In der lebendigen Stadt Zürich, wo Tradition und Moderne aufeinandertreffen, haben sich rund zehn Studierende in einem ganz besonderen Kurs zusammengefunden: dem Vallader-Kurs an der Universität Zürich. Hier wird nicht nur die rätoromanische Sprache, sondern auch die Kultur und die Geschichte hinter dieser ältesten noch gespröchene Sprache der Schweiz vermittelt. Unter der Leitung von Uorschla Natalia Caprez Brülhart lernen die Teilnehmenden, die von Geografie über Mathematik bis hin zu Medizin studieren, die Feinheiten des Rätoromanischen kennen. Für externe Hörerinnen und Hörer beträgt die Semestergebühr 110 Franken.

Der Vallader-Kurs findet jährlich im Wechsel mit einem sursilvanischen Kurs statt und erstreckt sich über zwei Semester. Die Beweggründe der Teilnehmenden sind vielfältig: Einige haben familiäre Wurzeln im Engadin, andere möchten sich einfach mit der Sprache und der Kultur verbinden oder möchten ihren Kindern die Möglichkeit bieten, Rätoromanisch zu lernen. Dabei ist es auch für einige der erste Kontakt mit dieser faszinierenden Sprache. Am Ende des Semesters können die Teilnehmenden, je nach Hauptfach, eine Prüfung ablegen und ECTS-Punkte erhalten.

Einblicke in die rätoromanische Sprachkultur

Die Kurse an der Universität Zürich sind auf das Prinzip der Immersion ausgelegt, was bedeutet, dass die Teilnehmenden in ein „Sprachbad“ eintauchen. Damit wird nicht nur die Sprache selbst, sondern auch die kulturelle Vielfalt, die sie umgibt, integriert. In ungeraden Jahren wird der Kurs „Cuors da rumantsch vallader (als Fremdsprache)“ angeboten, während in geraden Jahren der „Cuors da romontsch sursilvan (als Fremdsprache)“ auf dem Programm steht. Diese Kurse sind sowohl für Studierende der Universität Zürich als auch für externe Hörerinnen und Hörer offen und sind ideal, um die rätoromanische Sprache, Literatur und Kultur näher kennenzulernen.

Für Interessierte gibt es zudem Kontaktmöglichkeiten zu Prof. Dr. Rico Valär, der Fragen zu den Sprachkursen gerne beantwortet. Wer sich für diese einzigartige Sprache interessiert, hat die Möglichkeit, in einem der Kurse wertvolle Einblicke in die rätoromanische Sprache und Kultur zu gewinnen und somit einen sprachlichen Schlüssel zur rätoromanischen Schweiz zu erhalten.

Die Bedeutung des Rätoromanischen

Es ist bemerkenswert, dass es in der Schweiz etwa 60.000 aktive Sprecherinnen und Sprecher der rätoromanischen Sprache gibt. Trotz dieser Zahlen gilt Rätoromanisch laut UNESCO als bedrohte Sprache, was die Bedeutung solcher Kurse umso größer macht. Diese Sprache, die 1938 als vierte Landessprache der Schweiz anerkannt wurde, umfasst mehrere Dialekte wie Sursilvan, Sutsilvan, Surmiran, Puter und Vallader. Diese Vielfalt spiegelt nicht nur die kulturelle, sondern auch die geschichtliche Komplexität der Region wider.

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Künstler, Autoren und Sänger haben die rätoromanische Sprache für sich entdeckt und produzieren regelmäßig Werke in dieser Sprache. Auch außerhalb der Universität werden Sprachkurse, wie zum Beispiel bei der Klubschule Migros, angeboten. Hierdurch wird die Sprache lebendig gehalten und kann an die nächste Generation weitergegeben werden.

In einer Welt, die zunehmend von Globalisierung geprägt ist, sind solche Initiativen und Kurse eine wertvolle Möglichkeit, Kulturen und Sprachen zu bewahren. Die rätoromanische Sprache ist nicht nur ein Teil der Schweizer Identität, sondern auch ein Fenster zu einer reichen und vielfältigen Kultur. Es bleibt zu hoffen, dass die Begeisterung für das Rätoromanische weiterhin wächst und viele Menschen dazu inspiriert, diese Sprache zu lernen und zu leben.