Die Stadt Bern geht neue Wege in der Kunstförderung und führt ein innovatives Nominationsverfahren für die Ankäufe in ihre städtische Kunstsammlung ein. Ab 2026 können Interessierte aktiv an der Gestaltung der Kunstlandschaft teilhaben, indem sie Berner Kunstschaffende nominieren. Dies ist ein spannender Schritt, der nicht nur die Sichtbarkeit der Künstlerinnen und Künstler erhöhen soll, sondern auch die kulturelle Teilhabe der Bevölkerung stärken möchte.

Das Verfahren, das bereits im Literaturbereich erfolgreich eingesetzt wird, ist zweistufig gestaltet. Zunächst können Bürgerinnen und Bürger Vorschläge für Kunstschaffende einreichen, die einen Bezug zur Stadt Bern haben. Eine Jury der städtischen Kulturkommission wird dann die Nominierungen sichten, eine Vorauswahl treffen und zwei bis drei Kunstschaffende zur Prüfung empfehlen. Dabei sind auch Atelierbesuche Teil des Auswahlprozesses, um ein umfassendes Bild der eingereichten Vorschläge zu bekommen.

Kunst für alle

Die konkrete Auswahl der Werke erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den nominierten Kunstschaffenden sowie der Kunstsammlung selbst. Jährlich stehen insgesamt 30.000 Franken für Ankäufe zur Verfügung, was eine bedeutende Unterstützung für die lokale Kunstszene darstellt. Die Stadt Bern kauft verschiedene Kunstformen an, darunter Gemälde, Arbeiten auf Papier, Fotografien, Skulpturen, Video- und Konzeptkunst sowie Performance und Installationen. Diese Vielfalt spiegelt das breite Spektrum der kreativen Ausdrucksformen wider, die in der Stadt und Region zu finden sind.

Ein weiteres Highlight ist die gleichzeitige Ausschreibung der Weiterschreiben-Stipendien 2026, die mit je 10.000 Franken dotiert sind. Diese Auszeichnungen würdigen nicht nur Autorinnen und Autoren, sondern auch Literaturvermittelnde, die einen wertvollen Beitrag zur literarischen Kultur leisten. Auch hier ist ein Bezug zur Stadt Bern Voraussetzung für die Nominierung, die sowohl für Einzelpersonen als auch für Kollektive möglich ist. Vorschläge können bis zum 22. Mai 2026 eingereicht werden und die Würdigung findet am 18. November 2026 statt.

Einblick in die städtische Kunstsammlung

Die städtische Kunstsammlung besteht seit Anfang des 20. Jahrhunderts und umfasst rund 4200 Kunstwerke, von denen etwa ein Drittel in rund hundert Adressen der Stadtverwaltung und stadtnaher Betriebe ausgestellt sind. Weitere Werke sind als Dauerleihgaben im Bernischen Historischen Museum, im Museum Franz Gertsch und im Kunstmuseum Bern zu bewundern. Diese umfassende Sammlung zeigt, wie eng Kunst und öffentliche Räume in Bern miteinander verwoben sind und wie wichtig es ist, die kulturelle Vielfalt der Stadt zu fördern.

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Insgesamt zielt das neue Nominationsverfahren darauf ab, die kulturelle Teilhabe zu stärken und die Vielfalt in der Kulturförderung auszubauen. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, um nicht nur die Sichtbarkeit der Kunstschaffenden zu erhöhen, sondern auch um die Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Kunstförderung einzubeziehen. Die Stadt Bern macht damit einen bedeutenden Schritt in eine zukunftsorientierte und partizipative Kulturpolitik.