Physiotherapie in Gefahr: Ein Aufruf zur Rettung im Kanton Bern
In den letzten Jahren hat sich ein besorgniserregender Trend im Kanton Bern entwickelt: Die Physiotherapie, ein unverzichtbarer Teil unserer Gesundheitsversorgung, steht auf der Kippe. Immer mehr selbständige Physiotherapeut:innen kämpfen ums Überleben. Die Realität ist, dass viele von ihnen mit ihren Einnahmen nicht einmal ihre Betriebskosten decken können. Eine Petition, die sich an den Gesundheitsdirektor des Kantons Bern richtet, fordert nun dringend eine Veränderung. Es wird Zeit, dass wir aufstehen und unsere Physiotherapie-Profis unterstützen!
Physiotherapie ist nicht nur nach Operationen oder bei Schmerzen wichtig, sondern auch in der Rehabilitation. Sie kann Operationen reduzieren und die Selbstständigkeit älterer Menschen fördern. Doch das System ist seit Jahren in Schieflage. Die Betriebskosten der Praxen sind in den letzten 30 Jahren um etwa 30 % gestiegen, während die Tarife nahezu unverändert geblieben sind. Das führt dazu, dass viele Physiotherapeut:innen nicht einmal ihre Familien ernähren können. Die Forderung ist klar: Der Gesundheitsdirektor soll eine gesetzliche Aufgabe bei der Tariffestsetzung wahrnehmen und kostendeckende Physiotherapietarife festlegen.
Ein Aufruf zur Veränderung
Die Petition fordert eine Tarifsteigerung von mindestens 30 %. Das ist nicht nur eine Frage der Fairness, sondern entscheidend für die Zukunft der physiotherapeutischen Versorgung. Egal ob in der Stadt oder auf dem Land – der Zugang zur Physiotherapie muss sichergestellt werden. Denn wenn Praxen schließen, steigen die Gesundheitskosten für alle. Längere Rehabilitationszeiten und ein erhöhter Pflegebedarf bedeuten höhere Ausgaben, die sich niemand leisten kann.
Die Gesellschaft hat einen hohen Bedarf an Physiotherapie, doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen es für viele Praxen fragil. Es ist ein Drahtseilakt zwischen der notwendigen Patientenversorgung und dem wirtschaftlichen Überleben der Praxen. Patienten erwarten kürzere Wartezeiten, moderne Räume und digitale Prozesse. All das erfordert Investitionen, die jedoch oft nicht ausreichend vergütet werden. Die Praxisinhaber müssen außerdem auch administrative Aufgaben wie Personalmanagement und Buchhaltung übernehmen – eine wahre Herausforderung!
Fachkräftemangel und neue Perspektiven
Ein weiterer Punkt, der nicht ignoriert werden darf, ist der Fachkräftemangel. Besonders in ländlichen Regionen wird die Suche nach qualifiziertem Personal immer schwieriger. Umso wichtiger ist es, die Arbeitsbedingungen attraktiv zu gestalten. Flexible Arbeitszeitmodelle und faire Vergütung können hier entscheidend sein. Wenn es gelingt, eine Teamkultur mit flachen Hierarchien zu schaffen, wird die Praxis für junge Talente interessanter. Innovative Praxiskonzepte, die über Kassenleistungen hinausgehen und beispielsweise Zusatzangebote für Selbstzahler bieten, könnten ebenfalls ein Schlüssel zum Überleben sein.
Die Situation ist also mehrdimensional und erfordert kreative Lösungen. Kooperationen mit Ärzten, Sportvereinen und Pflegeeinrichtungen können helfen, neue Zielgruppen zu erschließen und die regionale Verankerung zu stärken. Das alles sind Schritte in die richtige Richtung, doch ohne eine klare Zielsetzung und realistische Kalkulationen wird es schwer, langfristigen Erfolg zu sichern.
Der Aufruf zur Unterzeichnung der Petition ist nicht nur ein Aufruf zur Unterstützung der Physiotherapie im Kanton Bern. Es ist ein Aufruf an uns alle, unsere Gesundheit und die unserer Mitmenschen in die eigene Hand zu nehmen. Denn nur gemeinsam können wir dafür sorgen, dass die Physiotherapie auch in Zukunft ein fester Bestandteil unserer Gesundheitsversorgung bleibt.
