Heute ist der 29.05.2026, und in Zürich wurde der „Rostige Paragraph“ zum 20. Mal verliehen. Dieser Schmähpreis für das „überflüssigste Gesetz“ oder die „unnötigste Regulierung“ in der Schweiz sorgt immer wieder für hitzige Debatten. In diesem Jahr war die Online-Abstimmung spannend, und die Stimmen haben klar gesprochen: 57 Prozent der Wähler entschieden sich für den Zürcher AL-Gemeinderat Michael Schmid. Er hat sich vehement für ein weitgehendes Verbot kommerzieller Werbung auf öffentlichem Grund ausgesprochen. Was für ein Aufreger!

Schmid möchte, dass auf unseren Straßen nur noch Aushänge für lokale Geschäfte, politische Plakate, kulturelle Veranstaltungen und städtische Informationen erlaubt sind. Seine Argumentation ist nicht von der Hand zu weisen. Werbung beeinflusst das Konsumverhalten, fördert Überkonsum und, ganz ehrlich, schadet unserer Umwelt. Zudem thematisiert er auch die Gefährdung der Verkehrssicherheit durch die allgegenwärtige Werbung. Es ist nicht das erste Mal, dass Schmid auf die Barrikaden geht; er hat bereits andere Verbote in Zürich durchgesetzt, etwa das Verbot von Laubbläsern. Ein echter Kämpfer für die Umwelt, könnte man sagen.

Die Opposition regt sich

Doch wie so oft gibt es auch Widerstand. Die bürgerliche Opposition hat sich formiert und mit der Petition „Zürich soll leuchten“ über 2000 Unterschriften gesammelt. Die IG Freiheit warnt eindringlich vor den finanziellen Konsequenzen eines solchen Werbeverbots. Besonders für die Stadt und die Zürcher Verkehrsbetriebe könnte das schwerwiegende Einnahmeausfälle bedeuten. Der Stadtrat lehnt ein generelles Verbot ab, muss jedoch eine Vorlage ausarbeiten, die das Parlament erneut prüfen wird. Ein spannendes Politikum, das uns alle betrifft.

Interessanterweise ist Zürich nicht zum ersten Mal „Hauptdarsteller“ bei diesem Schmähpreis. Ein Viertel aller bisher vergebenen Preise für überflüssige Regulierungen ging an Akteure aus der Stadt. Und wenn man sich die Preisträger anschaut, wird einem klar, dass hier einiges im Argen liegt. Drei der fünf Preisträger sind aktuell in der städtischen Exekutive tätig. Da ist doch etwas faul im Staate Zürich!

Basel im Schatten

Und was macht Basel in dieser Debatte? Die Basler Regierungsrätin Esther Keller landete mit einer Teilzeitstelle für einen „Velo-Animator“ auf dem zweiten Platz, erhielt 17 Prozent der Stimmen. Ein Versuch, die Bevölkerung zum Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel zu motivieren – aber ob das wirklich notwendig ist? Der dritte Platz ging an die landwirtschaftliche Forschungsanstalt Agroscope, die ein veganes Raclettes auf Sonnenblumenkern-Basis fördert. Gut gemeint, aber vermutlich nicht jeder Geschmack.

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Faszinierend, wie sich die Diskussionen um Umwelt, Werbung und städtische Regulierung entwickeln. Es bleibt abzuwarten, wie der Stadtrat mit dem Thema umgeht und welche Auswirkungen das auf die Werbelandschaft in Zürich und darüber hinaus haben wird. Werden wir bald in einer Stadt leben, die von Werbung befreit ist, oder wird das Ganze nur ein Sturm im Wasserglas sein? Wir sind gespannt!