Ab dem 1. Mai 2026 wird die Opferhilfe in der Schweiz über die nationale Opferhilfe-Nummer 142 rund um die Uhr erreichbar sein. Diese wichtige telefonische Anlaufstelle bietet kostenlose und vertrauliche Unterstützung für Gewaltopfer und deren Angehörige. Egal, ob es sich um physische, psychische oder sexuelle Gewalt handelt, alle Menschen in der Schweiz, die durch eine Straftat verletzt wurden, können hier Hilfe finden.
Die neue Telefonnummer 142 richtet sich nicht nur an die Betroffenen selbst, sondern auch an Angehörige und nahestehende Personen von Gewaltopfern. Geschultes Beratungspersonal steht bereit, um Unterstützung nach einheitlichen Standards und Prozessen zu bieten. Es ist wichtig zu betonen, dass die Opferhilfe unabhängig von einer Strafanzeige oder der Ermittlung des Täters zur Verfügung steht. In akuten Notfällen sollten jedoch nach wie vor die Polizei (117) oder der Rettungsdienst (144) kontaktiert werden.
Rund um die Uhr erreichbar
Im Kanton Zürich wurde bereits am 1. November 2023 ein ähnliches Angebot ins Leben gerufen. Hier können Gewaltbetroffene die Telefonnummer 044 455 2 142 rund um die Uhr anrufen. Regierungsrätin Jacqueline Fehr hebt hervor, dass die Einführung dieser Nummer ein bedeutender Schritt im Kampf gegen häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt ist. Oft ist der Anruf der erste Schritt zu notwendiger Beratung und Unterstützung für die Betroffenen.
Die Anonymität und die Niederschwelligkeit des Angebots sind zentrale Aspekte. Anrufer müssen keine persönlichen Angaben machen, und die Mitarbeitenden sind speziell in Gesprächsführung ausgebildet sowie zur Verschwiegenheit verpflichtet. Bei akuten Notfällen erfolgt sofortige Krisenintervention, während in weniger dringlichen Fällen Stabilisierung und Klärung der Situation im Vordergrund stehen. Der Kanton Zürich verfügt über acht spezialisierte Opferberatungsstellen, an die Anrufer bei Bedarf weitergeleitet werden.
Ein Schritt zur flächendeckenden Hilfe
Die Einführung der Nummer 142 ist nicht nur ein isolierter Schritt, sondern Teil einer schweizweiten Initiative zur Verbesserung der Opferhilfe. Die Kantone Glarus, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Graubünden und St. Gallen kooperieren bereits bei der Umsetzung dieser wichtigen Maßnahme. Wie Jessica Wolf betont, kennt Gewalt keine Öffnungszeiten, und daher sollte die Erreichbarkeit der Opferhilfe nicht an Bürozeiten gebunden sein.
Die Kantone stellen sicher, dass ein rund um die Uhr verfügbares Beratungsangebot bereitsteht. Während Bürozeiten werden Anrufe an die Nummer 142 an die kantonalen Opferberatungsstellen weitergeleitet, während nachts und an Wochenenden die Stiftung Frauenhaus St. Gallen die Anrufe für mehrere Kantone entgegennimmt. Diese strukturierten Abläufe sind entscheidend, um betroffenen Personen schnell und effektiv Unterstützung zu bieten.
Für weitere Informationen zur nationalen Opferhilfe-Nummer 142 können Sie die offizielle Webseite der Kantonsregierung Glarus oder die Medienmitteilung des Kantons Zürich besuchen.