Heute ist der 3. Juni 2026 – ein bedeutender Tag, nicht nur für die Region Appenzell Ausserrhoden, sondern auch für all jene, die sich für die Politik in ihren Gemeinden interessieren. Das neue Amtsjahr hat am 1. Juni begonnen und wie es aussieht, stehen einige Gemeinden vor Herausforderungen, die nicht zu übersehen sind. Insbesondere in Rehetobel und Grub gibt es vakante Sitze im Gemeinderat, die dringend besetzt werden müssen. Ein Sitz in Rehetobel und gleich zwei in Grub – da könnte man fast von einem kleinen Politkrimi sprechen!
Urs Rohner, der Gemeindepräsident von Rehetobel, macht keinen Hehl daraus, dass die Rekrutierung neuer Mitglieder ein großes Problem darstellt. Mangelnde Interesse, so sagt er, sei der Hauptgrund dafür, dass die Gemeinderäte oft nur mit weniger als sieben Mitgliedern arbeiten. Das klingt nicht nur nach einer Herausforderung, sondern auch nach einer echten Belastung für die, die sich engagieren. Rohner plädiert für einen aktiven Ansatz, um potenzielle Kandidaten zu gewinnen. Er schlägt sogar vor, den Gemeinderat von sieben auf fünf Mitglieder zu verkleinern – was für die Effizienz durchaus sinnvoll erscheinen könnte.
Ein Blick auf die Zukunft der Gemeinderäte
Die öffentliche Versammlung zur neuen Gemeindeordnung steht am 14. Juni an. Ein wichtiges Datum für alle, die sich für die Zukunft ihrer Gemeinde interessieren. Rohner sieht auch die Notwendigkeit, das Gemeindepräsidium als Vollamt mit 50 bis 80 Prozent zu etablieren. Eine faire Entlohnung für Gemeinderatsmitglieder ist ebenfalls ein Thema, das auf der Agenda steht. Die Unterschiede in der Bezahlung zwischen den Ausserrhoder Gemeinden sind erheblich und führen nicht selten zu Unmut. Komischerweise wird in der Politik oft über alles Mögliche geredet, nur nicht über das, was wirklich zählt – die Wertschätzung der Arbeit der Gemeinderäte!
Max Eugster, Gemeindepräsident von Herisau, kann da ein ganz anderes Lied singen. In seiner Gemeinde wurden alle Gemeinderatssitze erfolgreich besetzt. Ein bisschen Neid kann man da schon empfinden, denn die Parteien in Herisau sind aktiv und bieten eine breite Palette an Kandidaten an. Eugster ist sich bewusst, dass die Anforderungen an die Gemeinderäte immer größer werden. Es geht nicht nur um die Sitze, sondern auch um das Ansehen und die Akzeptanz politischer Ämter. Wenn die Bürger mehr Engagement zeigen wollen, müssen die Rahmenbedingungen stimmen!
Ein Blick über die Grenzen
<pNicht nur in Appenzell Ausserrhoden ist die Politik ein heißes Thema. Wenn wir nach Hessen schauen, finden wir ähnliche Herausforderungen. Dort stehen die Kommunalwahlen am 15. März 2026 vor der Tür. Die Verantwortlichkeit liegt bei 421 hessischen Städten und Gemeinden sowie 21 Landkreisen. Bei der Gemeindewahl werden 15 bis 93 Gemeindevertreter gewählt – ein ähnliches Bild wie in der Schweiz, wenn auch mit anderen Zahlen. Die Bürger haben auch in Hessen die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben und Einfluss auf die Politik zu nehmen.
Ein Gesetz zur Verbesserung der Funktionsfähigkeit der kommunalen Vertretungskörperschaften trat am 1. April 2025 in Kraft. Es bringt einige Veränderungen mit sich, wie die Berechnung der Sitzzuteilung nach dem d’Hondtschen Verfahren. Doch, wie es sich für die Politik gehört, wurde diese Änderung durch ein Urteil des Staatsgerichtshofs am 28. Januar 2026 für nichtig erklärt. Am 15. März wird die Sitzzuteilung nun nach dem Hare/Niemeyer-Verfahren erfolgen. Irgendwie scheint es, als müssten sich die Kommunen immer wieder neu erfinden, um den Anforderungen gerecht zu werden.
In beiden Regionen – ob Appenzell Ausserrhoden oder Hessen – ist es klar, dass die Rekrutierung und das Engagement der Bürger für die politischen Ämter eine zentrale Rolle spielen. Die Herausforderungen sind groß, aber vielleicht auch die Chancen. Letztlich geht es darum, die Menschen für die Politik zu begeistern und sie zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen. Denn nur mit einem starken Engagement kann die Demokratie lebendig bleiben!