Heute ist der 7.06.2026, und wir blicken auf einen bedeutsamen Ort in der Schweiz, der seit seiner Eröffnung im August 2024 nicht nur für Kinder, sondern auch für deren Familien Hoffnung und Lebensqualität schenkt: das allani Kinderhospiz in Riedbach bei Bern. Es ist das erste seiner Art im Land und bietet eine familiäre Umgebung für Kinder mit potenziell lebensbedrohlichen oder lebensverkürzenden Erkrankungen. Hier, inmitten von warmen Farben und einem liebevollen Ambiente, steht die Lebensqualität der kleinen Gäste im Mittelpunkt – nicht der Tod, wie Pflegeexpertin Salome Ruckstuhl betont. Sie hat das Hospiz mitgestaltet und dabei akribisch darauf geachtet, was die Kinder und deren Familien wirklich brauchen.
Rund 95% der Kinder, die im allani untergebracht sind, kehren nach einer Weile wieder nach Hause zurück. Das ist eine riesige Erleichterung, nicht nur für die Kinder selbst, sondern auch für die Eltern, die oft in einer emotionalen Achterbahnfahrt gefangen sind. Im Januar 2026 kam das Zürcher „Flamingo Kinderhospiz“ als zweite Einrichtung dieser Art dazu, was bedeutet, dass mittlerweile 16 Plätze für betroffene Familien in der Schweiz zur Verfügung stehen. Die Angebote umfassen nicht nur Überbrückungspflege nach Spitalaufenthalten, sondern auch Respite Care, um den Eltern eine wohlverdiente Auszeit zu gönnen. Und natürlich die Begleitung in der finalen Lebensphase – auch wenn das nur selten der Fall ist. Bisher sind im allani erst vier Kinder verstorben.
Ein Tag im allani
Das allani Kinderhospiz lebt von einem flexiblen Tagesrhythmus. Er richtet sich nach den Bedürfnissen der Kinder. 24-Stunden Pflegebetreuung steht bereit, um sicherzustellen, dass niemand alleine gelassen wird. Die Kinder können verschiedene Therapieformen in Anspruch nehmen oder sich einfach entspannen – sei es beim Malen, Musizieren oder in der Natur. Ein bisschen wie ein zweites Zuhause, wo die Sorgen des Alltags in den Hintergrund rücken können.
Die Stiftung allani ist auf freiwillige Helfer angewiesen, die das Pflegepersonal unterstützen. Diese Solidarität ist unerlässlich, denn die langfristige Finanzierung des Hospizes bleibt unsicher. In der Schweiz gibt es keine gesetzlich verankerten Tarifleistungen für Kinderhospize, was die Situation nicht gerade einfacher macht. Spendenaktionen, wie der Verkauf von Charity-Wasser, haben bereits erfolgreich Gelder gesammelt, aber die Stiftung ist weiterhin auf die gesellschaftliche Unterstützung angewiesen. Politische Bestrebungen zur Verbesserung der finanziellen Situation laufen, doch Handlungsbedarf bleibt – auch bei der gesellschaftlichen Integration betroffener Familien.
Palliative Versorgung: Ein Netz aus Unterstützung
Bei der häuslichen Betreuung eines kranken Kindes sind Kinderärzte und ambulante Pflegedienste oft die ersten Ansprechpartner. Sie kümmern sich um die palliative Grundversorgung, die medizinische Betreuung, Schmerzmanagement und psychosoziale Unterstützung umfasst. Das Ziel? Den kleinen Patienten so viel Lebensqualität wie möglich zu bieten, auch wenn die Umstände herausfordernd sind. Wenn sich der Gesundheitszustand verschlechtert, kommt die allgemeine ambulante Palliativversorgung ins Spiel, die in enger Zusammenarbeit mit Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) funktioniert. Diese Einrichtungen bringen Experten aus verschiedenen Bereichen zusammen – eine Art interdisziplinäres Team, das gemeinsam an einem Strang zieht.
Wenn die bisherigen Versorgungsmöglichkeiten nicht ausreichen, wird die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) aktiv. Hierbei handelt es sich um ein Team aus Kinder- und Jugendärzten sowie Pflegefachkräften, das sich um die komplexen Bedürfnisse der Kinder kümmert. Sie bieten nicht nur medizinische Betreuung, sondern auch Beratung und Koordination der Versorgung. Ein echter Lichtblick für Familien, die in dieser schweren Zeit Unterstützung suchen.
Das allani Kinderhospiz und die ambulante Palliativversorgung stehen in einem wichtigen Zusammenhang – sie sind zwei Seiten derselben Medaille, die darauf abzielt, betroffenen Familien ein Stück Normalität und Lebensfreude zurückzugeben. Die Familie Wüthrich berichtet von ihren positiven Erfahrungen und davon, wie sie nach langer Zeit wieder gemeinsam in den Urlaub fahren konnten. Solche Momente sind unbezahlbar und zeigen, dass es immer einen Funken Hoffnung gibt, egal wie dunkel die Zeiten auch erscheinen mögen.