In der kleinen Stadt Worb, die nicht weit von der pulsierenden Metropole Bern entfernt liegt, gibt es ein ganz besonderes Musikhaus: die Hirsiger GmbH. Hier dreht sich alles um Blasinstrumente, und das seit 1982. Simon Hirsiger, der Inhaber und Geschäftsleiter, hat die Leidenschaft für Musik und Instrumente von seinem Vater geerbt, der das Unternehmen gegründet hat. Was macht dieses Musikhaus so besonders? Es zieht nicht nur Kunden aus der Schweiz an, sondern auch aus Deutschland! Und das ist keine Selbstverständlichkeit.
Simon, ein echter Musikliebhaber, spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Posaune und ist nicht nur im Geschäft, sondern auch auf der Bühne aktiv. Er gehört zur Berner Mundart-Band «Troubas Kater» und lässt sich zudem in der Rock-‘n’-Roll-Band «The Rhythm Travellers» blicken. Diese musikalische Vielseitigkeit spiegelt sich auch im Angebot des Musikhauses wider. Neben der Reparatur von Blasinstrumenten, wie Trompeten und Klarinetten, kümmern sie sich auch um Saiteninstrumente – jährlich werden etwa 140 Gitarren unter die Lupe genommen. Ein hoher Reparaturstandard ist hier selbstverständlich, und das hat Simon von seinem Vater gelernt.
Die Kunst des Blasinstrumentenbaus
Die Ausbildung zum Blasinstrumentenbauer dauert in der Regel vier Jahre und erfolgt dual – das heißt, die angehenden Handwerker lernen sowohl in der Berufsschule als auch im Betrieb. Simon Hirsiger hat seine Lehre allerdings nicht im elterlichen Betrieb, sondern in verschiedenen Werkstätten in der Schweiz absolviert. Er hat sich auf die Reparatur von Blasinstrumenten spezialisiert. Blasinstrumentenbauer sind wahre Künstler: Sie fertigen nicht nur Blechblasinstrumente wie Trompeten und Posaunen, sondern kümmern sich auch um deren Instandhaltung. Dabei kommen verschiedene Materialien zum Einsatz – Holz, Metall, Kunststoff. Das Einsetzen von Ventilen und das Stimmen der Instrumente gehört zum täglichen Handwerk.
Ein wichtiger Aspekt des Berufs ist das handwerkliche Geschick. Es ist ein Beruf, der Geduld, Präzision und ein gutes Gehör erfordert. Viele, die den Beruf des Blasinstrumentenbauers ergreifen, haben zuvor eine Fachmittelschule besucht. So auch Sipan Shahinian, der aktuell im ersten Lehrjahr ist. Ursprünglich wollte er Rettungssanitäter werden – jetzt schnuppert er die frische Luft der Musik und des Handwerks. Simon betont, dass es für Lernende wichtig ist, ein Blasinstrument zu spielen. Das hilft nicht nur beim Verständnis der Instrumente, sondern macht auch den Umgang damit um einiges leichter.
Herausforderungen und Chancen
Die Berufsaussichten für Blasinstrumentenbauer sind gemischt. Der Arbeitsmarkt in der Schweiz ist klein, und viele wechseln nach der Ausbildung den Beruf. Dennoch bleibt die Nachfrage nach Fachleuten stabil, besonders für individuell angefertigte Instrumente. Es gibt etwa 60 Kleinbetriebe in der Schweiz, die sich mit der Reparatur von Blasinstrumenten beschäftigen. Simon Hirsiger ist optimistisch: Er sieht die steigende Beliebtheit von Blasmusik und Orchestern als Chance. Innovative Techniken und Materialien eröffnen neue Möglichkeiten in der Instrumentenentwicklung.
Für die Zukunft sieht es also ganz gut aus. Wer sich für den Beruf des Blasinstrumentenbauers entscheidet, hat die Möglichkeit, sich auf bestimmte Instrumente zu spezialisieren oder in Führungspositionen aufzusteigen. Auch die Selbstständigkeit ist eine Option. Die Möglichkeiten sind vielfältig, und wer das nötige Geschick mitbringt, findet seinen Platz in der faszinierenden Welt der Musikinstrumente. Das Musikhaus Hirsiger ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Leidenschaft, Handwerk und Musik Hand in Hand gehen können.