Am 14. April 2026 ist es soweit: In Bern wird die Volksinitiative für eine Verwaltungsbremse von SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr und GLP-Nationalrat Martin Bäumle ins Leben gerufen. Ein Thema, das viele von uns beschäftigt – nicht nur in der Politik, sondern auch im Alltag. Die Verwaltung, diese oft als schwerfällig empfundene Institution, wächst und wächst. Wer hätte gedacht, dass das Phänomen, dass Verpflichtungen neue Verpflichtungen nach sich ziehen, nicht nur im Privatleben, sondern auch im Staate zu beobachten ist? Es ist fast so, als würde die Verwaltung ein Eigenleben führen, das sich selbst immer weiter aufbläht.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Seit der Jahrtausendwende ist die Beschäftigung in der öffentlichen Verwaltung um 49 Prozent gestiegen, während in der Gesamtbeschäftigung nur ein Anstieg von 35 Prozent zu verzeichnen ist. Das lässt uns die Frage stellen: Sind wir tatsächlich effizienter geworden, oder haben wir lediglich mehr Bürokratie geschaffen? Ein Blick auf die Personalkosten verrät, dass die Schweiz inflationsbereinigt 10 Prozent mehr für Verwaltungspersonal ausgibt als 2010. Ein echter finanzieller Brocken, der die öffentlichen Finanzen belastet.
Die Initiativen zur Eindämmung
Auf Bundesebene werden fleißig Unterschriften für die „Verwaltungsbremse-Initiative“ gesammelt, die vorsieht, die Personalausgaben der Bundesverwaltung an den Medianlohn zu binden. In den Kantonen Zug, Basel-Stadt und Zürich gibt es ähnliche Anliegen. Das Aargauer Parlament hat sogar beschlossen, das Verwaltungspersonal verfassungsmässig zu begrenzen. Die Bevölkerung wird darüber abstimmen. Ein Schritt in die richtige Richtung oder ein weiterer Versuch, eine komplexe Situation zu vereinfachen? Auch wenn die Qualität der Schweizer Verwaltung hoch geschätzt wird, bleibt die Frage: Wie viel Verwaltung brauchen wir wirklich?
Ein interessanter Punkt, der immer wieder aufkommt, ist die Tatsache, dass die Initiativen zur Eindämmung des Verwaltungswachstums oft als pauschale Staatskritik wahrgenommen werden. Man könnte meinen, wir stehen vor einem Dilemma: Wollen wir eine gut funktionierende Verwaltung oder die Kontrolle über die Kosten? Die Initianten der Verwaltungsbremse schätzen, dass seit 2010 rund 7 Milliarden Franken eingespart werden könnten. Das klingt verlockend, doch wie sieht es mit der Effizienz aus? Bundesangestellte verdienen im Durchschnitt 10 bis 12 Prozent mehr als ihre Kollegen in der Privatwirtschaft. Ist das gerechtfertigt?
Die Herausforderungen der Verwaltung
Die öffentlichen Beschäftigten, zu denen auch Lehrpersonen gehören, machen etwa 10 Prozent aller Erwerbstätigen in der Schweiz aus. Das sind über 180.000 Vollzeitstellen! Die Theorie besagt, dass klare Regeln und Rituale notwendig sind, um den Überblick über die Verpflichtungen zu behalten. Aber wie viele Regelwerke brauchen wir wirklich? Die Komplexität nimmt zu, und Unternehmen berichten von steigenden administrativen Belastungen. Komischerweise steigen die Erlassseiten in der Schweiz von 46.000 im Jahr 2000 auf 75.000 im Jahr 2020. Ein wahres Chaos, das nicht nur die Verwaltung, sondern auch die Bürger betrifft.
Es gibt Stimmen, die sagen, dass die Politik klare Grenzen setzen sollte, um die Effizienz der Verwaltung zu gewährleisten. Vielleicht sollten wir uns auch mal fragen, ob die Anzahl parlamentarischer Vorstöße pro National- und Ständerat nicht begrenzt werden sollte. Ein Gedanke, der aufhorchen lässt. Schließlich könnten Schätzungen des voraussichtlichen Arbeitsaufwands vor der Behandlung eines Vorstoßes das Kostenbewusstsein der Parlamentarier erhöhen. Doch wer nimmt sich schon die Zeit, genau hinzuschauen?
Ein Blick in die Zukunft
Mit all diesen Überlegungen im Hinterkopf bleibt die Frage, ob die Schweiz tatsächlich einen Weg finden kann, um die Verwaltung zu reformieren und gleichzeitig die Qualität zu bewahren. Der Einfluss des Staates ist gestiegen, und die Staatsquote liegt bei rund 32 Prozent. Im Vergleich zur EU, die bei fast 50 Prozent liegt, scheint die Schweiz gut aufgestellt. Aber wird diese Stabilität auch in Zukunft Bestand haben? Der Anteil der sozialen Sicherheit an den Staatsausgaben stieg von 16 Prozent (1950) auf 40 Prozent (2021) – eine Entwicklung, die zeigt, dass der Staat in vielen Lebensbereichen eingreift.
Der Fokus auf Effizienz und Kostenbewusstsein ist unumgänglich, wenn wir in der Zukunft nicht in einer Überregulierung ersticken wollen. Zukünftige Wachstumstreiber wie Covid-19-Ausgaben und neue Ansprüche, etwa im Bereich der AHV, könnten die Situation weiter komplizieren. In der Schweiz, wo der Föderalismus und die direkte Demokratie eine zentrale Rolle spielen, bleibt es spannend zu beobachten, wie sich die Debatte um die Verwaltungsbremse entwickelt und ob wir tatsächlich an einem Wendepunkt stehen.