Am 9. Mai 2025 – ein Datum, das vielen Jugendlichen in der Region St. Gallen, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden wohl im Gedächtnis bleiben wird. An diesem Tag fand die 53. Jugendsession des Jugendparlaments im Regierungsgebäude statt. Rund 65 engagierte Jugendliche trafen sich, um über die Herausforderungen zu diskutieren, die die Zukunft für sie bereithält. Und was war auf der Tagesordnung? Na, unter anderem die Zukunft der Schule und die spannende Frage, wer morgen arbeiten wird – Mensch oder Maschine.
In leidenschaftlichen Debatten wurden fünf klare Forderungen an die Kantone SG, AI und AR formuliert. Ein besonders heiß diskutiertes Thema war der Erhalt des Frühfranzösisch. In Workshops konnten die Teilnehmer tiefer in die Materie eintauchen: Der erste Workshop stellte die Frage „Menschliche Intelligenz vs. Künstliche Intelligenz: Wer arbeitet morgen?“ und der zweite widmete sich der Zukunft der Schule, inklusive Themen wie politische Bildung und Notensysteme. Das war nicht nur Theorie, sondern echte Praxis. Regierungsrätinnen wie Angela Koller, Bettina Surber und Susann Metzger standen den Jugendlichen Rede und Antwort und zeigten, dass ihre Stimmen gehört werden.
Die Forderungen der Jugend
Das Ergebnis dieser kreativen und engagierten Austausch-Runden war eine Liste von Forderungen, die man nicht ignorieren kann. Erstens, die Einführung von Industrieprojekten ab der Oberstufe, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen – ganz im Sinne der neuen Technologien. Zweitens, die politische Bildung soll ein wichtiges Werkzeug zur Extremismusprävention werden. Hierbei sollen Lehrpersonen besser sensibilisiert werden, um die Jugendlichen von Anfang an zu stärken. Drittens, die Strukturen der Oberstufen-Schulmodelle sollen flexibler gestaltet werden. Weg mit der strikten Einteilung in Sekundar- und Realschule! Viertens, das Frühfranzösisch soll nicht nur erhalten, sondern auch alltagsorientiert unterrichtet werden – Englisch bleibt dabei die priorisierte Fremdsprache. Und fünftens, das Notensystem soll reformiert werden, sodass die Zeugnisse nicht nur Zahlen, sondern auch eine umfassende Bewertung der Leistungen darstellen.
Diese Forderungen werden nun an die verantwortlichen Stellen weitergeleitet. Aber das ist nicht alles! Die nächste Jugendsession findet am 21. November 2026 in St.Gallen statt, und das Thema wird von den Jugendlichen selbst bestimmt. Eine aufregende Perspektive für alle, die sich engagieren möchten. Wer Interesse hat, kann sich über den WhatsApp-Kanal des Jugendparlaments auf dem Laufenden halten.
Künstliche Intelligenz und politische Bildung
In einer Zeit, wo Künstliche Intelligenz (KI) immer mehr Teil des Alltags junger Menschen wird – sei es in Messenger-Apps oder bei der Bildbearbeitung – stellt sich die Frage, wie diese Technologien auch in der politischen Bildung integriert werden können. Studien zeigen, dass viele Jugendliche bereits mit KI-Tools wie ChatGPT interagieren. Die Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung hat in einer Workshopwoche die Bedeutung von KI für die politische Bildung thematisiert. Nele Hirsch vom eBildungslabor bezeichnete KI als „stochastischen Papagei“, der Inhalte basierend auf statistischer Wahrscheinlichkeit wiedergibt. Eine interessante Metapher, die zum Nachdenken anregt!
Die Teilnehmer der Workshops diskutierten angeregt über den Umgang mit KI und überlegten, wie man diese Technologie sinnvoll in die politische Bildung integrieren kann. Wichtige Fragen kamen auf: Welche Kompetenzen brauchen Fachkräfte? Und wie erreicht man junge Menschen am besten? Die Ansätze, die dort entwickelt wurden, sind vielfältig und reichen von der kritischen Reflexion über den Umgang mit KI bis hin zur Beobachtung ihrer Auswirkungen auf Lernen und Gesellschaft.
Die Herausforderung für unsere Demokratie
Die Entwicklungen im Bereich der KI bringen nicht nur neue Chancen, sondern auch Herausforderungen mit sich. Disruptive Veränderungen, die das gesellschaftliche Handeln revolutionieren können, sind an der Tagesordnung. Seit der Einführung von ChatGPT Ende 2022 sind die Diskussionen über Manipulation und Desinformation in der Politik erst richtig in Fahrt gekommen. KI kann die Strukturen und Dynamiken demokratischer Öffentlichkeit beeinflussen und birgt das Risiko der Erhöhung von Desinformation durch Deep Fakes. Zudem steht die Frage im Raum, wie wir die politische Entscheidungsfindung gestalten können, ohne die Kontrolle zu verlieren.
Eine demokratisch sensible Regulierung von KI ist unerlässlich, um die öffentlichen Interessen und die demokratischen Rechte zu schützen. Das Potenzial ist riesig, aber wir müssen auch die Risiken im Auge behalten. Denn die Integration von KI in den Alltag könnte auch zu einer Depolitisierung führen, wenn sich die Politik zu sehr an messbarem Verhalten der Bürger orientiert.