Heute ist der 12.05.2026, und wir blicken auf eine bewegte Zeit für die Sprachbildung in der Ostschweiz. Rund 65 Jugendliche nahmen an der 53. Jugendsession des Jugendparlaments der Kantone St.Gallen, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden teil. Ein Thema, das die Gemüter erhitzte: die Zukunft des Frühfranzösisch im Fremdsprachenunterricht. Die jungen Stimmen forderten lautstark, das Frühfranzösisch beizubehalten, und begründeten dies mit der Bedeutung der Landessprachen für den nationalen Zusammenhalt und das gegenseitige Verständnis in der Schweiz. Man könnte sagen, ein echter Aufruf nach mehr Verbindung in einer Welt, die oft von Trennung geprägt ist.
Die Jugendlichen möchten eine Neuausrichtung des Unterrichts, weg von der trockenen Grammatik hin zur lebendigen Alltagssprache. Gespräche, praktische Anwendung und vielleicht sogar Sprachaufenthalte sowie Austauschprojekte könnten den Unterricht auflockern. Und ja, Englisch soll auch weiterhin die Nummer eins unter den Fremdsprachen bleiben. Man kann sich vorstellen, dass sich die Jugendlichen in Kleingruppen über ihre Alltagserfahrungen austauschen und dabei nicht nur ihre Sprachkenntnisse, sondern auch ihre sozialen Kompetenzen stärken.
Politische Entwicklungen und Widerstand
Doch während die Jugendlichen für ihre Anliegen eintreten, tun sich in den Kantonsparlamenten dunkle Wolken auf. St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden haben beschlossen, den Französischunterricht an der Primarstufe abzuschaffen und erst auf die Oberstufe zu verschieben. Begründet wird dies mit der Überforderung vieler Kinder durch den frühen Französischunterricht und der Notwendigkeit, Grundkompetenzen in Deutsch und Mathematik zu stärken. Appenzell Innerrhoden hat bereits 2001 diesen Schritt gewagt und unterrichtet Französisch erst auf der Oberstufe.
Der Thurgauer Grosse Rat hat am 1. April 2026 eine Motion zur Abschaffung des Französischunterrichts an der Primarschule gutgeheißen. Mit 71 Ja- zu 48 Nein-Stimmen hat sich eine klare Mehrheit für diesen Schritt ausgesprochen. Die Argumentation der Motionäre? Der Französischunterricht in der Primarstufe sei wenig erfolgreich, und Lehrpersonen kritisieren die Oberflächlichkeit der Themen. Ein Schlag ins Gesicht für all jene, die an die Bedeutung der Landessprache glauben, wie die Bildungsdirektorin Denise Neuweiler (SVP) unterstrich.
Die Stimme der Jugend
Inmitten all dieser politischen Turbulenzen haben die Jugendlichen klare Forderungen formuliert. Sie wünschen sich mehr Durchlässigkeit in der Oberstufe, eine Aufweichung der strikten Einteilung in Sekundar- und Realschule sowie eine individuelle Förderung in Mathematik und Deutsch durch Niveauklassen. Auch die politische Bildung und die Prävention von Extremismus wurden thematisiert. Lehrpersonen sollen sensibilisiert werden, um die Schüler besser auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten.
Ein weiterer interessanter Punkt: Die Jugendlichen fordern Projekte mit der Industrie ab der Oberstufe, um die Schüler besser auf die Arbeitswelt mit künstlicher Intelligenz vorzubereiten. Das zeugt von einem zukunftsorientierten Denken, das man sich nur wünschen kann. Die Forderungen der Jugendlichen werden an die zuständigen Stellen der Kantone weitergeleitet, und die nächste Jugendsession findet am 21. November in St.Gallen statt. Es bleibt spannend, wie sich die Situation entwickeln wird!