Klangreise im Berner Mattelift: Luc Oggier verwandelt Aufzüge in akustische Erlebnisse
Der historische Mattelift in Bern hat eine ganz neue Dimension erreicht, und zwar durch den kreativen Kopf des Berner Rappers Luc Oggier. Mit seiner Klanginstallation «Lift Me Up» hat Oggier nicht nur das Transportmittel transformiert, sondern auch eine spannende Reise in die Welt der Klänge geschaffen. Die Installation ist seine Masterarbeit an der Kunsthochschule in Bern und Teil des Festivals «Maximum Tilt». Während der Ausstellungsdauer bis zum 24. Juni wird Oggier regelmäßig vor Ort sein, um mit den Fahrgästen zu plaudern und deren Erlebnisse zu teilen.
Oggier, der 37-jährige Künstler, studiert «Contemporary Arts Practice» und hat einen ganz eigenen Zugang zur Thematik der Lifte entwickelt. Für ihn sind Lifte «soziale und akustische Zwischenräume», die es wert sind, neu interpretiert zu werden. Mit dieser Installation möchte er den Begriff «Liftmusik» revolutionieren. Die Klänge, die die Fahrgäste während ihrer Fahrt erleben, sind akustisch einzigartig und laden zur Reflexion ein. Der Mattelift, mit seinen 36 Metern Höhe, wird somit zum Schauplatz einer klanglichen Entdeckungsreise.
Ein Klanguniversum im Aufzug
Für die Komposition hat Oggier nicht nur eigene Ideen eingebracht, sondern auch Aufnahmen der Armensünderglocke des Berner Münsters integriert. Diese historischen Klänge, zusammen mit Stimmfragmenten von Passagieren und Kondukteuren, schaffen eine Klanglandschaft, die den Lift in ein Erlebnis verwandelt. Man könnte sagen, jede Fahrt ist wie eine Mini-Performance, die den Fahrgästen eine ganz neue Perspektive auf das alltägliche Aufzugfahren bietet.
Am 18. Juni 2026 um 16:00 Uhr wird die Installation offiziell eröffnet. Es wird spannend zu sehen, wie die Besucher auf die Klanginstallation reagieren und welche Emotionen sie weckt. Luc Oggier, der auch als Musiker im Duo Lo & Leduc bekannt ist, hat mit «Lift Me Up» nicht nur eine künstlerische Abschlussarbeit geschaffen, sondern auch ein Projekt, das die Grenzen zwischen Musik, Klangkunst und alltäglichen Erfahrungen verschwimmen lässt.
Der Mattelift als Symbol
Der Mattelift selbst ist nicht nur ein einfacher Aufzug; er symbolisiert den Übergang zwischen verschiedenen Ebenen – zwischen oben und unten, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. In einer Welt, in der akustische Erlebnisse oft übersehen werden, lädt Oggier dazu ein, die Klänge um uns herum neu zu erleben und wertzuschätzen. Die Installation bietet nicht nur eine musikalische Erfahrung, sondern auch einen Raum für persönliche Reflexion und das Anstoßen von Gesprächen über die Wahrnehmung von Klang.
In der heutigen Zeit, in der Klang und seine Rezeption in vielen wissenschaftlichen Disziplinen und Künsten im Fokus stehen, ist Oggiers Arbeit besonders relevant. Sound Studies, die Klang als alltägliches Phänomen und künstlerischen Gegenstand betrachten, sind dabei nur ein Teil der Diskussion. Klangkunst schafft klangliche Artefakte, die sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Rezeption prägen. Oggiers Installation könnte somit als ein spannender Beitrag zu dieser Diskussion gesehen werden.
Das «vertikale Tagebuch» auf liftmeup.ch, das die Hintergründe und die Masterarbeit dokumentiert, wird sicherlich auch viele Menschen anziehen, die mehr über Oggiers Vision und seine künstlerischen Ansätze erfahren möchten. Es ist ein spannendes Projekt, das nicht nur die Ohren, sondern auch die Herzen der Menschen erreichen könnte.
