In Appenzell Ausserrhoden stehen die Zeichen auf Veränderung. Der Gewerbeverband plant, die Herausforderungen, die durch ein schwieriges geopolitisches Umfeld entstehen, aktiv anzugehen. Verbandspräsident Christof Chapuis macht deutlich, dass der Margendruck in der Bauwirtschaft nicht einfach so hingenommen werden kann. Besonders auf Ebene des Kantonsrates will der Verband gegen die dichte Regulierung im Bauwesen vorgehen. Immerhin schloss die Rechnung 2025 mit einem Vorschlag von 384 Franken und einer schwarzen Null ab, was Hoffnung auf eine positive Entwicklung gibt.

In den Gremien des Gewerbeverbands kam es zu personellen Veränderungen. Roger Hasler hat nach sieben Jahren als Bankenvertreter den Ausschuss und Gesamtvorstand verlassen. Sein Nachfolger Marc Gossner wird nun auch im Ausschuss für frischen Wind sorgen. Auch Werner Hohl schied aus, während Roman Sturzenegger neu in den Vorstand gewählt wurde. Manuel Bänziger und Patrick Eugster übernehmen ebenfalls neue Funktionen, was die Dynamik innerhalb des Verbands weiter anheizt.

Geopolitische Spannungen und ihre Auswirkungen

Die geopolitischen Spannungen, insbesondere zwischen den USA und der VR China, werfen einen Schatten über die wirtschaftlichen Aussichten. Diese Spannungen sind eine Folge der kapitalistischen Konkurrenz und haben eine Tendenz zur Grenzüberschreitung sowie zur nationalen Mobilisierung gesellschaftlicher Kräfte. Die Herausforderungen, die sich aus China’s technologischem Aufholen ergeben, stellen nicht nur eine Bedrohung für die USA, sondern auch für die deutsche Wirtschaft dar. Die USA reagieren mit einer Strategie des De-risking der Lieferketten, was möglicherweise auch die Bauten in der Schweiz beeinflussen könnte.

Die niedrige Quote gymnasialer Maturitätsabschlüsse, wie von Regierungsrätin Susann Metzger angesprochen, lässt dem Gewerbe in der Region Spielraum, um auf diese Herausforderungen zu reagieren. BBZ-Rektor Hanspeter Schläpfer betonte zudem, dass EFZ-Abgänger ohne Berufsmatur durch BM2 Vorteile sowohl für Studierende als auch für Arbeitgeber bieten können. Dies könnte in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit von besonderer Bedeutung sein.

Der Druck auf die Bauindustrie

Die Bauindustrie steht unter einem enormen Druck, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und sich den Herausforderungen anzupassen. Laut aktuellen Umfragen erwarten 70 Prozent der Unternehmen, dass sich durch Krisen neue Geschäftsfelder entwickeln werden. Eine Neuausrichtung des Geschäfts wird von 60 Prozent der Befragten angestrebt. Dennoch klafft eine große Lücke zwischen den theoretischen Möglichkeiten der Digitalisierung und den praktischen Fähigkeiten der Unternehmen. Bei IoT-Lösungen auf Baustellen sehen 62 Prozent große Chancen, doch nur 10 Prozent fühlen sich gut gerüstet.

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Diese Diskrepanz zwischen Potenzial und Fähigkeiten betrifft auch neue Technologien wie Visualisierungs-, Simulations- und KI-Technologien. Trotz der vielversprechenden Entwicklungen im Bereich Building Information Modeling (BIM) ist in den letzten Jahren kein Anstieg des Mehrwerts oder der Kompetenzen zu verzeichnen. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass Unternehmen nicht nur auf neue Technologien setzen, sondern auch die notwendigen Fähigkeiten erwerben, um diese effektiv zu nutzen.

Angesichts all dieser Herausforderungen ist es umso wichtiger, den europäischen Zusammenhalt zu stärken. Nur gemeinsam können die vielfältigen Herausforderungen bewältigt werden, die sich aus geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Umbrüchen ergeben. Das Gewerbe in Appenzell Ausserrhoden hat die Chance, eine Vorreiterrolle einzunehmen, um diese Herausforderungen aktiv anzugehen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen.