Heute ist der 14.05.2026 und wir blicken auf eine Institution, die im Herzen Zürichs steht – das Kongresshaus. Ein so wichtiger Ort für Kultur und Veranstaltungen, doch in den letzten Jahren hat es merklich an Glanz verloren. Nach einem aufwendigen Umbau für 174 Millionen Franken im Jahr 2021, fragst du dich vielleicht, was da schiefgelaufen ist. Die Konzertveranstalter haben die Nase voll von der Beamtenmentalität und den schwerfälligen Abläufen, die hier mittlerweile zur Regel geworden sind. Man könnte sagen, die Luft ist raus.

Die Zahlen sprechen für sich. Waren es 2024 noch 48 Konzerte, sind es 2025 nur noch 28 – ein dramatischer Rückgang! Zum Vergleich: Ein Veranstaltungsort in Dübendorf hatte 2025 immerhin 68 Veranstaltungen. Wo bleibt da die Freude am Feiern und Musizieren? Thomas Dürr, CEO der Act Entertainment AG und Hauptmieter des Kongresshauses, hat sich lautstark zu Wort gemeldet. Er beklagt wiederholt unzureichende Gastronomie, organisatorische Pannen und die unbefriedigende Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen. Und als ob das nicht genug wäre, fiel während eines Auftritts des Kiewer Grand Ballet im Januar 2026 sogar die Heizung aus! Da fragt man sich, wie man sich als Veranstalter noch auf die Bühne trauen kann.

Funktionalität und Raumangebot

Das Kongresshaus Zürich, auch bekannt als Zurich Convention Center, bietet eine beeindruckende multifunktionale Veranstaltungsfläche von rund 5.300 Quadratmetern. Der größte Saal fasst bis zu 2.000 Personen und insgesamt stehen mehr als 20 Räume und Foyers zur Verfügung. Klingt ja eigentlich nach einem idealen Ort für Kongresse, Events oder Tagungen. Doch die Realität sieht anders aus. Michel Loris-Melikoff, der seit 2023 als CEO agiert, hat zwar verkündet, dass 2025 erstmals schwarze Zahlen geschrieben wurden, doch die Mietpreise wurden gleichzeitig um 60 Prozent erhöht. Dürr bezeichnet das als übertrieben – und das kann ich nur bestätigen.

Ein weiteres Ärgernis: Das hauseigene Restaurant bleibt sonntags geschlossen. Wie kann man nur potenzielle Einnahmen von Konzertbesuchern einfach so liegen lassen? Man fragt sich, wer hier die Entscheidungen trifft. Dürr hat sich an den Stadtrat gewandt, um Verbesserungen zu erreichen, aber die Gespräche verliefen unbefriedigend. Es scheint, als würde die Stadt Zürich zwar die Kritik ernst nehmen, doch die Lösung kommt nicht schnell genug. Ein Notkredit und eine Erhöhung der Beteiligung, um das Kongresshaus aus der finanziellen Schieflage zu befreien – das ist nicht gerade das, was man sich wünscht.

Ein Blick in die Geschichte

Aber wie kam es eigentlich zu diesem emblematischen Gebäude? Die Kongresshaus-Stiftung wurde in Zusammenhang mit der Planung der Schweizerischen Landesausstellung gegründet. Die Idee war, ein Kongresshaus zu schaffen, das die Bedürfnisse der Stadt Zürich und ihrer Besucher erfüllt. 1939 wurde das Haus schließlich fertiggestellt. Damals fanden bereits 235 schweizerische Tagungen und 40 internationale Kongresse statt – und das ganz ohne die heutigen Probleme. Über die Jahre hat sich die Verantwortung für das Kongresshaus gewandelt, und 1984 übergab die Stiftung den Betrieb an die Betriebsgesellschaft Kongresshaus Zürich.

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Die letzte große Sanierung, die 2021 abgeschlossen wurde, hätte eine Wende bringen sollen. Doch die Realität ist, dass die Herausforderungen weiter bestehen. Die Stadt Zürich besitzt 81 Prozent des Kongresshauses und subventioniert es jährlich mit 3,9 Millionen Franken. Doch der Glanz von früher ist verblasst, und die Frage bleibt: Wie kann dieser kulturelle Schatz zurück zu alter Stärke finden? Es wird Zeit für einen frischen Wind und innovative Ideen, um das Kongresshaus wieder zu dem zu machen, was es einst war – ein pulsierender Ort für Kunst und Kultur.