Bern im Wohnraummangel: Ein Wettlauf gegen die Zeit
Heute ist der 1.07.2026 und in Bern brodelt es auf dem Wohnungsmarkt. Die Nachfrage nach Wohnraum ist nicht nur spürbar, sie ist förmlich greifbar. „Es ist wie ein Wettlauf gegen die Zeit“, erklärt Giorgio Albisetti, der CEO der Von Graffenried Gruppe. Immer mehr Menschen drängen in die Stadt, und während die Lebensqualität und die Infrastruktur uns regelrecht anziehen, bleibt der Wohnraum ein rares Gut. Die Mietpreise steigen, und die Verfügbarkeit sinkt – ein Teufelskreis, der viele vor Herausforderungen stellt.
Albisetti hat klare Ansichten darüber, wie wir aus dieser Misere herauskommen können. Er kritisiert die Regulierung, die zwar gut gemeint ist, aber in der Praxis oft mehr administrativen Aufwand als Nutzen bringt. Die Formularpflicht bei Mietbeginn? Ein Beispiel, das für die unnötige Bürokratie steht, die Innovatives im Wohnungsbau bremst. „Wir brauchen schnellere Genehmigungen!“, ruft er, und ich kann ihm nur zustimmen. Die Zeit für unbürokratische Lösungen ist jetzt. Wenn wir weiterhin auf neuen Wohnraum verzichten, könnte die Stadt in den nächsten Jahren verfallen. Und das wäre doch wirklich schade!
Der Druck auf den Mietmarkt
Ein weiteres Problem, das Albisetti anspricht, ist die Schere zwischen alten Bestandsmieten und neuen Wohnungsmieten. Es ist nicht nur ein Zahlenproblem, sondern auch ein menschliches. Viele Menschen ziehen nicht um, selbst wenn ihre Wohnsituation nicht mehr passt, weil sie die hohen Mieten fürchten. Und das ist nicht nur für Singles oder Paare ein Thema, auch Familien stehen oft vor der Wahl, ob sie sich eine größere Wohnung leisten können oder nicht. Die Baukosten sind hoch, und die Auflagen für neue Projekte nehmen kein Ende.
In Städten wie Bern, die so begehrt sind, ist der Druck auf den Wohnungsmarkt besonders stark. Die Nachfrage wächst, aber das Angebot kann nicht mithalten. Albisetti betont, dass wir Wohnraum für alle sozialen Schichten benötigen – auch für die, die mehr verdienen. Eine differenzierte Betrachtungsweise ist notwendig, damit wir den Markt entspannen können. Wenn die Regulierung allein nicht ausreicht, was dann? Wir müssen mutiger werden! Die Herausforderungen sind nicht nur lokal, sondern auch ein Teil eines größeren strukturellen Wandels, der in vielen Städten und Gemeinden spürbar ist.
Ein Blick über die Grenzen
Das Phänomen ist nicht auf die Schweiz beschränkt. Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass auch dort die Mieten und Kaufpreise in Ballungsgebieten massiv gestiegen sind. Viele Haushalte kämpfen darum, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die Städte stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie Bern – der Wohnungsneubau muss dringend angekurbelt werden. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass auch die mittleren und unteren Einkommensgruppen Wohnraum brauchen. Es ist ein schmaler Grat, auf dem wir balancieren müssen.
Außerdem gibt es eine wachsende Nachfrage von internationalen Fonds und privaten Anlegern, die in den Immobilienmarkt investieren. Niedrige Zinsen machen das Ganze verführerisch. Aber was bedeutet das für die Mieter? Steigende Mieten und Kaufpreise sind die Folge, die die Schere zwischen den sozialen Schichten weiter öffnet. Es ist ein Kreislauf, der uns alle betrifft, und es ist an der Zeit, dass wir nicht nur darüber reden, sondern auch handeln.
Also, was tun? Es braucht mehr als nur Worte. Es braucht Taten, Kreativität und Mut. Wir müssen den Wohnungsbau revolutionieren, um den Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden. Nur so können wir das bunte, lebendige Bern bewahren, das wir alle lieben. Die Zeit für Veränderung ist jetzt.
