Die letzte Generalversammlung der Kunstgesellschaft Zug hat für ordentlich Aufregung gesorgt. Spannungen lagen in der Luft, als die Präsidentin Silvia Graemiger und ein Vorstandsmitglied simultan zu den Anwesenden sprachen – was natürlich zu einer gehörigen Portion Verwirrung führte. Erste Zwischenrufe aus dem Saal forderten ein Ende dieser chaotischen Doppelrederei. Um dem Ganzen ein wenig Ordnung zu verleihen, entschied man sich, einen externen Juristen zur Leitung des Abends zu engagieren. Ein kluger Schachzug, wie sich herausstellen sollte.

Die Versammlung offenbarte jedoch mehr als nur organisatorische Probleme. Der Vorstand war in zwei unversöhnliche Lager gespalten: Auf der einen Seite Graemiger und ein Mitstreiter, auf der anderen fünf weitere Vorstandsmitglieder. Spannend wurde es auch, weil beide Seiten unterschiedliche Einladungen mit verschiedenen Traktanden verschickt hatten. Das Kunsthaus Zug, seit 1990 in einem historischen Gebäude untergebracht, hat sich als bedeutendes Zentrum für Wiener Moderne etabliert. Mit einer beeindruckenden Sammlung, die mehrere 100 Millionen Franken wert ist, zieht es jährlich rund 5000 Besucher an.

Ein Neuanfang für das Kunsthaus Zug

Die jüngsten Turbulenzen führten letztendlich zu Graemigers Abwahl, die von einer großen Mehrheit unterstützt wurde. Kritiker hatten immer wieder Vorwürfe von Alleingängen und mangelnder Teamfähigkeit laut werden lassen. Nun wurde Peter Frigo, ein bekannter ehemaliger Kantonsrat und FDP-Präsident, als neuer Präsident gewählt. Frigo hat sich vorgenommen, Ruhe in die institutionellen Gemengelagen zu bringen und die Zusammenarbeit im Vorstand zu stärken. Wir sind gespannt, wie er das anpackt!

Die Kunstgesellschaft Zug, die seit 1957 für den Betrieb und die Kunstsammlung verantwortlich ist, hat sich viel vorgenommen. Dazu gehört auch die Planung eines neuen Gebäudes für das Kunsthaus, dessen Realisierung sich allerdings verzögert. Dabei ist die Sammlung, die die bedeutendste der Wiener Moderne außerhalb Österreichs ist, ein echter Schatz. Über 400 Werke von Künstlern wie Gustav Klimt und Oskar Kokoschka sind hier versammelt und warten darauf, entdeckt zu werden.

Ein kulturelles Herzstück der Stadt

Die Zuger Kunstgesellschaft finanziert sich durch öffentliche Subventionen, Mitgliederbeiträge und Sponsoren. Eine Mitgliedschaft bietet viele Vorteile: Freier Eintritt zu Ausstellungen, Ermäßigungen bei Veranstaltungen und sogar Einladungen zu Eröffnungen. Die Mitgliedsbeiträge sind dabei sehr fair gestaltet – Jugendlich unter 25 Jahren zahlen nur CHF 25, während Einzelmitglieder mit CHF 75 dabei sind. Ein echtes Schnäppchen, wenn man bedenkt, was das Kunsthaus alles zu bieten hat.

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Das Kunsthaus selbst, das sich an der Dorfstrasse 27 in Zug befindet, ist nicht nur für seine Sammlungen bekannt, sondern auch für seine engagierte Kunstvermittlung. Workshops, Führungen und mediale Angebote laden dazu ein, die Kunstwelt aktiv zu erkunden. Seit 1996 gibt es zudem regelmäßige Kunstprojekte im öffentlichen Raum – ein Beispiel dafür ist die beeindruckende Lichtinstallation von James Turrell. Die Kunst soll nicht nur im Museum bleiben, sondern auch in den Alltag der Menschen integriert werden.

Und während die Zukunft des Kunsthauses noch in den Sternen steht, bleibt eines klar: Die Leidenschaft für die Kunst und das Engagement der Mitglieder sind ungebrochen. Silvia Graemiger ließ sich nach der Versammlung nicht mehr zu einem Kommentar hinreißen, aber eines ist gewiss: Ihr Interesse, die Kunst wieder in den Vordergrund zu rücken, wird auch in neuer Form weiterleben. Es bleibt also spannend, was die nächsten Monate für das Kunsthaus Zug bereithalten werden.