Heute ist der 3. Mai 2026, und die Sonne scheint über Appenzell Ausserrhoden. Ein perfekter Tag, um das Museum in Herisau zu besuchen, wo die neue Sonderausstellung mit dem Titel «Vom Tafelbild zum Touchscreen» eröffnet wurde. Thomas Fuchs, der Kurator, hat sich richtig ins Zeug gelegt, um uns auf eine Zeitreise durch die Bildungslandschaft zu entführen. Eine Besucherin äußerte sich humorvoll über ein Lehrmittel aus den Fünfzigerjahren – man könnte beinahe meinen, die guten alten Zeiten wären nie vergangen!

Die Ausstellung lässt uns in die Welt eintauchen, in der Bildung um 1800 ein kostbares Gut war. Damals wurde die kantonale Schulordnung von 1805 eingeführt, die den Grundstein für die Entwicklung der Volksschule legte. Wer hätte gedacht, dass wir heute von Touchscreens und digitalen Lernmethoden sprechen, während die alten Lehrmethoden mit handgefertigten Tafelbildern und der Umklapptechnik der Wandtafel so viel Charme versprühen? Hier wird Geschichte lebendig!

Ein Blick zurück in die Schulgeschichte

In der Ausstellung finden sich nicht nur historische Erklärungen, sondern auch lebendige Objekte, Bilder und Dokumente, die die Veränderungen im Bildungswesen dokumentieren. Ein echtes Highlight ist die älteste Examensschrift im Museum: «Von mir geschrieben Lisabeth Kollere Jn Teuffen 1711». Das macht einen doch irgendwie nachdenklich. Und dass wir sogar eine Rechenaufgabe aus dem Jahr 1831 präsentiert bekommen, lädt dazu ein, sich zu fragen, wie die Schüler von damals sich geschlagen haben – und ob sie auch schon mit den gleichen Herausforderungen kämpfen mussten wie heute.

Besonders spannend sind die Zeitzeugenberichte, die die Ausstellung auflockern. So hören wir Stimmen von Bundesrat Hans-Rudolf Merz und sogar von einem siebenjährigen Interviewpartner. Kindliche Naivität und politische Perspektive – ein erfrischender Mix, der uns zeigt, wie vielschichtig das Thema Bildung ist. Und wenn man die Schulalltagserfahrungen betrachtet, die für viele Menschen prägende Erinnerungen sind, wird einem bewusst, dass die Schule mehr ist als nur ein Ort des Lernens. Sie ist ein Teil unserer Identität!

Ein Fest der Bildung und Kultur

Die Eröffnungszeremonie fand in der reformierten Kirche statt, musikalisch untermalt und begleitet von Lesungen von Erziehungswissenschaftlern. Diese Lesungen geben Einblicke in das Leben von Hermann Krüsi, dem Gründer des ersten ausserrhodischen Lehrerseminars in Gais. Ein ehrwürdiger Mann, der viel für die Bildung in dieser Region geleistet hat. Ingrid Brühwiler, die Präsidentin des Trägervereins des Museums, dankte den Unterstützern der Ausstellung, und Regierungsrätin Susann Metzger betonte, wie wichtig Bildung und Kultur für die Gesellschaft sind. Man merkt, hier steckt Herzblut drin!

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Ausstellung läuft bis zum 22. November und thematisiert nicht nur pädagogische Methoden und Unterrichtsformen, sondern auch soziale Umbrüche. Sie ist ein Spiegelbild der Gesellschaft, in der wir leben. Die Schule wird als Ausdruck dieser Veränderungen betrachtet, und das ist es, was die Ausstellung so spannend macht. Ein Begleitbuch und verschiedene Veranstaltungen runden das Erlebnis ab und laden die Besucher dazu ein, alte Schreibtechniken selbst auszuprobieren. Wer hätte gedacht, dass man beim Schreiben mit Feder und Tinte so viel Freude haben kann?

Bildung im Wandel der Zeit

Es ist faszinierend zu sehen, wie Bildungssysteme geprägt sind von Kontinuität und Wandel. Bildung reflektiert gesellschaftliche, wirtschaftliche, kulturelle und politische Kontexte. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Systeme weiterentwickelt – und das nicht ohne Grund. Die Schule hat den Auftrag, Kultur zu überliefern und auf gesellschaftliche Veränderungen vorzubereiten. Man könnte sagen, dass die Schule als „Problemlöseagentur“ fungiert – sie bereitet uns auf die Herausforderungen des Lebens vor.

Auch der Einfluss des Bundesstaates auf die Bildungssysteme wird zunehmend betrachtet. In der Schweiz bleibt der Bildungsföderalismus bestehen, auch wenn er sich kontinuierlich transformiert. Themen wie Genderfragen und das Verhältnis zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden werden behandelt. Das ist alles andere als langweilig; es zeigt uns, wie lebendig und dynamisch das Bildungssystem ist.

Die Ausstellung «Vom Tafelbild zum Touchscreen» ist nicht nur eine Zeitreise durch die Geschichte der Bildung, sondern auch ein Aufruf, über die eigene Schulzeit nachzudenken. Die Erinnerungen, die wir mitnehmen, sind unbezahlbar und zeigen uns, wie vielschichtig das Thema Bildung wirklich ist. Ein Besuch lohnt sich also auf jeden Fall!