Der Duft von frischer Farbe, das Murmeln aufgeregter Kinderstimmen und die Vorfreude auf die Bühne – das sind die Zutaten, die die Schultheatertage in der Ostschweiz so besonders machen. Seit Ende Januar haben sich rund 20 Schulklassen aus den Kantonen Thurgau, St.Gallen, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden auf die aufregende Reise gemacht, ein eigenes Theaterstück zu entwickeln. Die Kreativität sprudelt förmlich über, während professionelle Theaterschaffende die jungen Talente coachen und anleiten. Und das alles unter dem Dachthema „So schön!“. Ein Motto, das viel Raum für Fantasie lässt.
Die Vorbereitungen für die Aufführungen, die vom 5. bis 21. Mai 2026 stattfinden und an sechs Tagen drei bis vier Klassen auf professionellen Bühnen zeigen, sind in vollem Gange. Ein besonderes Highlight war der Auftritt der fünften Primarschulklasse der Haldenbüel-Schule am 7. Mai in der Lokremise St.Gallen. Unter der liebevollen Leitung von Liana Brühwiler präsentierten die Schüler das Stück „Villa Bellissima“, das sich mit dem 15. Geburtstag von Leyla befasst. Ein Fest, das nicht nur Geschenke, sondern auch den Druck von Erwartungen mit sich bringt. Da landet die Torte schon mal im Dreck – aber das ist nebensächlich, denn das Wichtigste bleibt das Zusammensein mit Familie und Freunden.
Fantasie und Engagement
Die Begeisterung in der Klasse war förmlich spürbar. Liana Brühwiler lobte das Engagement der Kinder: „Es ist einfach großartig zu sehen, wie viel Fantasie sie in die Entwicklung des Stücks stecken!“ Ein Schultheatertag, der nicht nur die Bühne zum Leuchten bringt, sondern auch den Zusammenhalt und das Teambuilding der Schüler fördert. Diese Momente des kreativen Schaffens sind unbezahlbar – sie bringen die Kinder nicht nur zum Lachen, sondern zeigen auch, wie sie gemeinsam Herausforderungen meistern.
Doch nicht nur in den Schulen wird Theater gelebt. Auch die Weiterbildung in der Theaterpädagogik blüht. Der CAS Theaterpädagogik bietet den Studierenden die Möglichkeit, ihre Ideen in der Praxis umzusetzen. In zwei Modulen, dem Grund- und dem Transfermodul, lernen die Teilnehmer, wie sie theaterpädagogische Projekte in ihren beruflichen Alltag integrieren können. Sechs Präsenzwochenenden im Grundmodul vermitteln ein breites Methodenrepertoire, während das Transfermodul den Teilnehmenden ermöglicht, eigene Projekte zu entwickeln und sich durch Coachinggespräche individuell unterstützen zu lassen. Und das alles endet mit einer Werkschau, bei der die Spielmaterialien präsentiert werden – eine echte Bühne für ihre kreativen Ideen.
Kreativität als Schlüssel
Die theaterpädagogische Praxis ist mehr als nur das Erlernen von Techniken. Sie bietet Raum für die persönliche Entfaltung und stärkt die Teamfähigkeit. Während der Kurswochenenden kommen externe Kursleitende, die praxisorientierte Inputs geben und die Studierenden in ihrer Entwicklung unterstützen. Es ist ein Austausch, der nicht nur lehrreich, sondern auch inspirierend ist. Und das gemeinsame „show and tell“ am letzten Kurswochenende – das gibt den Teilnehmern die Möglichkeit, ihre Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen.
Die Verknüpfung von Schule und Theater, von Kreativität und Pädagogik, ist ein wahres Geschenk für unsere Kinder. Sie lernen nicht nur, auf einer Bühne zu stehen, sondern auch, Verantwortung zu übernehmen, im Team zu arbeiten und ihre Ideen zum Leben zu erwecken. Ein Prozess, der weit über die Aufführungstage hinausgeht. Und wer weiß – vielleicht steht der nächste große Star der Theaterlandschaft schon in den Reihen einer Gossauer Schulklasse.