Der Klang des Abschieds: Militärmusik verlässt Aarau und sucht neue Wege in Bern
Heute ist der 1.07.2026 und die Meldung schlägt ein wie ein Paukenschlag: Die Schweizer Militärmusik wird 2032 von Aarau nach Bern umziehen. Über 115 Jahre Tradition auf dem Waffenplatz Aarau, die bald Geschichte sein wird. Man kommt ins Grübeln, wenn man sich vorstellt, wie viele Klänge, Auftritte und Erinnerungen an diesen Ort gebunden sind. Die erste Rekrutenschule für Militärtrompeter begann dort 1914. Es ist fast so, als würde man die Melodien der Vergangenheit einfach in einen Koffer packen und nach Bern schicken.
So emotional der Abschied auch ist, es gibt auch Lichtblicke. 2030 wird Aarau Kulturhauptstadt der Schweiz! Ein Hoch auf die Kultur, die hier blüht und gedeiht! Doch der Umzug der Militärmusik wird als Verlust für die musikalische Kultur in Aarau wahrgenommen. Der Kommandant Oberst Aldo Werlen hat es treffend formuliert: Der Abschied von Aarau ist nicht nur ein Verlust, sondern auch ein tiefes Gefühl von Wehmut. Der Waffenplatz hat in den letzten Jahren bereits an militärischer Bedeutung verloren – die Kavallerie wurde 1972 aufgelöst und die Infanterie zog 2017 ab. Jetzt wird es stiller.
Ein neuer Anfang in Bern
Ab 2032 wird das Kompetenzzentrum Militärmusik somit vollständig in die Kaserne Bern verlegt. Der Hauptgrund für diesen Umzug? Die Hochschule der Künste Bern übernimmt die frei werdenden Räumlichkeiten. Ein bisschen wie ein Neuanfang, aber für viele Aarauer auch ein schmerzhafter Abschied. Das Kasernenareal in Aarau muss sich neuen Nutzungen öffnen, was Bürgermeister Hanspeter Hilfiker als Chance für Entwicklungen im Ostbereich sieht. Irgendwie spannend, oder? Es tut sich etwas, auch wenn die militärische Nutzung wegfällt. Proberäume sollen weiterhin von der Argovia Philharmonic, der Stadtmusik Aarau und anderen Vereinen genutzt werden. Das ist ein kleiner Trost inmitten der Veränderungen.
Die Schweizer Militärmusik hat jährlich rund 330 Auftritte im In- und Ausland. Das sind jede Menge Klänge, die nun in Bern erschallen werden. Man fragt sich, wie die Stadt mit diesem kulturellen Erbe umgeht und ob die Aarauer noch lange von den Erinnerungen an die Militärmusik zehren können. Der gemeine Aarauer wird sich wohl an die vielen Konzerte und Anlässe erinnern, die die Stadt lebendig gemacht haben. Es war mehr als nur Musik; es war ein Teil der Identität.
Ein Verlust für die Gemeinschaft
Der Wegzug der Militärmusik wird in vielen Gesprächen und in den Herzen der Menschen nachhallen. Denn der Verlust von Traditionen, so schmerzlich er auch ist, hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu füllen sein wird. Man kann nur hoffen, dass Aarau diesen Wandel kreativ und positiv meistert. Vielleicht ist dies der Anstoß für neue kulturelle Initiativen, die frischen Wind in die Stadt bringen. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln und ob die Musik in Aarau weiterhin einen Platz finden wird.
Die kommenden Jahre werden entscheidend sein. In der Zwischenzeit bleibt uns nur, die Erinnerungen an die Militärmusik zu pflegen und die neue Ära in Aarau zu begrüßen. Ein Kapitel wird geschlossen, aber ein neues beginnt vielleicht mit ungeahnten Möglichkeiten – und das ist doch auch etwas, worauf man gespannt sein kann.
