Am Mittwochmorgen um 4 Uhr startete die Polizei in Basel die Räumung des Klybeck-Areals, das seit über einem Monat besetzt war. Das Kollektiv, das sich «Zack» nannte, hatte die leerstehenden Räume kreativ genutzt – für Partys, Diskussionsrunden und Filmabende. Doch die Eigentümerin Swiss Life hatte genug und forderte die Besetzer mehrfach auf, das Gelände zu räumen. Sicherheitsvorgaben seien nicht gegeben, so die Argumentation. Schließlich wurde Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung eingereicht, was die Räumung zur Folge hatte.

Die Klybeckstraße und die Gärtnerstraße waren für den Individualverkehr gesperrt, das Tram wurde umgeleitet. Ein großes Polizeiaufgebot war vor Ort. Die Einsatzkräfte setzten sogar Drohnen und Spürhunde ein, was die Situation für die Besetzer nicht gerade einfacher machte. Besonders spannend war, dass sich am Morgen noch zwei Personen auf dem Dach des besetzten Gebäudes aufhielten. Die Polizei führte einen intensiven Austausch mit ihnen, wobei die Sicherheit der Personen und die Verhältnismäßigkeit des Einsatzes höchste Priorität hatten.

Die Pläne für die Zukunft

Das Klybeck-Areal, genau genommen die Gebäude K102, K104 und K106, wird von Swiss Life verwaltet, die nach dem Abriss der besetzten Gebäude bis Ende 2027 ein neues Projekt namens «Klybeck Plus» umsetzen möchte. Dieses Transformationsprojekt sieht die Schaffung eines neuen Stadtquartiers auf 30 Hektar vor – mit Wohnungen für 8500 Menschen und Platz für 7500 Arbeitsplätze. Vorangegangene Zwischennutzungen reichten bis zum ehemaligen Musikclub Humbug, der das Areal bis Ende 2025 besetzt hielt. Ein ganz schön ehrgeiziges Vorhaben, das viele Hoffnungen weckt.

Besetzer und Unterstützer aus der Bevölkerung sind sich einig, dass es keinen Grund gibt, das Areal leer stehen zu lassen. Sie haben bereits eine Demonstration für den Abend der Räumung angekündigt, die um 19 Uhr auf der Dreirosenmatte stattfinden soll. Diese Art von Widerstand ist nicht neu, sondern Teil einer langen Geschichte von Hausbesetzungen in der Schweiz, die bis in die 1970er Jahre zurückreicht. Bewegungen, die sich gegen Leerstand und für selbstverwaltete Räume einsetzen, sind in vielen Städten zu finden – und sie haben einen bedeutenden Einfluss auf die urbanen Lebensformen.

Ein Blick in die Geschichte

Die Wurzeln dieser Rebellion reichen tief. Von den ersten Besetzungen in Zürich in den 1970er Jahren, die oft mit politischen Botschaften verbunden waren, bis hin zu den heutigen Aktionen in Basel: Das Bedürfnis nach Raum für Kultur und Gemeinschaft ist geblieben. Transparente wie „50 Büros = 100 Obdachlose“ zeugen von der Dringlichkeit der Anliegen der Besetzer. Die Auseinandersetzungen um Räume sind oft auch Auseinandersetzungen um Ressourcen und Lebensqualität in den Städten. Die Frage bleibt, wie die Städte auf die Bedürfnisse ihrer Bürger reagieren und ob sie bereit sind, den Raum für kreative Entfaltung zu öffnen.

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Gerade in Zeiten, in denen Wohnraum knapp ist und die Mieten steigen, bleibt die Thematik der Hausbesetzungen relevant. Wie wird Basel mit den Herausforderungen umgehen? Die Räumung des Klybeck-Areals ist nur ein Kapitel eines viel größeren Buches – und die nächsten Seiten werden sicherlich spannend.