Am vergangenen Wochenende stand im Kanton Bern der 5. Jungschwingertag in Zollikofen auf dem Programm. Statt der Aktiven, die sich normalerweise in die Ringerhosen schwingen, waren die Jungschwinger am Start – und das in beeindruckenden Zahlen. Ganze 236 junge Talente, darunter 39 aus der Region Bern-Ost, kämpften um Ruhm und Ehre. Die Sonne schien nach einer verregneten Aufbauphase und sorgte für beste Wettkampfbedingungen.
Der strahlende Festsieg ging an Silvan Lüscher vom Schwingklub Zäziwil, der damit seinen zweiten Sieg in diesem Jahr feierte. Er teilte sich nach fünf Gängen den zweiten Rang mit Kilian Schlupp, der im Schlussgang gegen Nick Ruoff antreten musste. Doch Lüscher zeigte seine Klasse und gewann den entscheidenden Gang mit der Maximalnote – ein echter Grund zur Freude für ihn und seinen Klub!
Die Podestplätze und Zweige
Es war aber nicht nur Lüscher, der glänzte. Auch andere Jungschwinger konnten sich auf dem Podest feiern lassen. Levin Gfeller, Jahrgang 2013, sicherte sich den 2. Rang, während Fynn Schäfer (Jahrgang 2015) und Severin Staub (Jahrgang 2016) jeweils den 3. Rang belegten. Lukas Matter (Jahrgang 2012) erreichte den Schlussgang, musste sich jedoch Benjamin Lüthi aus Oschwand geschlagen geben.
Die Freude über die gewonnenen Zweige war groß! Remo von Känel, Livio Schüpbach, Luca Uhlmann und viele weitere regionale Jungschwinger konnten sich ebenfalls über Erfolge freuen. Ihre Namen werden nun in den Geschichtsbüchern des Schwingens verewigt, während sie sich auf weitere Wettkämpfe vorbereiten. Besonders erwähnenswert sind die Kategoriensiege: Fabio Kämpfer aus dem Schwingklub Schwarzenburg, Maxim Zwahlen (Thun), Robin Wälchli (Herzogenbuchsee), Mario Tschiemer (Interlaken) und Tim Hemund (Aarberg) zeigten, dass das Talent in der Region sprudelt.
Ein Blick auf die Sieger der Jahrgänge
Einige spannende Kämpfe fanden in den verschiedenen Jahrgängen statt. Zum Beispiel siegte Marco Zaugg (Jahrgang 2015-2016) gegen Robin Wälchli durch einen inneren Haken und einen Armschlüssel nach nur vier Minuten. Elias Ledermann (Jahrgang 2014) wiederholte seinen Sieg vom Donnerstag mit einem Plattwurf und innerem Haken. Michael Liechti (Jahrgang 2013) war ebenfalls schnell im Geschäft und besiegte seinen Gegner nach 45 Sekunden – das Publikum war aus dem Häuschen!
Besonders bemerkenswert war der Kampf von Kevin Tschiemer (Jahrgang 2012), der Jonas Gräser mit einer Brienzer Rückwärts und einer Vervollständigung am Boden besiegte. Bei den älteren Jahrgängen gab es ebenfalls spannende Duelle: Oliver Hasler (Jahrgang 2011) und Alex Känel (Jahrgang 2010) zeigten, dass sie bereit sind, in die Fußstapfen der Großen zu treten.
Schwingen – Eine Tradition mit Herz
Schwingen ist nicht nur ein Sport, sondern ein Stück Schweizer Kultur. Es ähnelt dem japanischen Sumoringen, hat jedoch ganz eigene Regeln und Traditionen. Einmal alle drei Jahre finden die Eidgenössischen Schwing- und Älplerfeste statt, die über 300.000 Zuschauer anziehen können. Man kann sich nur vorstellen, wie es dort zugeht, wenn die besten Schwinger der Schweiz gegeneinander antreten! Die Arena in Estavayer gilt als größte mobile Arena der Welt und hat 2016 täglich über 52.000 Zuschauer angelockt. Ein Schwingerkönig zu werden, ist das höchste Ziel – Titel bleiben lebenslang!
Die Atmosphäre bei Schwingfesten ist familiär und friedlich. Fairplay wird großgeschrieben, und Proteste gegen Kampfrichterentscheidungen sind eher die Ausnahme als die Regel. Wenn man in die Schwingerhosen schlüpft, geht es darum, den Gegner mit einer Technik auf den Rücken zu bringen. Es gibt rund 50 verschiedene Griffe, die es zu meistern gilt – ein wahres Kunststück!
So bleibt zu hoffen, dass die junge Generation weiterhin so viel Leidenschaft und Talent zeigt wie beim 5. Jungschwingertag in Zollikofen. Vielleicht sehen wir ja den ein oder anderen Namen bald bei den renommierten Schwingfesten der Schweiz wieder – und das wäre doch einfach nur geil!