Heute ist der 16.05.2026 und während die Sonne über Basel aufgeht, scheint auch die Diskussion um die Fuchsjagd wieder an Fahrt zu gewinnen. In den beiden Basel ist die Jagd auf Rotfüchse grundsätzlich erlaubt, doch die Fragen, die sich hier auftun, sind alles andere als einfach. Grossrätin Brigitta Gerber (Basta) hat die Notwendigkeit des aktuellen Fuchsmanagements in Frage gestellt und eine schriftliche Anfrage im Grossen Rat eingereicht. Sie möchte herausfinden, ob es tatsächlich eine wissenschaftliche Grundlage für das Abschießen der Füchse gibt, und dazu wurden bereits Petitionen an die Baselbieter Regierung gerichtet.

Im Jagdjahr 2024 wurden in den beiden Basel insgesamt 679 Rotfüchse erlegt, wobei 676 davon im Landkanton abgeschossen wurden. Zum Vergleich: Schweizweit waren es fast 20.000 Füchse. Das klingt nach einer beachtlichen Zahl, aber Gerber verweist auf den Kanton Genf, wo die Milizjagd 1974 verboten wurde. Dort wird ein erfolgreiches Wildtiermanagement betrieben, und es gibt keine signifikanten Anstiege bei den Fuchsschäden, seit die Jagd eingestellt wurde. Das wirft die Frage auf, wie viel Unterstützung die Fuchsjagd in der Bevölkerung fände, wenn die Menschen über die wissenschaftliche Evidenzlage informiert wären.

Die Rolle des Fuchses im Ökosystem

Füchse sind nicht nur hübsche Tierchen, die durch die Wälder streifen, sondern sie spielen auch eine wichtige Rolle im Ökosystem. Sie helfen, Nagetierpopulationen zu regulieren und tragen zur Hygiene im Wald bei. In Österreich beispielsweise wird der Fuchs intensiv bejagt, oft unter dem Deckmantel, andere Arten zu schützen und zur Gesundheitsvorsorge beizutragen. Jährlich werden dort etwa 60.000 bis 70.000 Füchse erlegt. Komischerweise ist das in der Bevölkerung oft als Teil des jagdlichen Brauchtums verankert, obwohl die Nachfrage nach Fellen eher mau ist.

Der Naturschutzbund Österreich fordert ein Wildtiermanagement, das die ökologische Rolle des Fuchses berücksichtigt. Außerdem gibt es Stimmen, die sagen, dass nicht-tödliche Maßnahmen wie der Schutz von Nistplätzen Vorrang vor der Tötung von Füchsen haben sollten. Es gibt sogar Überlegungen zu einer Schonzeit für Füchse von März bis November, mit Ausnahmen zum Schutz anderer Arten. Das könnte den Füchsen in der Region gut tun.

Die wissenschaftliche Evidenzlage

Gerber ist nicht alleine mit ihrer Skepsis. Holger Stockhaus, Amtsleiter ad interim, hat erwähnt, dass viele Tiere aufgrund von Krankheiten erlegt werden. Aber es bleibt die Frage: Wie viel Einfluss hat die Fuchsjagd tatsächlich auf die Bestandsregulierung? Es gibt keine eindeutigen Belege dafür, dass der Jagddruck das Vorkommen von Krankheiten wie dem Fuchsbandwurm tatsächlich beeinflusst. Hygienemaßnahmen könnten eventuell das Risiko einer Infektion für Menschen erheblich senken. Das Spektrum an Argumenten ist also breit und nicht immer klar.

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Gerber und andere Stimmen aus der Bevölkerung wünschen sich, dass die Regierung klärt, ob es wirklich eine wissenschaftliche Notwendigkeit für die Fuchsjagd gibt. Vor dem Hintergrund des Erfolgs in Genf könnte es auch für Basel an der Zeit sein, zu überdenken, ob die bestehenden Praktiken noch zeitgemäß sind. Vielleicht ist es an der Zeit, die Füchse auch hier in Ruhe zu lassen – für die Natur, für die Tiere und vielleicht auch für uns Menschen.