Schicksal eines Juwels: Die Schließung der Confiserie Schiesser in Basel
Heute ist der 4.07.2026 und es gibt traurige Nachrichten aus Basel: Die traditionsreiche Confiserie Schiesser am Marktplatz hat vorläufig Konkurs angemeldet. Die Schließung kam überraschend und wurde erst vor wenigen Tagen bekannt gegeben. Der Betrieb wurde Anfang dieser Woche eingestellt. Der Grund dafür sind die Baustellenarbeiten am Marktplatz, die das geschäftige Treiben und auch die treuen Kunden ferngehalten haben. Schiesser, ein Ort voller persönlicher Erinnerungen und kulinarischer Genüsse, wird voraussichtlich für sechs bis acht Wochen geschlossen bleiben. Wer hätte gedacht, dass ein Gebäude, das seit 1910 in diesem markanten Bau steht und über fünf Generationen von der Gründerfamilie geführt wurde, in solch eine Situation geraten könnte?
Der große Tearoom im Stil eines Wiener Kaffeehauses, die Backstube und die Schokoladenmanufaktur sind nicht nur für ihre feinen Backwaren, Pralinen und Torten bekannt, sondern auch als kulturelle Institution in Basel. Viele Gäste verbinden mit dem Café nicht nur den Duft von frisch gebackenem Brot, sondern auch Erinnerungen an unvergessliche Momente mit Freunden und Familie. Hotelleriesuisse Region Basel hat bereits ihre Betroffenheit über den Konkurs geäußert. Der Präsident, Franz-Xaver Leonhardt, bezeichnete Schiesser als Institution und hofft inständig auf eine temporäre Schließung und ein Retterteam, das die Traditionsconfiserie wieder auf die Beine bringt.
Die Schließung am Aeschenplatz
Doch das ist nicht alles. Die Schiesser-Filiale am Aeschenplatz wurde ebenfalls geschlossen – und zwar nach der Sommerpause Ende September 2024. Diese Filiale hatte sich innerhalb einer UBS-Filiale befunden und war erst seit zwei Jahren in Betrieb. Der Hauptgrund für diese Schließung war die veränderte Kundenfrequenz und der Rückgang des Schaltergeschäfts bei Banken. Jochen Mauracher hat im Juni 2024 die Geschäftsführung übernommen, und nun bleibt die Hauptfiliale am Marktplatz 19 bestehen und wird stärker fokussiert. Die Mitarbeiter der geschlossenen Filiale wurden entweder in die Hauptfiliale integriert oder es wurden andere Lösungen gefunden. Das ist zwar eine kleine Lichtblick, aber die Schließung spiegelt einen breiteren Trend im Einzelhandel wider, der auch für die Stadt Basel von Bedeutung ist.
Die Qualität der Produkte und der Service sollen weiterhin im Fokus stehen. Es ist erfreulich zu hören, dass die Confiserie Schiesser trotz der Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert ist, an ihrer hohen Qualität festhält. Aber wie lange kann das gut gehen? Die Rahmenbedingungen für Gastrobetriebe sind alles andere als leicht. Die gestiegenen Personalkosten und Führungsprobleme machen es den Betreibern nicht leicht. Das Gastgewerbe steht unter Druck, und die Zukunft der Traditionshäuser ist ungewiss. Die Verantwortungsträger haben sich bisher nicht zur Zukunft geäußert, was die Unsicherheit nur verstärkt.
Ein Blick auf die Branche
Ein Blick in die Zukunft könnte uns der Branchenspiegel von GastroSuisse geben, der jährlich erscheint und Entwicklungen sowie Herausforderungen des Gastgewerbes behandelt. Die 30. Ausgabe für das Jahr 2025 wird zentrale Themen wie Konsumverhalten, Umsatzentwicklung und die aktuelle Personalsituation im Gastgewerbe beleuchten. Besonders im Hinblick auf den Fachkräftemangel und die Dynamik im Weihnachtsgeschäft sind die Herausforderungen für die Branche enorm. Die Schließung von Schiesser, sowohl am Marktplatz als auch am Aeschenplatz, ist nur ein Teil eines größeren Bildes, das sich in der Gastronomie und im Einzelhandel abzeichnet. Da müssen Einzelhändler und Gastronomiebetriebe ihre Strategien anpassen, um im immer schwieriger werdenden Markt zu bestehen.
Wie sich die Situation für Schiesser entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Wir können nur hoffen, dass dieses Juwel der Basler Gastronomie bald wieder erblüht und die Gäste wieder in den Genuss der köstlichen Backwaren und des unverwechselbaren Ambientes kommen können, das so viele Menschen über die Jahre hinweg angezogen hat.
