Open House Bern steht vor der Tür! Am 30. und 31. Mai 2026 öffnet die Stadt ihre Tore zu über 70 meist nicht öffentlich zugänglichen Gebäuden. Das ist eine großartige Gelegenheit, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, und das Beste daran? Der Eintritt ist kostenlos! Wenn du also schon immer mal wissen wolltest, wie das Haus der Religionen am Europaplatz entstanden ist, dann ist das dein Moment.
Die Führungen sind wirklich spannend gestaltet. Sie beginnen mit der Entstehungsgeschichte des Hauses der Religionen, die bis zu den ersten Ideen des interreligiösen Dialogs in Bern zurückreicht. Das Ganze hat eine sehr bewegte Geschichte, die bis zur Eröffnung im Jahr 2014 führt. Im zweiten Teil der Führung kannst du die Sakralräume der verschiedenen Religionsgemeinschaften entdecken – ein echtes Highlight, wenn man bedenkt, wie vielfältig die religiöse Landschaft hier ist. Der dritte Teil behandelt die gesellschaftliche Bedeutung sowie den baukulturellen Wert des beeindruckenden Gebäudekomplexes.
Ein interkulturelles Zentrum mit Geschichte
Das Haus der Religionen ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein Ort des Dialogs. Seit der Gründung des Vereins „Haus der Religionen – Dialog der Kulturen“ im Jahr 2002 und der späteren Gründung der Stiftung Europaplatz im Jahr 2006 hat sich hier viel getan. Die Baubewilligung wurde 2011 erteilt, und von 2012 bis 2014 wurde das Zentrum durch die Bauingenieure Smt AG realisiert. Was für eine Reise!
Es ist bemerkenswert, dass das Haus fünf Sakralräume für verschiedene Religionsgemeinschaften bietet. Aber das ist noch nicht alles. Im gleichen Gebäudekomplex findest du ein Einkaufszentrum, Gastronomiebetriebe, Mietwohnungen, Büros und sogar eine Tiefgarage. Die Lage ist ziemlich zentral, zwischen einem Autobahnviadukt, zwei S-Bahnhöfen und einer stark befahrenen Kantonsstraße in Bern. Ein Ort, der zum Verweilen einlädt und gleichzeitig pulsierendes Leben bietet.
Das BauKulturErbe und die Führungen
Anlässlich des Open House Bern 2026 werden die Führungen auf dem 2025 erschienenen „BauKulturErbe“-Führer basieren. Dieser Führer dokumentiert die gesamte Geschichte des interreligiösen Dialogs bis zur Eröffnung des Zentrums. Die Führungen dauern etwa 1,5 Stunden und werden von kurzen Inputvorträgen begleitet. Bei diesen Vorträgen wirst du von Experten wie Laila Sheikh, der Geschäftsleiterin, Stefan Graf, dem Architekten, und Raphael Sollberger, dem Architekturhistoriker, spannende Einblicke erhalten.
Die Gruppengröße ist auf maximal 80 Personen beschränkt, also ist eine kostenlose Anmeldung erwünscht. Die Führungen starten vor dem Eingang zum Haus der Religionen. Und falls du mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchtest, nimm einfach die Tramlinien Nr. 7 oder 8 oder die S-Bahn Linien S1, S2, S3, S6 bis zum Europaplatz Bahnhof. Oder wie wäre es mit einem PubliBike? Das sind nur etwa 12 Minuten Fahrt – ganz entspannt!
Der interreligiöse Dialog in der Schweiz
Ein interessanter Aspekt, der nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die Rolle des interreligiösen Dialogs in der Schweiz. Ann-Katrin Gässlein hat anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des „Haus der Religionen“ reflektiert und dabei festgestellt, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt seit der COVID-19-Pandemie und den jüngsten Ereignissen im Oktober 2023 als bedroht wahrgenommen wird. Spannend ist auch, dass in einer Umfrage die Motivation für den interreligiösen Dialog sowie die Chancen im Vergleich zur Vergangenheit thematisiert wurden.
Die Herausforderungen, die dabei auftauchen, sind vielschichtig: Radikalisierung religiöser Gruppen über das Internet, die Einbindung von Minderheitenreligionen und der Dialog mit nicht-religiösen Menschen. Es gibt also noch viel zu tun, um diesen Dialog lebendig zu halten und weiterzuentwickeln.
Das Open House Bern 2026 ist eine wunderbare Gelegenheit, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen und die Vielfalt der Religionsgemeinschaften in der Region zu erleben. Lass dir diese Chance nicht entgehen!