Graffiti im Spannungsfeld zwischen Kunst und Ordnung: Basels Kampf gegen die illegale Sprayflut
In Basel-Stadt ist in den letzten Jahren ein besorgniserregender Trend zu beobachten: Die Zahl der illegalen Sprayereien auf privatem Grund nimmt stetig zu. Und mit ihr steigen die Kosten für die Beseitigung dieser Schmierereien. Ein GLP-Grossrat hat die Regierung gefragt, ob diese Schmierereien kategorisiert werden, aber die Antwort war ein klares Nein. Der Fokus der Behörden liegt ganz klar auf der Entfernung und Reinigung von Graffiti, und das ist ein echtes Thema, das die Stadt beschäftigt.
Graffiti sind ein fester Bestandteil des Stadtbildes. Einige dieser Kunstwerke sind bewilligt und zählen als Urban Art, andere werden dagegen als störend empfunden. Und hier wird’s spannend: Geschädigte, die von illegalen Sprayereien betroffen sind, können bis zu 80 Prozent der Reinigungskosten für die Beseitigung von Sachbeschädigungen zurückerstattet bekommen. Das ist doch mal ein kleiner Lichtblick in dieser grauen Angelegenheit!
Steigende Kosten und Fallzahlen
Die Ausgaben für die Entfernung von Graffiti sind in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Im Jahr 2022 gab die Stadt Basel stolze 359.000 Franken für 598 Fälle aus. Nur drei Jahre später, 2025, waren es bereits 608.000 Franken für 940 Fälle. Ein Anstieg, der nicht ignoriert werden kann. Die Zunahme der Fallzahlen und der Kosten wird auf die angespannte weltpolitische Lage und die Zunahme von Demonstrationen zurückgeführt. Man könnte sagen, die Wände sprechen mehr denn je!
Der GLP-Grossrat Rechsteiner möchte gerne wissen, welche Motive und Inhalte bei diesen Sprayereien dominieren. Die Regierung hat bereits angekündigt, dass sie die Sprayereien dokumentiert. Polizei und Staatsanwaltschaft können diese Unterlagen einsehen, was eine gewisse Transparenz schaffen könnte. Illegales Graffiti wird, unabhängig von der künstlerischen Qualität, als Sachbeschädigung gewertet. Wer also denkt, er könne ohne Erlaubnis die Wände verschönern, der irrt gewaltig. Es braucht eine Bewilligung oder das Einverständnis der Eigentümerschaft für Graffiti.
Fokus auf Sauberkeit und Prävention
Die Behörden haben klare Prioritäten: Rassistische, diskriminierende oder anstößige Inhalte werden prioritär entfernt. Das Ziel ist es, legale Gestaltungsmöglichkeiten anzubieten und unerwünschte Sprayereien im öffentlichen Raum zu reduzieren. Das hört sich ja schon fast nach einem Plan an, oder? Pforzheim geht sogar noch einen Schritt weiter. Dort wurde eine bestehende kommunale Abfall-App um die Funktion „Meldung von Schmierereien“ erweitert. Bürger können Fotos und Ortsbeschreibungen von Graffiti hochladen. Nach einer Meldung begutachtet eine Fachkraft das Graffiti, und die Kommune kontaktiert den Eigentümer zur Klärung der Beseitigung.
In Pforzheim wird jährlich rund 40.000 Euro für die Beseitigung von Graffiti ausgegeben. Doch das Problem ist nicht nur finanzieller Natur. Schadensersatzzahlungen sind oft schwierig, weil die Verursacher meist nicht ermittelt werden können. Das ist frustrierend für alle Beteiligten. Trotzdem gibt es auch positive Ansätze, wie das Projekt „Urban Art – Fassadenkunst im öffentlichen Raum“, das 2022 ins Leben gerufen wurde, um legale Straßenkunst zu fördern. Das könnte eine Lösung für die kreativen Köpfe unter den Sprayern sein.
Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Basel weiterentwickelt. Es ist ein spannendes Thema, das zeigt, wie sehr Kunst und Gesetzgebung manchmal aneinandergeraten können. Und während die Stadt sich bemüht, ein Gleichgewicht zwischen Kunst und Ordnung zu finden, bleibt die Frage: Wo ziehen wir die Grenze zwischen Kunst und Vandalismus?
