Heute ist der 22.06.2026 und in Zug gibt es einen bedeutenden Wechsel bei Siemens. Matthias Rebellius, der seit 36 Jahren ein Teil des Unternehmens ist, verlässt auf eigenen Wunsch die Bühne. Nach all diesen Jahren, in denen er vom Entwicklungsingenieur in Erlangen bis hin zum Vorstand der Sparte Smart Infrastructure aufgestiegen ist, hat er beschlossen, den Staffelstab weiterzugeben. Seine Nachfolge wird Peter Körte antreten, der bereits als Technologiechef im Vorstand tätig ist. Ein Schritt, der auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz überraschend kommt, aber dennoch für viele ein Schock sein dürfte.

Rebellius, der 2003 in die Schweiz zog und 2020 Doppelbürger wurde, hat in seiner Zeit bei Siemens viel erlebt. Unter anderem die Aufhebung des Mindestkurses des Frankens zum Euro im Jahr 2015, die ihn und das Unternehmen vor große Herausforderungen stellte. Doch trotz dieser Krisen hat die Sparte Smart Infrastructure unter seiner Führung ihren Profit gesteigert und sich zur größten und rentabelsten Einheit im Konzern entwickelt. Schon damals wusste Rebellius: Die Zukunft liegt in der digitalen Infrastruktur. „Wir müssen unsere Infrastruktur digitalisieren, um die Resilienz zu erhöhen und die CO2-Emissionen zu senken“, sagte er einmal und machte damit klar, wohin die Reise gehen sollte.

Die Herausforderungen der Zukunft

Die globalen Herausforderungen – seien es geopolitische Verschiebungen oder Störungen in den Lieferketten – haben den Fokus auf Resilienz geschärft. Laut dem Siemens Infrastructure Transition Monitor 2025, der 1.400 Führungskräfte aus 19 Ländern befragte, glauben 63 % der Länder, dass sie eine Strategie zur Dekarbonisierung benötigen. Ein bemerkenswerter Anstieg von 47 % im Jahr 2023! Die Prioritäten haben sich gewandelt: Während früher oft der Kostenfokus im Vordergrund stand, hat sich die Sichtweise verändert. Heute wird eine resiliente Energieversorgung als das Top-Prioritätsfeld in der Infrastruktur betrachtet.

Auf die Frage der Digitalisierung antworteten die befragten Führungskräfte fast einstimmig, dass sie diese für den Übergang zu einem netzunabhängigen Energiesystem als entscheidend ansehen. Es ist kein Geheimnis mehr, dass digitale Zwillinge und intelligente Softwarelösungen die Effizienz maximieren und den Energieverbrauch optimieren können. Wenn man bedenkt, dass 40 % des globalen Energieverbrauchs auf Gebäude entfallen, ist es nicht verwunderlich, dass 57 % der Befragten planen, in Energieeffizienz zu investieren.

Ein neuer Weg für Rebellius

Was macht ein Mann wie Rebellius nun nach dieser langen Karriere? Er möchte nicht als im Ruhestand bezeichnet werden. Stattdessen plant er, weiterhin aktiv zu arbeiten – vielleicht in Unternehmensmandaten oder sozialen Ämtern. Und wie klingt das? Spontane Fahrradtouren mit seinem Sohn, die Freiheit genießen und frische Luft schnappen, statt sich in den Büros der Konzernzentrale zu verschanzen. Das klingt nach einem wohlverdienten Kapitel, das er nun aufschlagen möchte.

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Unterdessen bleibt Siemens nicht stehen. Der Konzernchef Roland Busch hat große Pläne, die Transformation zu einer integrierten Technologiefirma voranzutreiben. Die Weichen sind gestellt, um auch in Zukunft an der Spitze der Innovationskraft zu stehen. Die neuen Herausforderungen, die die Welt uns präsentiert, sind gewaltig, und mit einer visionären Führung wird Siemens sicherlich auch weiterhin eine zentrale Rolle in der Gestaltung der digitalen Infrastruktur spielen.

Es bleibt spannend zu beobachten, wie die Veränderungen bei Siemens weitergehen und wie die nächsten Schritte von Peter Körte aussehen werden. Ein neues Kapitel hat begonnen, und die Reise ist noch lange nicht zu Ende.