In der Schweiz gibt es Grund zur Erleichterung – die Zeiten der Geldautomatensprengungen scheinen sich endlich zu bessern. Der Bundesrat hat Entwarnung gegeben und die Zahlen sprechen für sich: Im letzten Jahr gab es nur 24 Angriffe auf Geldautomaten, was die Hälfte der Vorjahreszahlen ausmacht. Das ist der tiefste Stand seit 2019! Wer hätte gedacht, dass das Wetter in der Bankenwelt so umschlagen kann? Doch wie steht es um die Erfolgsquote der Täter? Nun, die liegt bei rund 30 Prozent. Das klingt zwar nach einer hohen Zahl, aber hey, das bedeutet auch, dass mehr als zwei Drittel der Angriffe scheitern. Ein Lichtblick, wenn man bedenkt, dass ab 2019 die Automatensprengungen in der Schweiz ein richtiges Hoch erlebt haben.
Die Täter, oft gut organisierte Banden aus dem Ausland, agieren in Gruppen von zwei bis vier Personen. Statt die Automaten mit einem Seil oder einem Fahrzeug zu entfernen, setzen sie auf explosionsartige Methoden, um sich den Inhalt zu sichern. Nach brutalen Überfällen auf Geldtransporter hat die Politik reagiert – die Waadtländer Regierung hat Geldtransportern erlaubt, auch nachts zu fahren. Und die Banken? Die haben Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, wie den Austausch alter Bancomaten und die Sicherung gefährdeter Standorte mit Rollläden oder Metallplatten. Damit die Nachtruhe nicht gestört wird, wurden viele Selbstbedienungszonen nachts geschlossen.
Runder Tisch und internationale Zusammenarbeit
Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung ist die Initiative der Fedpol, die seit 2023 regelmäßige runde Tische mit Banken, Betreibern und Polizeibehörden organisiert. Man merkt, dass hier ein ernsthaftes Interesse besteht, die Lage zu verbessern. Die grenzüberschreitenden Ermittlungen mit Ländern wie Deutschland, Frankreich, Österreich und den Niederlanden haben bereits zu zahlreichen Festnahmen geführt. Zwischen 2023 und April 2026 wurden rund drei Dutzend Personen festgenommen, die in die Geldautomatensprengungen verwickelt sind. Im April 2023 schnappte die niederländische Polizei neun mutmaßliche Täter. Man kann sagen, die niederländischen Banden sind nicht zu unterschätzen – sie sind für mehr als die Hälfte der Sprengstoffangriffe in Europa verantwortlich!
Aber die Methoden haben sich auch weiterentwickelt. Vor 2018 waren Lasso-Angriffe, bei denen Automaten mit einem Seil herausgerissen wurden, weit verbreitet. Heutzutage setzen die Gauner eher auf Sprengstoff oder Gas. Gasangriffe erfordern eine präzise Dosierung, und einige Automaten sind sogar so clever, dass sie Gas erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten! Sprengstoff wird immer beliebter, und auch hydraulische Geräte kommen zum Einsatz, um die Automaten aufzubrechen. In der Schweiz sind verschiedene Tätergruppierungen aktiv, die sich in ihrer Vorgehensweise unterscheiden. Während rumänische und holländische Täter vor allem für Sprengstoffangriffe verantwortlich sind, sind serbische und rumänische Gruppen für die Gasangriffe zuständig.
Die Rolle der Ermittlungsbehörden
Die Ermittlungen hängen stark vom Vorgehen der Täter ab. Bei Gas-Explosionen übernimmt die Kantonspolizei die Ermittlungen, während die Fedpol bei Sprengstoffangriffen die Zügel in die Hand nimmt. Die Bundesanwaltschaft führt die Strafverfahren. Es ist ein Zusammenspiel, das präzise Koordination erfordert – und das ist keine leichte Aufgabe. Um den Informationsaustausch zwischen den Behörden zu optimieren, wurde seit 2019 eine Taskforce gegründet. Die Fedpol beteiligt sich aktiv an internationalen Operationen und an der Europol-Plattform EMPACT.
Was bedeutet das für die Zukunft? Die Prävention spielt eine entscheidende Rolle. Banken werden beraten, Geldautomaten mit weniger Geld zu befüllen, um die Attraktivität für Angreifer zu verringern. Auch die Sensibilisierung für gefährdete Standorte ist ein wichtiges Thema. Freistehende und abgelegene Automaten sind besonders anfällig. Zudem stellen Sprengungen in Wohnhäusern eine ernsthafte Gefahr für die Anwohner dar. In den Niederlanden hat man die Anzahl der Geldautomaten-Angriffe durch enge Zusammenarbeit zwischen Banken und Strafverfolgungsbehörden erheblich minimiert. Vielleicht ist das auch ein Modell für die Schweiz?