Heute ist der 14.05.2026, und in Bern brodelt es – nicht nur wegen der Frühlingssonne, die das Gemüt aufheitert. Die Diskussion um die freiwillige Kirchensteuer für Unternehmen sorgt für Aufregung in den Kirchgemeinden des Kantons Bern. Laut einem Bericht des Regierungsrats könnte der Wegfall der Kirchensteuerpflicht für Unternehmen katastrophale Folgen haben. Die Zahlen sind alarmierend: Eine Vervierfachung der defizitären Kirchgemeinden steht bevor. Momentan sind es 22 von insgesamt 210 Gemeinden, die in den roten Zahlen stehen, doch das könnte bald auf 84 anwachsen.

Die prognostizierten Mindereinnahmen belaufen sich auf satte 39,8 Millionen Franken. Das ist kein Pappenstiel! Besonders betroffen sind die Gesamtkirchgemeinden Bern und Biel, aber auch kleinere Gemeinden wie Guttannen oder St-Imier könnten in eine finanzielle Schieflage geraten. In den Regionen Emmental-Oberaargau und Berner Jura könnte sogar jede zweite Kirchgemeinde mit Defiziten kämpfen. Das klingt fast schon nach einem Drama, das sich da abzeichnet, oder?

Ein Blick auf die Nachbarn

Im Vergleich zu Neuenburg, wo nur fünf Prozent der Firmen freiwillige Zuwendungen leisten, sieht die Lage im Kanton Bern düster aus. Es gibt zwar die Hoffnung, dass der Regierungsrat die Einführung einer Freigrenze für Gewinne unter 700’000 Franken empfiehlt, was bedeuten würde, dass 97 Prozent der Unternehmen keine Kirchensteuern zahlen müssten. Aber selbst bei diesem Modell, das als tragbar eingeschätzt wird, würden die finanziellen Verluste bei etwa neun Millionen Franken pro Jahr liegen. Das ist wie ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man bedenkt, was auf der Kippe steht.

Das Ganze basiert auf einem Postulat von Carlos Reinhard (FDP), welches die Diskussion über die Kirchensteuer für juristische Personen angestoßen hat. Im März wurde der Bericht vom Parlament zurückgewiesen, mit der Forderung nach Ergänzungen, die nun vorliegen. Die Kirchgemeinden haben derzeit zwar eine solide finanzielle Basis, doch der Druck wächst. Sinkende Mitgliederzahlen und Mindereinnahmen setzen den Gemeinden zu. Es könnte sogar zu Streichungen von so wichtigen Leistungen wie der Altersbetreuung und der Jugendarbeit kommen – das wäre wirklich schade!

Ein schmaler Grat zwischen Glauben und Finanzen

Die Situation ist komplex und wirft viele Fragen auf. Wie weit kann die Kirche gehen, um ihre finanziellen Mittel zu sichern, ohne die Gemeinschaft zu verlieren? Und was passiert mit den sozialen Angeboten, die für viele Menschen von essenzieller Bedeutung sind? Wenn die Gemeinden anfangen müssen, Dienstleistungen zu kürzen, könnte das das soziale Gefüge belasten. Ein Teufelskreis, in dem die Kirche, die traditionell auch ein Rückhalt für die Gemeinschaft ist, immer mehr in die Defensive gedrängt wird.

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Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Die Diskussionen rund um die Kirchensteuer zeigen deutlich, dass es nicht nur um Geld geht, sondern auch um Werte, Gemeinschaft und die Rolle der Kirche in der heutigen Gesellschaft. Ein Blick in die Zukunft ist spannend – bleibt zu hoffen, dass sich Lösungen finden, die sowohl die finanziellen Bedürfnisse der Gemeinden als auch die sozialen Belange der Menschen im Kanton Bern berücksichtigen. Vielleicht ist es an der Zeit, neue Wege zu gehen und die Kirche für die heutige Gesellschaft neu zu definieren?