Heute ist der 24. Mai 2026, und während sich in Aargau der Alltag seinen gewohnten Gang geht, brodelt es ordentlich in der politischen Szene. Am 22. Mai hat die GLP Aargau ihre Mitgliederversammlung abgehalten. Ein wichtiges Treffen, in dem die Weichen für die kommenden Abstimmungen am 14. Juni gestellt wurden. Den Vorsitz hat Philippe Kühni, der ohne großes Aufheben wiedergewählt wurde. Er ist auch im Nominations-Team für die Regierungsrats-Ersatzwahl, die im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Stephan Attiger (FDP) steht.
Das öffentliche Interesse richtet sich vor allem auf das gigantische Verkehrsprojekt „Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr“ – kurz Veras. Mit einem Verpflichtungskredit von 384 Millionen Franken, das ist eine ordentliche Summe, soll die Region Suhr von ihren Verkehrsproblemen befreit werden. Immerhin rollt hier täglich über 20.000 Fahrzeuge – das ist mehr als am Gotthard! Staus, besonders an Bahnübergängen, sind an der Tagesordnung, was nicht nur Autofahrer zur Verzweiflung bringt.
Ein Projekt mit vielen Gesichtern
Die GLP hat sich im Grossen Rat für ein Behördenreferendum ausgesprochen, das jedoch mit 37 Ja- zu 98 Nein-Stimmen abgelehnt wurde. Trotz interner Diskussionen, die den Handlungsbedarf in Gränichen und Suhr anerkannten, hat die Partei beschlossen, bei Veras eine Stimmfreigabe zu erteilen. Gian von Planta, GLP-Grossrat, kämpfte gegen das Projekt, sieht aber den Nutzen einer Entlastung für die Region. Die geplanten Maßnahmen umfassen knapp fünf Kilometer neue Straßen, einen Tunnel, eine neue Brücke über die Wyna und mehrere Straßenüberführungen. Das Ziel? Durchgangsverkehr reduzieren und eine bessere Anbindung an die Autobahn A1 sowie Aarau schaffen.
Die Meinungen über Veras sind gespalten. Während eine breite Koalition aus SVP, FDP, Mitte, EVP und dem Aargauischen Gewerbeverband das Projekt unterstützt, sind die Grünen, die Grünliberalen und der VCS skeptisch. Sie fürchten, dass damit nur Symptome bekämpft werden und der Verkehr noch weiter zunimmt. Komischerweise haben einige Bezirksparteien von Grünen, GLP und SP ihre Unterstützung für das Projekt signalisiert, was die Sache nicht einfacher macht. Und während die Diskussionen weitergehen, hat die GLP Aargau bereits die Nein-Parole zur Volksinitiative „Keine 10-Millionen-Schweiz!“ beschlossen und sich gegen die Änderung des Zivildienstgesetzes ausgesprochen.
Ein Blick in die Zukunft
Für die Nachfolge von Attiger wird bis Ende Mai ein Kandidat gesucht. Das Nominations-Team, das aus Kühni, Beat Flach und Gabriela Kissling besteht, ist auf der Suche nach frischem Wind. Manuela Ernst hat jedoch bereits ausgeschlossen, sich für die Wahl zu bewerben. Gleichzeitig läuft ein Austausch mit Mitte-Links-Parteien, um eine mögliche gemeinsame Kandidatur zu klären. Die GLP Aargau hat zudem das Ziel, ihre beiden Nationalratssitze bei den Wahlen 2027 zu verteidigen – das wird ein spannendes Rennen, keine Frage!
Am 14. Juni wird nicht nur über das Veras-Projekt abgestimmt, sondern auch über die Volksinitiative „Bildungsqualität sichern – Jetzt!“. Diese Initiative zielt darauf ab, die Qualität der Schulen in der Verfassung zu verankern. Der Regierungsrat und die bürgerliche Mehrheit warnen jedoch vor möglichen Mehrkosten und lehnen die Initiative ab. Es bleibt also abzuwarten, wie die Bürgerinnen und Bürger von Aargau entscheiden werden.