Es war ein unschöner Anblick, als Rektor Paul Zübli am Dienstag die Kantonsschule Wettingen betrat. Ein Einbruch und Vandalismus hatten die Schule in ein Trümmerfeld verwandelt. Anstatt fröhlicher Schülerstreiche zum Schulabschluss bot sich ihm ein Bild der Zerstörung: Kunstwerke beschädigt, Bücher verstreut auf dem Boden und sogar auf dem Ziegeldach des ehemaligen Klostergangs. Ein Wandkunstwerk der Künstlerin Klodin Erb war mit Schmierereien überzogen. Die Schäden, die hier angerichtet wurden, erwecken nicht nur den Anschein von jugendlichem Leichtsinn, sondern lassen auf eine tiefere Problematik schließen.

Der Vorfall erinnert an eine ähnliche, alarmierende Situation, die sich Mitte Mai ereignete. Damals stürmten rund 50 vermummte Personen während der Schulabschlussfeier, auch bekannt als die Uslütete, das Gelände. Schüler wurden mit Essig bespritzt, mit Mehlsäcken und Wasser beworfen, und es wurde Feuerwerk gezündet. Ein wahrlich chaotisches Szenario! Rektor Zübli stellte schnell fest, dass die meisten dieser Beteiligten Schüler der benachbarten Kantonsschule Baden waren. Rektor Daniel Franz von der Kantonsschule Baden bestätigte, dass viele der Identifizierten tatsächlich Schüler seiner Schule sind. Hier wird deutlich, dass es nicht nur um einen Einzelfall geht, sondern um ein Muster, das sich abzeichnet.

Kriminalität oder jugendlicher Leichtsinn?

Die Kantonspolizei Aargau ist sich einig, dass ein Zusammenhang zwischen den Vorfällen besteht. Mediensprecher Bernhard Graser beschreibt die Situation als Ausdruck von „krimineller Energie“ – und das ist nicht einfach nur ein euphemistischer Ausdruck. Die Polizei wird nun Ermittlungen einleiten und prüfen, welche strafrechtlichen Konsequenzen die Beteiligten erwartet. Es ist schwer zu fassen, dass solche Taten aus einer vermeintlichen Feierlaune heraus entstehen. Lucius Hartmann vom Verein Schweizerischer Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer bezeichnet die Vorfälle als seltene Ausnahmesituation. Doch was steckt wirklich hinter diesen Taten? Sind es die sozialen Medien, die den Druck erhöhen, oder ist es einfach ein Ausdruck von Frustration?

Solche Situationen sind nicht nur in Wettingen ein Thema. Laut den Statistiken des Bundesamtes für Statistik gibt es in der Schweiz einen besorgniserregenden Trend zu zunehmenden Jugenddelikten. Die Frage, die sich hier aufdrängt, ist, wie wir als Gesellschaft darauf reagieren. Weitere Informationen finden Sie auf bfs.admin.ch.