Am Freitagabend, kurz vor 21.30 Uhr, wurde die Autobahn A4 zwischen Blegi und Affoltern am Albis zum Schauplatz eines illegalen Autorennens. Zwei Sportwagen, ein Porsche und ein Audi, rasten mit atemberaubender Geschwindigkeit über die Fahrbahn. Eine zivile Patrouille der Verkehrspolizei hatte die beiden Männer im Visier, die sich einen Wettlauf lieferten und dabei die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h weit überschritten. Geschwindigkeitsmessungen ergaben 161 km/h für den einen und gar 175 km/h für den anderen Wagen. Ein regelrechtes Wettrennen auf öffentlicher Straße – das ist nicht nur gefährlich, sondern auch ein absolutes No-Go.
Die beiden Fahrer, zwei Schweizer Männer im Alter von 38 und 42 Jahren, wurden von der Polizei gestoppt und sofort in Gewahrsam genommen. Nach der Festnahme mussten sie ihren Führerausweis abgeben, und die beiden Sportwagen wurden sichergestellt. Am Samstag wurden die Männer zwar aus der Haft entlassen, doch die rechtlichen Konsequenzen stehen ihnen bevor. Sie müssen sich bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich für ihr riskantes Verhalten verantworten. Es bleibt abzuwarten, welche Strafe sie erwarten wird – und ob sie aus dieser Erfahrung lernen werden.
Ein Blick auf die Zahlen
Illegale Autorennen sind nicht nur in der Schweiz ein Problem. Auch in Deutschland wird diese Gefahr immer größer. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In Bayern stieg die Anzahl der registrierten Rennen von 555 im Jahr 2021 auf 633 im Jahr 2022 – ein Anstieg von über 14%! Das zeigt, dass das Bedürfnis, sich auf der Straße zu beweisen, offenbar wächst. Besonders brisant wird es, wenn man bedenkt, dass die Teilnahme an solchen Rennen mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann, wenn dabei Leben oder bedeutende Werte gefährdet werden. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise starben 19 Menschen bei illegalen Rennen – eine erschreckende Bilanz.
Die polizeiliche Kriminalstatistik erfasst diese Rennen zwar nicht umfassend, aber die Tendenz ist klar: Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich noch viel höher. In einigen Bundesländern, wie Rheinland-Pfalz, stieg die Zahl der illegalen Rennen von 288 im Jahr 2020 auf 419 im Jahr 2025. Auch in Hamburg und Sachsen-Anhalt wurden ähnliche Zuwächse festgestellt. Da stellt sich die Frage: Wie kann man dieses wachsende Problem eindämmen? Die Polizei könnte sicherlich mehr Ressourcen benötigen, um solche gefährlichen Raser zur Strecke zu bringen.
Die öffentliche Wahrnehmung
Die Geschichten von illegalen Autorennen sind oft mit einem Hauch von Abenteuer und Adrenalin behaftet. Dennoch sollte man die Risiken nicht vergessen. Es geht nicht nur um den Nervenkitzel, sondern auch um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Wenn zwei Männer auf der Autobahn ein Rennen veranstalten, geht das nicht nur zu Lasten ihrer eigenen Sicherheit, sondern auch der Sicherheit anderer. Unbeteiligte könnten verletzt oder sogar getötet werden – und das ist einfach nicht akzeptabel.
Die jüngsten Vorfälle in Zug zeigen, dass auch hierzulande dringender Handlungsbedarf besteht. Die Frage ist, ob die Behörden in der Lage sind, diese Probleme effektiv anzugehen. Brauchen wir strengere Gesetze oder mehr Aufklärung? Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, wie sich die Situation entwickeln wird – und ob die beiden Männer aus Zug wirklich aus ihren Fehlern lernen können.