Heute ist der 8.06.2026 und ich sitze hier in Appenzell Ausserrhoden und frage mich, wie es um die Bildung in unserer schönen Schweiz steht. Ein aktueller Blick auf die Maturitätsquote lässt mich aufhorchen. Mit nur 42,9 Prozent im ganzen Land ist das schon eine Hausnummer, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte. Besonders auffällig ist die Situation in der Ostschweiz, wo einige Kantone wie Appenzell Ausserrhoden mit 33,1 Prozent oder Thurgau mit 34,4 Prozent weit hinter dem nationalen Durchschnitt zurückbleiben. Hier gibt es offensichtlich großen Handlungsbedarf.
Regionale Unterschiede sind nicht nur eine schöne Umschreibung für „Da läuft was schief“. Im Toggenburg und in bestimmten Gemeinden des Thurgaus haben weniger als 30 Prozent der Jugendlichen bis 25 Jahren eine gymnasiale Matura oder eine Berufs-/Fachmatura. In Rorschach und St. Margrethen sieht es mit 22 Prozent noch düsterer aus. Irgendwie erschreckend, oder? Umso ermutigender ist die Tatsache, dass in den bevorzugten Wohnlagen von St. Gallen wie den Quartieren Rosenberg und Rotmonten 64 Prozent der 25-Jährigen einen Maturitätsabschluss vorweisen können. Das zeigt, dass der Wohnort einen entscheidenden Einfluss auf die Bildungschancen hat.
Ein Blick auf die Abschlussquote
Und während wir darüber sprechen, wie viele Jugendliche eine Maturität ablegen, sollten wir auch die Abschlussquote der Sekundarstufe II in der Ostschweiz nicht außer Acht lassen. Diese Werte sind bemerkenswert. Appenzell Innerrhoden führt mit 97,1 Prozent – das ist der höchste Wert in der ganzen Schweiz! Und auch Appenzell Ausserrhoden (93,9 Prozent) und St. Gallen (93,1 Prozent) sind über dem nationalen Schnitt von 91,7 Prozent. Das lässt hoffen, dass die Schulbildung in der Region nicht völlig auf der Strecke bleibt.
Die tiefen Maturitätsquoten in städtischen Gebieten, die das Bundesamt für Statistik (BFS) auf komplexe soziale Strukturen und einen hohen Anteil fremdsprachiger Schüler zurückführt, werfen jedoch Fragen auf. Wo bleibt die Chancengleichheit? Es scheint, als ob die sozialen Rahmenbedingungen hier einen entscheidenden Einfluss haben. Und das ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht der Bildungsanstrengungen, sondern auch eine Herausforderung für unsere Gesellschaft insgesamt.
Ein umfassender Bildungsbericht
Ein Lichtblick könnte der Bildungsbericht Schweiz 2026 sein, der am 23. März veröffentlicht wurde. Seit 20 Jahren wird dieser Bericht erstellt und bietet umfassende Daten und Erkenntnisse zum Bildungssystem in der Schweiz. Er betrachtet alle Bildungsstufen und -typen, vom Kindergarten bis zur Weiterbildung. Das Ziel ist klar: Effektivität, Effizienz und Equity – also Gerechtigkeit – in der Bildung zu fördern. Es wird spannend sein zu sehen, wie dieser Bericht die Diskussion über die Bildungslandschaft in der Schweiz anstoßen wird und ob er als Grundlage für die Entwicklung neuer, gemeinsamer bildungspolitischer Ziele dienen kann.
Der Bericht ist nicht nur eine Ansammlung von Zahlen, sondern auch ein Kompass für Bund und Kantone, um das Bildungswesen gezielt zu steuern. In einer Zeit, in der die Welt sich ständig verändert, ist es wichtiger denn je, dass wir uns diesen Herausforderungen stellen und gemeinsam Lösungen finden.
Für alle, die sich tiefer in die Materie einarbeiten möchten, gibt es den Bericht kostenlos online oder als Buch. Allerdings, ein kleiner Wermutstropfen: Das PDF-Dokument erfüllt nicht ganz die Anforderungen an digitale Barrierefreiheit. Aber hey, auch das ist ein Punkt, den wir nicht ignorieren sollten.