, die an diesem Tag auf die gewohnte Entsorgung ihrer Abfälle warteten. Die Stadtverwaltung hatte diesen Tag als arbeitsfreien Feiertag deklariert, was bedeutet, dass die Kehrichtabfuhr an diesem Tag einfach nicht stattfinden konnte. Es ist schon ein wenig kurios, dass im Kanton Bern der 1. Mai nicht als gesetzlicher Feiertag gilt, während man in Kantonen wie Zürich und Basel-Stadt ganz anders denkt. Man könnte fast meinen, hier wird mit zweierlei Maß gemessen.
Die Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün hatte bereits Ende April die Bürger informiert, dass am 1. Mai kein Kehricht abgeführt wird. Dennoch blieben viele Informationen zur Müllabfuhr unklar, was zu einem wahren Durcheinander in den Quartieren führte. Besonders in Bümpliz, Monbijou und Weissenbühl stapelten sich die Müllsäcke am Straßenrand, als ob sie auf einen verspäteten Abholservice warteten. Und das, wo das Wetter einfach perfekt zum Frischluft schnappen einlud!
Politischer Druck und Ideen für die Zukunft
Die Stadträtinnen Laura Curau und Michelle Steinemann sind nun aktiv geworden. Sie haben eine Anfrage eingereicht, um herauszufinden, warum die Kommunikation zur Müllabfuhr so mangelhaft war. Eine berechtigte Frage, wie ich finde! Wurde die Bevölkerung rechtzeitig über die Nicht-Abfuhr informiert? Und könnte man nicht wenigstens eine Teilabfuhr oder einen Notfalldienst organisieren? Das wäre doch ein kleiner Lichtblick in dieser mülligen Misere.
Besonders interessant ist, dass diese Problematik bereits 2014 einmal behandelt wurde. Damals versprach der Gemeinderat, die Bevölkerung besser über Ausfälle bei der Müllabfuhr zu informieren. Und jetzt sitzt man wieder auf den stinkenden Abfallhaufen. Die Situation wird auch durch die Forderung von Léonore Porchet, der Genfer Grünen-Nationalrätin, kompliziert. Sie möchte den 1. Mai schweizweit zum arbeitsfreien Tag erklären, doch der Bundesrat ist dagegen. Eine spannende Debatte, die auch im nächsten Jahr weitergeführt werden könnte.
Abfallentsorgung in der Schweiz: Ein Blick hinter die Kulissen
Wie sieht es eigentlich mit der Abfallentsorgung in der Schweiz aus? Ein Blick auf die Vollzugshilfe des Bundes (BAFU 2018) zeigt, dass es tatsächlich Bestrebungen gibt, eine verursachergerechte Finanzierung der Siedlungsabfallentsorgung zu gewährleisten. Das klingt nach einem soliden Plan! Die Vorgaben zielen darauf ab, einheitliche Abfallgebühren für Kantone und Gemeinden zu schaffen. Ein Schritt in die richtige Richtung, um die Bürger nicht nur auf die Mülltrennung zu sensibilisieren, sondern auch um faire Gebühren zu garantieren.
Ein interessanter Punkt ist die empfohlene Erhebung von Gebühren für die Entsorgung von Sperrgut und Grünabfällen. Diese Gebühren sollen sogar niedriger sein als die für Kehricht, um die getrennte Sammlung zu fördern. Es wäre doch schön, wenn weniger Müll auf den Straßen landet, oder? Darüber hinaus wird empfohlen, eine Mengengebühr für Grünabfälle einzuführen, um dem Verursacherprinzip Rechnung zu tragen. Schließlich variiert die Menge an Grünabfällen je nach Wohnsituation. Einfamilienhäuser produzieren mehr als Wohnungen, das ist doch klar!
Die Grüngutsammlung muss so gestaltet sein, dass illegale Entsorgung und die Verbreitung invasiver Pflanzenarten minimiert werden. Klare Vorgaben sind hier das A und O. Und wenn die Bürger ihre Abfälle ordentlich trennen, dann könnten wir doch alle davon profitieren. Der Gedanke, dass wir unsere Umgebung sauber halten, ist ein schöner. Aber die Umsetzung – die ist oft knifflig. Und während die Politik darüber diskutiert, stapeln sich in Bern die Abfallberge weiter.