In der Schweiz steht ein gewaltiger Wandel bevor. Ab dem 1. Januar 2025 wird das Klimaschutzgesetz (KlG) in Kraft treten. Ein Datum, das für viele Unternehmen, insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Aargau, weitreichende Konsequenzen hat. Bis zum Jahr 2050 müssen alle Firmen hierzulande netto null Treibhausgasemissionen erreichen. Das ist eine Mammutaufgabe, die nicht nur Zahlen auf einem Blatt Papier sind, sondern tatsächlich tief in die Struktur dieser Unternehmen eingreifen wird. Die Aargauer KMU müssen sowohl ihre direkten (Scope 1) als auch indirekten Emissionen (Scope 2) bilanzieren. Und das ist erst der Anfang – die Emissionen entlang der gesamten Lieferkette (Scope 3) müssen ebenfalls betrachtet werden, wenn sie Finanzhilfen beantragen möchten. Eine echte Herausforderung, könnte man sagen.
Um den Firmen den Weg zu ebnen, fand am 22. Mai 2025 in Aarau die Veranstaltung „Klimaschutz meistern: Erfolgsstrategien und Chancen für KMU“ statt. Organisiert von den kantonalen Fachstellen für Nachhaltigkeit und Klima sowie der Aargauer Kantonalbank, bot die Veranstaltung wertvolle Einblicke in die gesetzlichen Vorgaben und praxisnahe Lösungen zur Klimabilanzierung. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, darüber zu diskutieren, wie sie Stolpersteine überwinden und gleichzeitig die Chancen, die sich aus der Auseinandersetzung mit dem eigenen Treibhausgasausstoß ergeben, nutzen können. Unterstützung kam auch von der Energieagentur der Wirtschaft (EnAW) und anderen Experten. Drei Unternehmen aus der Region, darunter die Dreier AG, die Zweifel Chips & Snacks AG und die Hülsenfabrik Lenzhard, präsentierten ihre individuellen Ansätze zur Erreichung von Netto-Null. Ehrlich gesagt, das war schon ziemlich inspirierend!
Die Herausforderungen von heute für eine grüne Zukunft
Ein Blick über die Grenze zeigt, dass auch andere Länder wie Deutschland ihre Klimaziele verschärfen. Das Bundesverfassungsgericht hat am 18. August 2021 die erste Änderung des Bundes-Klimaschutzgesetzes (KSG) beschlossen, mit dem Ziel, bis 2030 mindestens 65 % der Treibhausgase im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Bis 2045 soll Netto-Treibhausgasneutralität erreicht werden. Das klingt nach einem ambitionierten Plan und erfordert klare Maßnahmen in verschiedenen Sektoren: von der Energiewirtschaft über die Industrie bis hin zur Landwirtschaft. Sozusagen ein Gesamtkunstwerk, bei dem jeder Strich zählt. Die Landwirtschaft könnte sogar Restemissionen aus anderen Sektoren kompensieren – eine interessante Perspektive, nicht wahr?
In der Schweiz angekommen, wird klar, dass das Klima- und Innovationsgesetz sowie das CO2-Gesetz die Grundlage für die nationalen Maßnahmen bilden. Das Bundesamt für Umwelt hat die Aufgabe, die Schweizer Klimapolitik zu koordinieren und die Umsetzung der Klimaschutz-Instrumente voranzutreiben. Die Ziele sind ehrgeizig: Die Treibhausgasemissionen sollen bis 2050 auf netto null reduziert werden. Das ist nicht nur ein Ziel, sondern auch eine Notwendigkeit, um die Folgen des Klimawandels zu bekämpfen, die sich in Form von zunehmender Hitze, intensiveren Trockenperioden und häufigeren Starkniederschlägen zeigen.
Ein gemeinsamer Weg zu Netto-Null
Am Ende des Tages liegt es an uns allen – und besonders an den Unternehmen – diesen Weg zu gehen. Die Herausforderungen sind gewaltig, aber die Chancen, die sich aus einem bewussteren Umgang mit unseren Ressourcen ergeben, sind es ebenso. Das Klima verlangt nach Lösungen, und die Aargauer KMU sind gefordert, sich diesen Herausforderungen zu stellen und proaktiv zu handeln. Es wird Zeit, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen, die Welt ein bisschen besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben. Und ganz ehrlich, wer möchte schon in einer Welt leben, die von der Hitze der Vergangenheit überhitzt wird?