Heute, am 30. Mai 2026, hat sich in Zürich ein beeindruckendes Bild geboten. Über tausend Menschen versammelten sich, um an einer Wohndemo teilzunehmen. Die Luft war erfüllt von einer Mischung aus Entschlossenheit und einem Hauch von Frustration. „Gegen eine Stadt der Reichen“ lautete das Motto, und die Teilnehmenden hatten einiges zu sagen. Sie protestierten gegen steigende Mieten, Luxussanierungen und die Verdrängung von Mietern. Ein echtes Zeichen der Solidarität in einer Zeit, in der der Wohnraum immer knapper wird.

Die Route der Demonstration führte vom Hardplatz über die Hardbrücke, vorbei am Escher-Wyss-Platz und Limmatplatz, bis hin zur Kasernenwiese. Die Menge war bunt gemischt: Junge Leute, alte Hasen, Familien mit Kindern und alle, die sich gegen die Ungerechtigkeiten des Wohnungsmarktes zur Wehr setzen wollten. Immer wieder ertönten Rufe nach mehr sozialem Wohnraum und gegen Massenkündigungen. Das Bündnis aus Organisationen, Kollektiven und Betroffenen stellte klar, dass die Kritik vor allem an Immobilienunternehmen, Investoren und der Politik gerichtet sei. Dabei distanzierten sie sich deutlich von politischen Parteien und deren vermeintlicher Untätigkeit, trotz der rot-grünen Regierung.

Wachsende Wohnungsnot in der Schweiz

Die Situation ist nicht nur in Zürich angespannt. Tatsächlich zeigt sich, dass die Bautätigkeit in der Schweiz mit der Zuwanderung nicht Schritt hält. Die Leerstandsquote in Zürich wird mit 0,07 Prozent angegeben – das ist der tiefste Wert, den man sich vorstellen kann, vielleicht sogar in der ganzen westlichen Welt! Auch wenn die gesamte Schweiz mit einer Leerstandsquote von 1,08 Prozent noch nicht als Wohnungsnot gilt, ist die Knappheit deutlich spürbar.

Ein aktueller Bericht des Bundesamts für Statistik zeigt, dass bis 2030 eine Einwohnerzahl von 9,43 Millionen prognostiziert wird. Das bedeutet, dass der Druck auf den Wohnungsmarkt weiter steigen wird. Für das Jahr 2025 wird zwar eine Neubautätigkeit von 42.000 Wohnungen geschätzt, allerdings sind 50.000 erforderlich, um den Bedarf zu decken. Das Raumplanungsgesetz von 2014 hemmt die Neubautätigkeit und macht es schwierig, die dringend benötigten Wohnungen zu schaffen.

Der Weg zur Veränderung

Die Demonstrierenden in Zürich sind sich einig: Es braucht Veränderungen! Einsprachen und Rekurse bremsen Bauprojekte aus. Gerade bei Ersatzneubauten ist das ein großes Hindernis. Der Ruf nach Wohnraum wird lauter, und es bleibt abzuwarten, ob die Politik auf diese Forderungen reagiert. Die tiefen Zinsen könnten zwar helfen, den Bausektor anzukurbeln – der Leitzins wurde zuletzt auf 0,25 Prozent gesenkt – doch die Wohnungsnot wird voraussichtlich noch für die nächsten fünf Jahre ein Thema bleiben.

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Die Bildsprache dieser Demonstration ist kraftvoll. Die Gesichter der Teilnehmenden erzählen Geschichten, die von Hoffnung, Verzweiflung und dem unaufhörlichen Kampf um ein sicheres Zuhause geprägt sind. Der Widerstand gegen eine Stadt, die immer reicher wird und die weniger begünstigten Mieter ausgrenzt, ist ein eindringlicher Aufruf zur Veränderung. Die Uhr tickt, und die Zeit für einen Wandel drängt.