Sommer der Verbote: Wenn die Ostschweiz unter Trockenheit leidet
In der Ostschweiz zeigt sich der Sommer von einer besonders trockenen Seite. Seit Wochen bleibt der Regen aus und die Sonne brennt unbarmherzig auf die Landschaft. Diese anhaltende Trockenheit bringt nicht nur ein bisschen Durst mit sich, sondern auch ernsthafte Einschränkungen für die Bevölkerung. Besonders in den Kantonen St.Gallen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden wird das Leben durch eine Vielzahl von Verboten eingeschränkt.
Im Kanton St.Gallen, zum Beispiel, gilt seit dem 17. Juli ein absolutes Feuer- und Feuerwerksverbot. Das bedeutet: Keine Lagerfeuer, keine Grillpartys im Freien – außer natürlich, man hat einen Elektro- oder Gasgrill, und dieser steht auf privatem Grund, fernab von Waldgebieten. Es gibt sogar Ausnahmen für bereits genehmigte Feuerwerke, aber die müssen mindestens 350 Meter vom Ufer entfernt stattfinden. Wassersparen ist an der Tagesordnung, auch wenn die Trinkwasserversorgung weiterhin gesichert ist. Aber auch das Gießen von Grünflächen oder das Füllen von Pools ist tabu – und wer denkt, aus einem Oberflächengewässer Wasser zu entnehmen, sollte das ohne Bewilligung besser lassen. Das Betreten sensibler Gewässerabschnitte ist ebenfalls untersagt.
Feuerverbote in den Nachbarkantonen
Der Kanton Thurgau hat sogar noch früher reagiert: Seit dem 14. Juli herrscht dort ein allgemeines Feuerwerksverbot, und seit dem 19. Juni ist die Wasserentnahme aus Oberflächengewässern untersagt – mit Ausnahmen für Gewässer, die noch ausreichend Wasserreserven haben, wie zum Beispiel der Bodensee oder der Rhein. Auch hier gibt es strenge Strafen für Zuwiderhandlungen.
In Appenzell Ausserrhoden wurde am 8. Juli ein Feuerverbot im Wald und in der Nähe von Wäldern erlassen, das alle Feuer im Wald und bis zu 50 Meter vom Waldrand untersagt. Raketen und Feuerwerkskörper sind ebenfalls nicht erlaubt. Im benachbarten Appenzell Innerrhoden gilt seit dem 27. Juni ein ähnliches Verbot, jedoch sogar bis zu 200 Meter vom Waldrand. Die Bevölkerung wird um vorsichtige Handhabung von Grillfeuern gebeten. Kurz gesagt: Grillen wird zur Herausforderung und sollte gut überlegt sein.
Die Gefahr von Waldbränden steigt
Die Trockenheit hat zudem die Waldbrandgefahr auf Stufe 4 erhöht – das ist in etwa die Stufe, wo man von einer „großen Gefahr“ sprechen kann. Das bedeutet, dass die Natur geradezu nach einem Funken lechzt. Die Waldbrandgefahrenindices zeigen, dass in vielen Regionen der Schweiz, insbesondere in den Zentralschweizer Kantonen, die Warnstufen auf 3 oder 4 gestiegen sind. Besonders betroffen sind das Wallis und Teile des Churer Rheintals, wo sogar die höchste Gefahrenstufe von 5 erreicht wurde. Ein generelles Verbot für Feuer im Freien wurde in diesen Bereichen ausgesprochen.
Die Hitzewelle hat nicht nur Auswirkungen auf die Natur, sondern auch auf die Menschen. Die Temperaturen steigen in einigen Regionen auf bis zu 35 Grad. Da ist es kein Wunder, dass die Gesundheitsbehörden vor Kreislaufbeschwerden warnen und empfehlen, mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag zu trinken. Körperliche Anstrengungen sollten möglichst in die kühleren Stunden des Tages gelegt werden. Auch wenn die Situation ernst ist, bleibt die Natur ein faszinierendes Schauspiel – man muss nur darauf achten, dass man nicht zu nah an das Feuer gerät!
