In Zürich ist ein spannender Trend zu beobachten: Pendler kaufen zunehmend frisch gerösteten Specialty-Coffee an Verkehrsknotenpunkten. Ein herausragendes Beispiel dafür ist das neue Café von Mirò, das in einem der ältesten Kioske am Kreuzplatz eröffnet hat. Der Kiosk, der 1918 erbaut wurde, hat nun ein froschgrünes Kaffeefenster und bietet Platz für ein Dutzend Gäste, mit einer beantragten Bewilligung für drei zusätzliche Tische. Mirò ist bereits mit Kaffeefenstern am Hauptbahnhof und einem Lokal im Kreis 4 vertreten und überzeugt sowohl durch Qualität als auch durch ein ansprechendes Ambiente.

Die Kuppel des Kreuzplatzes erzählt die Geschichte des Ortes, der sich von einem sakralen Zentrum zu einem urbanen Verkehrsknotenpunkt entwickelt hat. Daniel Sanchez, Betreiber von Mirò, hebt die historische Bedeutung dieses Platzes hervor. Trotz steigender Preise steigt die Nachfrage nach hochwertigem Kaffee in Zürich. Laut dem Cafetier-Verband gehören die Schweizer zu den Spitzenreitern im Kaffeekonsum.

Kaffeekultur im Wandel

Das Preisniveau für Kaffee ist ebenfalls beachtlich: Ein Café crème kostet in Zürich im Durchschnitt 4,91 Franken, während ein Cappuccino sogar bei 5,37 Franken liegt. Am Paradeplatz hat das neue Kaffeefenster „Juni“, betrieben von Sheila Lopardo, die Preise auf 5,80 Franken für einen Cappuccino angehoben. Immer mehr junge Gastrounternehmen aus der Kaffeeszene gewinnen an Bedeutung und erhalten Zuschläge für die Gastronomie in Tramwartehallen, während etablierte Ketten wie Valora zurückstecken müssen.

Der Trend zeigt sich auch in der sinkenden Nachfrage nach klassischen Kioskprodukten wie Zeitungen, während das Interesse an hochwertigem Kaffee die Oberhand gewinnt. Ein weiteres Beispiel ist das Café am Pfauen, das den Namen „Mops“ trägt – inspiriert von einer früheren Beleidigung des Kiosks. Dies spiegelt den tiefgreifenden Wandel in der Kaffeekultur wider.

Der Schweizer Kaffee-Genuss

Die Schweizer Kaffeekultur unterscheidet sich markant von der italienischen. Anstelle des dominierenden Espressos ist hier der Café Crème das Lieblingsgetränk. Dieser milde, längere Kaffee lädt zum Verweilen ein und hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert in den Kaffeehäusern von Städten wie Zürich, Basel und Bern. Nach Wasser ist Kaffee das beliebteste Getränk in der Schweiz, wobei der Café Crème die Nummer eins ist.

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Die Zubereitung eines Café Crème erfordert spezielle Bohnenmischungen, einen geeigneten Mahlgrad und präzise Brühparameter. Der durchschnittliche Kaffeekonsum in der Schweiz liegt bei etwa drei Tassen pro Tag pro Kopf. Dabei bevorzugen die Schweizer Mischungen aus Arabica und Robusta, was sich auch in den beliebten Röstungen wie Caffè Mauro Prestige und Karoma Caffè widerspiegelt.

In Zürich wird der Café Crème oft im Sitzen genossen, was das gesellige Beisammensein fördert. Die Unterschiede zwischen Café Crème und Espresso sind deutlich: Während der Café Crème größer, milder und länger extrahiert wird, ist der Espresso klein, stark und konzentriert. Dies trägt zur Beliebtheit des Café Crème bei, der nicht nur für seinen Geschmack, sondern auch für seine feine Crema geschätzt wird.

Der Wandel in der Kaffeekultur Zürichs zeigt, wie sehr sich die Vorlieben der Konsumenten verändern und wie neue Konzepte in der Gastronomie die traditionellen Kioskprodukte verdrängen. Der Trend hin zu hochwertigem Kaffee ist nicht nur ein Zeichen für die wachsende Wertschätzung von Qualität, sondern auch für das Bedürfnis nach einer gemütlichen Kaffeepause im hektischen Alltag.