In Zürich wird die Zukunft des Rettungsdienstes neu gedacht. Die Stadt, die mit 27 veralteten Rettungswagen konfrontiert ist, hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Um diesem Ziel näher zu kommen, plant die Stadt, Elektro-Ambulanzen zu beschaffen. Ein Stadtratsbeschluss aus dem April 2023 strebt einen hohen Anteil an Fahrzeugen mit alternativem Antrieb an. Bisher wurden bereits sechs der alten Rettungswagen ersetzt, darunter zwei elektrisch betriebene Modelle. Doch die Einführung der E-Ambulanzen ist nicht ohne Herausforderungen.

Nach einer vierjährigen Testphase sind Schwierigkeiten aufgetreten: Die Elektrofahrzeuge kämpfen mit unkontrollierten Neustarts und Ladekonflikten mit medizinischen Geräten. Dies wirft Fragen auf, da die medizinische Grundversorgung jederzeit gewährleistet sein muss. Trotz der Probleme plant die Stadt, bis 2030 sieben weitere E-Ambulanzen anzuschaffen. Allerdings sollen die restlichen Rettungswagen konventionell motorisiert bleiben, um eine zuverlässige Verfügbarkeit der Einsatzfahrzeuge auch bei möglichen Strom- oder Treibstoffengpässen sicherzustellen.

Ein Blick auf die Kosten und die Infrastruktur

Die Kosten für eine Elektro-Ambulanz belaufen sich auf etwa 440.000 Franken, fast doppelt so viel wie für eine Diesel-Ambulanz. Interessanterweise sind die Lebenszykluskosten jedoch ähnlich. In Zürich sind derzeit zwei E-Ambulanzen im Einsatz, während andere Städte wie Bern und Basel noch keine E-Ambulanzen besitzen. Dies liegt hauptsächlich an der fehlenden Ladeinfrastruktur. Auch die Feuerwehr Zürich hat bisher nur ein elektrisch betriebenes Fahrzeug, mit Plänen zur Teilelektrifizierung bei der nächsten Beschaffung.

Insgesamt hat die Kantonspolizei bereits 130 von über 800 Fahrzeugen elektrisch umgerüstet, während die Stadtpolizei 100 von rund 360 Fahrzeugen auf Elektroantrieb umgestellt hat. Elektrofahrzeuge eignen sich gut für Verfolgungen im Stadtgebiet, doch es gibt derzeit keinen geeigneten Elektro-Kastenwagen, der allen Anforderungen gerecht wird.

Der Weg zur Verkehrswende

Die Verkehrswende wird in der Schweiz intensiv vorangetrieben, was auch den Katastrophenschutz und die Rettungsdienste betrifft. Feuerwehr und Rettungsdienste zeigen zunehmend Interesse an Elektrolöschfahrzeugen und Elektro-Ambulanzen, trotz anfänglicher Skepsis. Zwar gibt es Bedenken hinsichtlich der höheren Anschaffungskosten und der Risiken bei der Nutzung, doch der politische Druck in vielen Kommunen begünstigt den Kauf von Elektrofahrzeugen.

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Ein weiterer Anreiz für die Anschaffung von Elektrolöschfahrzeugen und E-Ambulanzen sind zukünftige Fahrverbote für Verbrenner in vielen Städten, die ab 2030 in Kraft treten könnten. Die Reduzierung von Lärmbelästigung und Schadstoffemissionen ist ein weiterer wichtiger Aspekt, der den Trend zur Elektromobilität vorantreibt. Zudem können wertvolle Erkenntnisse aus dem Einsatz von Elektrofahrzeugen für zukünftige Entscheidungen im Katastrophenschutz genutzt werden.

Die Entwicklung von Löschfahrzeugen und Rettungsfahrzeugen mit Elektromotoren schreitet voran. Innovative Ansätze wie das Energy Backup System zeigen vielversprechende Möglichkeiten auf, die Sicherheit und Verlässlichkeit der Fahrzeuge zu erhöhen. Darin steckt das Potenzial, Elektromobilität nicht nur für den Rettungsdienst, sondern auch für andere Bereiche des Katastrophenschutzes zu optimieren. Mobile Energieversorgung für medizinische Geräte, Transportmittel für Notfallteams, und sogar mobile Kommunikationszentren könnten von der E-Mobilität profitieren.

Die Zukunft des Rettungsdienstes in Zürich und darüber hinaus bleibt spannend. Technologien und Lösungen, die sich in der Praxis bewähren, könnten den Weg für eine nachhaltige und effiziente Notfallversorgung ebnen.