Heute ist der 11.05.2026, und in Zürich brodelt es. In der Stadt, wo man sonst die fröhlichen Klänge von Uhren und die zarten Gerüche der Schokolade genießt, gibt es eine dunkle Seite, die mehr und mehr in den Fokus gerät. Eine neue Gruppe junger Männer, die sich selbst als «Schweizer Nationalisten» bezeichnet, hat sich in Zürich-Affoltern formiert. In Sportkleidung, die nicht unbedingt die beste Wahl für eine politische Agenda ist, trainieren sie und inszenieren sich als Teil einer größeren Bewegung. Aber was steckt wirklich hinter dieser Fassade?

Seit Herbst 2025 sind sie auf Telegram aktiv, wo sie anonym ihre Botschaften verbreiten. Die Zahl ihrer Anhänger wächst, mittlerweile sind es 1531, und diese Zahl könnte weiter steigen. Mit NS-Symbolik und faschistischen Ideologien, die sie offen propagieren, ist ihre Rhetorik alles andere als harmlos. Zitate von Benito Mussolini sind keine Seltenheit in ihren Chats. Man fragt sich, woher dieser Hunger nach radikalen Ideen kommt und warum junge Menschen sich so leicht verführen lassen.

Ein Blick auf die Aktivitäten

Die Gruppe ist nicht nur in der digitalen Welt aktiv, sondern zieht auch auf die Straßen von Zürich. Mit T-Shirts, die völkische Symbole tragen, und Transparenten mit der Botschaft «No Pride in Genocide» zeigen sie, dass sie da sind – und zwar mit einer sehr klaren, aggressiven Rhetorik gegen diverse gesellschaftliche Gruppen, einschließlich Jüdinnen und Juden, Migrant:innen und queeren Menschen. Die Inszenierung als gewaltfreie, naturverbundene Bewegung steht dabei im krassen Gegensatz zu den Ideologien, die sie tatsächlich propagieren.

Spektakulär sind die Nachtwanderungen, bei denen sie nicht nur ihre Fahne mit dem Logo der Schweizer Nationalisten präsentieren, sondern auch ihre militanten Verbindungen zu internationalen Netzwerken wie Blood & Honour und Combat 18. Diese Organisationen sind für ihre gewalttätigen Aktionen bekannt – ein Warnsignal, das nicht ignoriert werden sollte. Der Nachrichtendienst des Bundes hat bereits vor einer Zunahme von Fällen gewarnt, in denen Minderjährige und junge Erwachsene sich online radikalisieren. Ein Umstand, der die Gesellschaft alarmieren sollte.

Die Strategie des «führerlosen Widerstands»

Besonders besorgniserregend ist die Strategie des «führerlosen Widerstands», die diese Gruppen verfolgen. Es gibt keine zentrale Führung, stattdessen agieren sie in lokalen Zellen, verbunden über soziale Medien. Diese Struktur macht es schwierig, sie zu bekämpfen. Es ist fast wie ein Spiel, in dem die Regeln ständig wechseln, und die Grenzen zwischen Online- und Offline-Welt verschwimmen.

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Die Symbolik, die sie verwenden, ist nicht neu, gewinnt aber in der rechtsextremen Szene an Beliebtheit. Das Sonnenrad, SS-Runen und andere Zeichen stehen für eine Ideologie, die in der Vergangenheit zu viel Leid geführt hat. Es ist schockierend, dass junge Menschen sich mit solchen Zeichen identifizieren und sie als Teil ihrer Identität annehmen. Hier ist eine gefährliche Mischung aus Unwissenheit und bewusster Entscheidung am Werk.

In einer Stadt wie Zürich, die für ihre Toleranz und Diversität bekannt ist, ist die Präsenz solcher Gruppen ein ernstzunehmendes Problem. Die Geschichte hat gezeigt, wie schnell sich solche Bewegungen radikalisieren können. Ein rechtsextremer Anschlag in der Vergangenheit erinnert uns daran, dass diese Ideologien nicht nur Worte sind, sondern in Gewalt umschlagen können. Die Herausforderung, die Gesellschaft vor diesen Gefahren zu schützen, ist enorm. Es erfordert Aufmerksamkeit, Bildung und vor allem eine starke Gemeinschaft, die sich gegen Hass und Intoleranz stellt.