Aargau auf zwei Rädern: Der Weg zu einem sicheren und modernen Velonetz
Es tut sich was im Aargau! Im Juni trafen sich die Gemeindevertreter der Mitgliedsgemeinden von aargauSüd regio in Unterkulm, um über die Zukunft des Velonetzes zu diskutieren. Ein Workshop, organisiert vom kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt, wurde zum Schauplatz einer lebhaften Auseinandersetzung über die Schwächen und Lücken im bestehenden Velowegnetz im Wynen- und Seetal. Elf der zwölf Mitgliedsgemeinden waren dabei – das spricht für ein reges Interesse an einer Verbesserung der Situation. Immerhin, wer möchte nicht sicher und bequem mit dem Velo zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen fahren?
Der Kanton Aargau hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten stark verändert. Die Bevölkerung wächst und mit ihr die Siedlungsgebiete. Das bedeutet natürlich auch, dass das Velonetz mitwachsen muss. Und das tut es jetzt. Die Überarbeitung erfolgt nicht nur aufgrund des neuen eidgenössischen Veloweggesetzes von 2023, sondern auch weil der Bedarf an direkten und attraktiven Verbindungen steigt. Emil Huber, der Vorsitzende der regionalen Kerngruppe, hat es treffend formuliert: Lokale Kenntnisse sind Gold wert, wenn es darum geht, die Bedürfnisse der Bevölkerung zu verstehen. Die Zunahme von E-Bikes und Lastenvelos verändert zudem die Anforderungen an die bestehenden Wege. Man will ja schließlich nicht mit dem E-Bike auf einem schmalen, unsicheren Weg unterwegs sein.
Der Weg zur Verbesserung
Die Diskussion im Workshop brachte einige Achsen ans Licht, die dringenden Verbesserungsbedarf aufweisen. Von Dürrenäsch über Seon nach Leutwil, das ist eine der kritischen Routen. Auch die Verbindung Teufenthal–Unterkulm–Oberkulm und Gontenschwil–Reinach stehen auf der Liste. Ehrlich gesagt, da kann man nur den Kopf schütteln. Und das gilt nicht nur für die genannten Verbindungen. Auch entlang des westlichen Hallwilerseeufers gibt es Lücken, die geschlossen werden müssen. Es ist klar, dass die Sicherheit der Velowege ein zentrales Anliegen ist. Die Bevölkerung hat höhere Erwartungen, und das ist auch gut so!
Der Kanton Aargau hat sich bereits mit einem Richtplan auf den Weg gemacht. Ab jetzt ist es wichtig, dass die Gemeinden aktiv in den Planungsprozess eingebunden bleiben. Vorschläge sollen bis 2027 vertieft und auf Machbarkeit überprüft werden – kein leichtes Unterfangen, aber notwendig. Politische Verfahren mit Vernehmlassung und Beschlüssen von Regierungs- und Grossem Rat werden folgen. Sichtbare Resultate auf den Straßen – das könnte frühestens 2030 der Fall sein. Aber das Warten könnte sich lohnen: Ziel ist es, bestehende Lücken im Wynental und Seetal zu schließen, um mehr Velofahrer zu motivieren. Ein echter Schritt in die richtige Richtung!
Die Zahlen sprechen Bände
Das Velonetz des Kantons Aargau umfasst derzeit stolze 976 Kilometer Alltagsstrecken und 411 Kilometer Freizeitrouten. Und das ist nicht alles. Der kantonale Richtplan sieht eine Weiterentwicklung des Velonetzes vor, um sowohl Alltags- als auch Freizeitbedürfnisse zu decken. Schließlich will man auch ein attraktives Mountainbike-Angebot schaffen. Das ist nicht nur für die sportlichen Radler wichtig, sondern auch für alle, die das Velo als zuverlässiges Verkehrsmittel nutzen möchten.
Die Planungsgrundsätze der Revision sind klar: Ein engmaschigeres Velonetz in dicht besiedelten Gebieten, eine umsetzungsorientierte Planung und eine angemessene Anbindung aller Aargauer Gemeinden an das kantonale Velonetz. Der Prozess wird von Herbst 2025 bis Ende 2028 laufen, und die Anpassung des kantonalen Richtplans ist für 2029 vorgesehen. Ein ambitionierter Zeitplan, der zeigt, dass der Kanton auf dem richtigen Weg ist, um den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.
Wie wichtig das ist, zeigt sich auch in den Verkaufszahlen: E-Bikes und S-Pedelecs machen mittlerweile 43% der Radverkäufe aus. Klar, dass da Handlungsbedarf besteht! Das Kantonale Verkehrsmodell Aargau (KVM-AG) wird als Planungsinstrument genutzt, um den Veloverkehr abzubilden. Eine studentische Projektarbeit untersucht noch, wie das Modell für zukünftige Fragestellungen optimiert werden kann. Schließlich wollen wir nicht nur in der Gegenwart, sondern auch in der Zukunft gut aufgestellt sein.
Und so bleibt zu hoffen, dass wir bald in den Genuss eines Velowegnetzes kommen, das nicht nur den heutigen, sondern auch den zukünftigen Anforderungen gerecht wird. Ein bisschen Geduld ist gefragt, aber die Vorfreude auf das, was kommt, ist ungemein groß. Daumen drücken!
