Am Sonntag nach der Landsgemeinde ist es wieder so weit: In Appenzell Innerrhoden finden die Bezirksgemeinden statt. In diesen Tagen werden in den fünf Bezirken Appenzell, Schwende-Rüte, Schlatt-Haslen, Gonten und Oberegg zahlreiche wichtige Ämter neu besetzt. Dabei wird nicht nur gewählt, sondern auch über bedeutende Sachgeschäfte abgestimmt, die die zukünftige Entwicklung der Region prägen werden.
Im Bezirk Appenzell steht die Wahl eines neuen Hauptmanns im Vordergrund, da Markus Koster seinen Rücktritt bekannt gegeben hat. Albert Fritsche wurde als einziger offizieller Kandidat von der Arbeitnehmendenvereinigung Appenzell (AVA) sowie dem Kantonalen Gewerbeverband (KGV) empfohlen. Außerdem sind im Grossen Rat zwei Sitze vakant; Remo Broger und Stefanie Nägeli-Raschle (KGV) sowie Abdil Saliu (AVA) wollen sich um diese Plätze bewerben. Auf der Agenda stehen auch verschiedene Sachgeschäfte, darunter die Revision des Bezirksreglements zur Einführung eines Stimmrechtsausweises und eine Anfrage zur Beibehaltung des Steuerfusses von 16 Punkten.
Wahlen und Abstimmungen in den Bezirken
Im Bezirk Schwende-Rüte werden drei Ersatzwahlen für den Bezirksrat durchgeführt. Thomas Fässler ist für einen der Sitze vorgeschlagen. Zudem sind im Grossen Rat zwei Sitze frei, für die Caroline Sonderer (KGV), Katrin Inauen (AVA) und Brigitte Koster (Bauernverband) kandidieren. Eine wichtige Abstimmung betrifft den Verkauf der Parzelle 1707.R an die Schulgemeinde Steinegg für eine Million Franken. Der Steuerfuss bleibt hier bei 18 Prozent.
Für den Bezirk Gonten steht die Bezirksgemeinde am Sonntag um 13 Uhr auf dem Programm. Hier wird ein Vorschlag zur Senkung des Steuerfusses um drei Prozentpunkte auf 18 Prozent diskutiert. Zudem gibt es eine Ersatzwahl im Bezirksrat, bei der Michael Koller (KGV) und Meinrad Signer (AVA) gegeneinander antreten.
Im Bezirk Schlatt-Haslen findet die Bezirksgemeinde um 13 Uhr in der Pfarrkirche Maria Hilf statt. Hier wird Bruno Schläpfer als Nachfolger für Albert Broger empfohlen. Der Steuerfuss soll bei 20 Prozent bleiben, und es stehen eine Zonenplanrevision sowie eine Totalrevision des Wasserversorgungsreglements auf der Agenda.
Im Bezirk Oberegg gibt es keine Bezirksgemeinde, stattdessen wird an der Urne gewählt. Nach dem Rücktritt von Matthias Rhiner steht die Wahl eines neuen Grossrats an. Lukas Walser (Handwerker- und Gewerbeverein) und Fabian Ulmann (Arbeitnehmer-Vereinigung) sind die Kandidaten. Außerdem wird die Rechnung 2025 durch den Bezirksrat genehmigt, die jedoch dem fakultativen Referendum bis zum 23. Mai unterliegt.
Beteiligung und Verfahren
Die Stimmberechtigten erhalten ihre Abstimmungsmaterialien spätestens drei Wochen vor dem Termin. Sollte jemand kein Material erhalten, wird geraten, sich bis zwei Wochen vor der Abstimmung bei der Ratskanzlei Appenzell oder der Bezirkskanzlei Oberegg zu melden. Die Briefliche Stimmabgabe ist ebenfalls möglich und kann kostenlos per Post bis zum Dienstag vor der Abstimmung erfolgen. Dabei müssen die ausgefüllten Stimmzettel in ein neutrales C6-Couvert gelegt werden, das zusammen mit dem unterzeichneten Stimmrechtsausweis in ein Fenstercouvert gesteckt wird.
Bei der Abstimmung an der Urne ist die persönliche Übergabe des Stimmrechtsausweises und des Stimmzettels notwendig, wobei eine Vertretung durch eine im gleichen Bezirk stimmberechtigte Person möglich ist. Informationen zu den Standorten und Öffnungszeiten der Abstimmungsurnen werden im Volksfreund veröffentlicht, und die Standorte sind in den Bezirken Appenzell, Schwende-Rüte, Schlatt-Haslen, Gonten und Oberegg gut bekannt.
Die Bezirksgemeinden sind somit nicht nur ein Ort der politischen Mitbestimmung, sondern auch eine hervorragende Gelegenheit, um sich aktiv in die Gestaltung der eigenen Gemeinde einzubringen. Es bleibt spannend, welche Entscheidungen hier getroffen werden und wie sie die Zukunft des Appenzeller Landes beeinflussen werden.